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Freitag, 18. Januar, Alter: 4 Jahre » Zurück

Von: Eric Müller

Praktikum in Wales: Ein Student berichtet

"Früher mussten alle bis 23 Uhr dicht sein"

Wales ist zwar kein eigenständiges Land und dem Vereinten Königreich zugehörig, dennoch lohnt es sich diesen Teilstaat gesondert hervorzuheben. Der Student Max Sachse berichtet über idyllischen Vororte, Kneipenmeilen und überraschende Offenheit.

Swanseas Küste

Die Küste vor Swansea. (Foto: Stefanie Wenzel)

"Meine ersten Eindrücke waren durchweg positiv. Wales ist ein sehr ursprüngliches Land mit vielen Eigenheiten und beeindruckenden Landschaften", so beschreibt Max Sachse Wales gegenüber medien-mittweida.de. Max ist 22 Jahre alt und studiert Gesundheitsmanagement an der Akademie für multimediale Ausbildung und Kommunikation (AMAK). Den November 2007 verbrachte er in der walisischen Stadt Swansea. Er besuchte das Land im Rahmen eines Pflichtpraktikums. Die Firma Heaven Trust, für die er arbeitete, betreut Obdachlose, Alkoholiker und Ex-Strafinsassen und hilft ihnen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

"Im Grunde lief alles über die AMAK und das Leonardo-Programm"

Die gesamte Organisation des Aufenthaltes erwies sich als recht unkompliziert. "Ich musste nur wissen, dass ich nach Wales gehen möchte und wann mein Flieger startet", berichtet Max, der während des Aufenthaltes bei einer Gastfamilie lebte. Diese wurde ihm über das Leonardo-Büro vermittelt, genau wie sein Arbeitsplatz.

Da die Hochschule Mittweida in Wales keine Partnerhochschule hat, ist es mit viel Eigeninitiative verbunden dort einen kostengünstigen Studienplatz zu finden. Für ein Auslandspraktikum kommt Wales aber auf jeden Fall in Frage.

Wales - Was ist das eigentlich?

Wales ist der Teilstaat des Vereinigten Königreichs, der am Engsten mit England verbunden ist. Dennoch sind die meisten gebürtigen Waliser bestrebt sich und ihre walisische Kultur von England abzugrenzen, um deren Identität und Werte zu bewahren. Max war vor seiner Reise nach Wales eher skeptisch und erwartete ein Volk, das von "Fremden" nicht wirklich beeindruckt ist. "Dieses Vorurteil wurde - zu meiner Überraschung - überhaupt nicht bestätigt", meint Max. Die Menschen um ihn herum seien alle sehr freundlich, hilfsbereit und offen für Kontakte mit dem "interessanten, fleißigen Deutschen" gewesen.

Landschaftlich hat Wales vor allem lange Küsten zu bieten. Sandstrände, Buchten und viel grüne Natur gilt es zu erkunden. So wie die kleinen Vororte, die richtig "urig" wirken. "Ich kam mir 50 Jahre in die Vergangenheit versetzt vor", so Max gegenüber medien-mittweida.de.

Die Swansea-Bucht dient vor allem den Wassersportlern als Erholungsgebiet. Die Stadt an sich sei aber sehr dreckig. "Der Müll stapelte sich in Säcken vor den Häusern, da es keine Tonnen gab", berichtet Max. Von einer Müllkrise neapolitanischen Ausmaßes zu sprechen, wäre aber übertrieben. Vielleicht auch dank der Videoüberwachung, dei rund 200 000 Einwohner immer im Blickfeld hat.

Kulinarische Eigenheiten

Die walisische Küche ähnelt stark der englischen. Zum kochen werden vor allem einheimische und frische Produkte verwendet. Das Fleisch von Lamm und Schaf ist unter den Walisern sehr beliebt. An der Küste gibt es außerdem oft fangfrischen Fisch und Krustentiere.

Für Max gab es meistens Pommes und Kartoffeln, in seinen Augen das "wahre walisische Nationalgericht", das seine Gastmutter jeden Morgen aufs Neue zauberte. Ansonsten aß er vor allem Fastfood. In beinahe jeder größeren walisischen Ortschaft gibt es indische, chinesische und ähnliche Restaurants mit "Schnellesserangeboten".

Generell sollte ein Budget von mindestens 500 Euro pro Monat eingeplant werden. Falls die Unterbringung nicht über eine Gastfamilie erfolgt, so werden es locker noch mal 300 Euro mehr. Die Lebensmittelpreise und die Getränke betragen, im Vergleich mit Deutschland, gut das Doppelte. 

Lass uns feiern gehen

Unter der Woche besucht der Waliser seine Lieblingskneipen auf einer der viel verbreiteten Kneipenmeilen. Die Clubs haben in der Regel nur am Freitag und Samstag geöffnet. Bis zum Jahr 2006 gab es in Wales eine Sperrstunde, die regelte, dass ab 23 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden durfte. Deshalb wird in Wales meist relativ früh, so gegen 16 Uhr, mit dem Feiern begonnen. "Vor ein paar Jahren mussten alle bis 23 Uhr dicht sein", so Max. Das ist zwar heute nicht mehr so, aber als Gewohnheitstier fällt es dem Waliser schwer sich an die neue Trinkfreiheit zu gewöhnen.



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