Zu Favoriten hinzufügen


Donnerstag, 20. November, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Lena Belz

Bücherempfehlungen von und für Medienstudenten

Lesestoff für Medienstudenten

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, denn: Es erweitert Wortschatz und Kommunikationsvermögen und erhöht die Konzentration. Welche Bücher empfehlenswert sind, fragte medien-mittweida.de Medienstudenten und -professoren.

"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"

Ein Muss für angehende Journalisten und Medienstudenten: Bastian Sicks "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" (Foto: Lena Belz)

Wer liest, weiß mehr: es verschafft breiteres Allgemeinwissen, eine fundierte  eigene Meinung und einen weiteren Horizont. Der Leser setzt sich beim "Schmökern" mit der deutschen Sprache, Rechtschreibung und Orthographie auseinander. Mit welchen Büchern sich Studenten und Professoren fit für den journalistischen Alltag machen, verrieten sie medien-mittweida.de.

Zu "Anleitung zum Unglücklich sein" von Paul Watzlawick - Lea Weirich:

Lea's Buchtipp kommt von Paul Watzlawick mit seinem Beststeller "Anleitung zum Unglücklichsein". Es geht um die tatsächliche Wirklichkeit der Realität. In seinem Buch zeigt er, wie unnötig unerträglich Menschen ihr Leben gestalten können. "Dieses Buch ist eher für die Manager interessant, weil man viel über Kommunikation und Wahrnehmung lernt und das sind ja zwei sehr wichtige Themen bei unserer Arbeit", so Weirich. Allerdings weiß die Studentin, dass die meisten das Lesen dieses Buchs als überaus anstrengend empfanden. "Das geht nicht so im Flutsch wie 'Neununddreißigneunzig' von Frédéric Beigbeder".

Zu "Neununddreißigneunzig" von Frédéric Beibeder - Lea Weirich:

Dieses Buch hat Lea so in seinen Bann gezogen, dass sie es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Das Buch handelt von einem kreativen Genie einer Werbeagentur in Paris, der schmerzhaft feststellen muss, dass Ruhm nicht alles im Leben ist. "Bei 'Neununddreißigneunzig' muss man sich bewusst sein, dass das Buch schon ein paar Jährchen alt ist und auch wenn es eine wahre Geschichte ist, sie nicht unbedingt den wirklichen Alltag in einer Werbeagentur wiederspiegelt", betont Weirich. Das könne sie inzwischen mit Bestimmtheit sagen, da sie beim Workshop des diesjährigen Medienforums "Irrsinn, Arroganz, Genie" die beiden Jungs von der Hamburger Werbeagentur "kempertrautmann" dazu gefragt habe. Trotzdem ein empfehlenswertes Werk.

Zu "Gossenreport" von Gerhard Henschel - Ellen Schaller:

"Auf 'Gossenreport' bin ich zufällig gestoßen", erzählt Ellen Schaller, Medienstudentin im ersten Semester. Da sich die Studentin schon immer über die Berichterstattung der Boulevardzeitung BILD aufgeregte, sprach die Titelunterschrift "Betriebsgeheimnisse der BILD-Zeitung" sie natürlich sofort an. "Ich finde dieses Buch gerade für Medienstudenten lesenswert, da die BILD die deutsche Massenmedienlandschaft ausmacht und demnach tagtäglich Einfluss auf eine große Anzahl von Leuten hat".

"Auch für tägliche BILD-Leser ist es empfehlenswert, da ihnen dieses Buch vor Augen führt, wie BILD-Reporter Menschenleben mit ihren Gerüchten und Skandalgeschichten zerstören", erklärt sie. Seitdem sie "Gossenreport" gelesen hat, sei ihre Antipathie für diese Art Berichterstattung nicht mehr nur aus einem Gefühl heraus begründet, sondern mit Tatsachen belegt. "Ich hinterfrage seitdem fast jede aufregende Geschichte, die in den Medien groß publik gemacht wird". Sie bedauert, dass es vielmals nur um Skandale und damit verbundenen hohen Verkaufszahlen geht.

Zu "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" von Bastian Sick - Alexander Loos:

Ein unterhaltsames Buch, das Missgeschicke und Irrtümer der deutschen Sprache aufgreift und sie, eingebettet in Alltagssituationen, richtig stellt.
 "Das Buch sollte man unbedingt gelesen haben, um sich den Feinheiten und Zweifelsfällen der deutschen Sprache einmal anzunehmen", erklärt Medienstudent Alexander Loos. "Es ist sehr witzig und kurzweilig geschrieben und hat immer viele Beispiele als Erklärung parat". Oft erkenne sich der Leser selbst in aufgezeigten Fehlern und wisse dann gleich, wie es richtig ist. "Zum Beispiel die richtige Verwendung von 'wie' und 'als' bei einem Vergleich, welche ich oft miteinander vertauschte", erinnert er sich.

Zu "Die Befehlskette" von Seymour M. Hersh - Professor Müller:

Medienprofessor Horst Müller empfiehlt Studenten dieses Werk, das im Oktober 2004 erschien. "Ich mache auch in Vorlesungen und Vorträgen zum Thema Journalismus kein Geheimnis daraus, dass ich ein regelrechter "Fan" des US-amerikanischen Enthüllungsjournalisten Seymour M. Hersh bin", erläuterte Müller.

Im Buch "Die Befehlskette" sind die Artikel zusammengefasst, die Hersh im "New Yorker" nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bis zur Aufdeckung der Grausamkeiten der US-Besatzer im Nachkriegs-Irak im Frühjahr 2004 veröffentlichte. "Aus meiner Sicht schreibt kein Autor gradliniger, verständlicher und zugleich ergreifender". Wer die englische Sprache beherrsche, der solle die Originalfassung "Chain of Command" lesen. Denn in der deutschen Übersetzung sei der unvergleichliche Stil des Autors nur noch ansatzweise erkennbar. In Sachen investigativer Journalismus können Studenten eine Menge von Hersh Texten lernen.

In diesem Zusammenhang bleibt am Ende zu sagen, dass vor allem Medienstudenten auch hin und wieder ein englisches Buch zur Hand nehmen sollten. "Immer wieder mal an englischsprachige Literatur wagen, um sich nicht nur fachlich, sondern auch sprachlich weiterzuentwickeln", meint dazu Jan Holubek, Medienstudent der Hochschule Mittweida. Infolge der Globalisierung würden Sprachkenntnisse immer wichtiger.


Viel Spaß beim Schmökern und Bilden.



» Zurück
Footer