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Mittwoch, 5. November, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: David Lochner

Schon gesehen? Ein Quantum Trost

Sein Name ist Bond, James Bond

Die Erwartungshaltung an den neuen Bond ist immens. Casino Royal verlieh der Filmreihe von Ian Fleming einen komplett neuen Look. James Bond ist wieder zurück, aber irgendwie auch nicht.

James Bond

Daniel Craig als James Bond in "Ein Quantum Trost". (Foto: Sony Pictures)

Regisseur Marc Foster setzt mit "Ein Quantum Trost" noch mal einen drauf und bricht alle Tabus. Schon kurz vor dem offiziellen Filmstart schaute medien-mittweida.de in den aktuellen Bondstreifen hinein. Ab dem 6. November 2008 läuft "Ein Quantum Trost" in den deutschen Kinos.

Jeder Bondfilm hatte bisher seinen eigenen Stil, seine eigene Geschichte und oft einen eigenen Bonddarsteller. Und jeder Film ist eine in sich abgeschlossene Story. Mit "Ein Quantum Trost" ist das nun endgültig vorbei. Der Film ist die Fortsetzung seines Vorgängers. Wer den neuen Bond verstehen will, sollte vorher unbedingt noch einmal "Casino Royal" schauen, um hinter den eng gesponnenen Handlungsstrang des aktuellen Streifens zu blicken.

So brutal wie nie

Bond ist mies gelaunt und so brutal wie nie. Seine aktuelle Mission macht er zu seiner persönlichen Angelegenheit. Schon von Beginn an hat der Zuschauer das Gefühl, dass Bond etwas ganz anderes will als seine Mission zu erfüllen. Er ist auf der Suche nach den Mördern seiner geliebten Vesper Lynd, die er im vorhergehenden Teil verloren hat. Mit radikaler Vorgehensweise radiert er eine Kontaktperson nach der anderen aus, teilweise sogar bevor er die Informationen bekommt, nach denen er eigentlich sucht. Sein Blick ist stets starr und steif. Er ist im Kampf mit sich selbst, zwischen Zorn und Pflicht.

Es ist ein wutentbrannter Bond, der mit seiner Waffe um sich ballert, statt edler Sprüche zu klopfen, wie es seine Vorgänger taten. Eine Eigenschaft, die in Casino Royal ihren Anfang nahm. Da waren Roger Moore oder Pierce Brosnan schon charmanter.

So sentimental wie nie

"Ein Quantum Trost" gleicht einem charakterlichen Niedergang. Wir bekommen tiefe Einblicke in Bonds Seele. Der Geheimagent steht im Abseits. Nachdem der MI6 Bonds tatsächliche Absichten durchschaut hat, ist er auf sich allein gestellt. Ja sogar M glaubt ihm nicht mehr. Er ist verlassen und kann keinem mehr trauen. Nur ein alter Freund scheint ihm noch Hilfe zu gewähren. Bond wird so sentimental, wie wir ihn noch nie zuvor gesehen haben.

Gleich zwei Bondgirls unterstützen dieses Gefühl im Film. Eine davon schafft es sogar Bond regelrecht zu verwirren. Bond scheint regelrecht nach einem Ersatz für seine Vesper zu suchen. Wenn er Camille zärtlich beschützend in den Armen hält oder sich von ihr sagen lässt: "James, Ich würde Dich gern befreien" und tippt ihm an die Stirn "Aber Dein Gefängnis ist hier oben drin". Im Anschluss verlässt sie Bond mit absoluter Coolness. Coolness die bis jetzt immer Bond vorbehalten war.

So schlicht und kurz wie nie

Alle Kinogänger sollten die ersten zehn Reihen des Saals meiden. Der Schnitt des Films ist teilweise so schnell, dass das normale Auge kaum noch hinterherkommt. Der Zuschauer wird regelrecht erschlagen. Die ruhig inszenierten Zwischenszenen bringen wieder den nötigen Ausgleich. Aus dem hohen Erzähltempo resultiert vielleicht auch, dass der Film mit 106 Minuten letztlich der kürzeste Film der Bondreihe ist. Dennoch geht der Betrachter unheimlich beruhigt aus dem Kinosaal ohne ernsthaft das Gefühl gehabt zu haben in einem Actionfilm gewesen zu sein. Neben einer gigantischen Flugzeugverfolgungsjagd, sollte der actionliebende Bondfan lieber einen Gang zurückstellen, Slow Motion und emotionale Momente sind keine Seltenheit.

Ein Quantum Trost für Bond

Für alle die James Bond noch nicht kannten, ist "Ein Quantum Trost" neben "Casino Royal" der perfekte Einstieg. Beide Filme ziehen einen Schlussstrich unter die letzten 44 Jahre Bondgeschichte. "Ein Quantum Trost" gleicht einem actionreichen Kunstfilm, der in seiner Eigenart so sympathisch ist, dass der Betrachter jegliche Kritik vergisst. Regisseur Marc Forster dreht den harten Geheimagenten auf den Kopf und zeigt wie schwer es ist, seine Emotionen unter Kontrolle zu behalten. Wer sich fragt, woher der dämlich klingende Name "Ein Quantum Trost" kommt, wird nun endlich eine Antwort finden.



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