Von: Martin Lechtschewski
Neue NPD-Propaganda an Sachsens Schulen
Brauner Wolf im bunten Schafspelz
"Perplex – jung, frech, deutsch": So lautet der Titel des neusten Propagandaprojektes der Jugendorganisation der sächsischen NPD. Die braune Ideologie wird dabei mithilfe des Vierfarbendrucks in bunten Bildern versteckt.
Was wie eine harmlose Schülerzeitschrift aussieht, soll den potentiellen Jungwählern das Weltbild der Neonazis nahe bringen. Hinter dem "Spiesser"-ähnlichen Layout verbergen sich Aufforderungen wie die, auf den Schulhöfen "national befreite Zonen" zu errichten und verfälschte Geschichtsdarstellungen wie die Adolf Hitlers als "Friedensfreund".
30 000 Exemplare sollten von Freiwilligen an Schulen und Bushaltestellen in ganz Sachsen verteilt werden. Vergangene Woche schritt die Staatsanwaltschaft Dresden ein und beschlagnahmte 150 Exemplare, die an einem Berufsschulzentrum aufgetaucht waren. Ein Verfahren wegen dem Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz läuft bereits. Gegen den beteiligten NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel kann aufgrund dessen Immunität nicht vorgegangen werden. Der Sprecher des Landesamtes für Verfassungsschutz, Alrik Bauer, sagte am Montag in Dresden gegenüber "ddp", dass allerdings nicht von strafbaren Inhalten ausgegangen werde, da die NPD bemüht sei, im öffentlichen Auftreten nicht gegen das Gesetz zu verstoßen. In Aue verteilten NPD-Anhänger des Blatt trotz des Verbotes an Minderjährige. Offenbar hatten die Rechten die Verteilung offiziell abgesagt und damit eine vorzeitige Beschlagnahmung verhindert.
Es ist nicht das erste mal, dass die Rechtsradikalen sich an die Schüler wenden. Bereits 2004 verteilte die sächsische NPD 25 000 CDs mit dem Titel "Schnauze voll? – Wahltag ist Zahltag!". Auch im Bundestagswahlkampf verteilten die Neonazis in ganz Deutschland 200 000 CDs vor Schulen. Finanziert werden die Aktionen aus Spenden der Mitglieder und wie im Fall "Perplex" aus der Wahlkampfkosten-Rückerstattung - also auch durch die Steuerzahler.
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