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Freitag, 21. November, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Lisa Dres

Welttag des Fernsehens

Zwischen Pop und Bildungsauftrag

Heute ist Welttag des Fernsehens. Ursprünglich dazu bestimmt, Fernsehmacher aufzufordern, den Einfluss des Fernsehens sinnvoll einzusetzen. Doch wer sich in der TV-Landschaft umsieht, wird nicht immer viel davon sehen.

Fernbedienung

Zukünftig einfach öfter mal abschalten. (Foto: Michael Jurman)

Ursprünglich findet der Welttag des Fernsehens in Erinnerung an das erste Weltfernsehforum der UNO von 1996 statt. Ein jährliches Zusammentreffen von TV-Unternehmern und Experten aus aller Welt, bei dem neue Wege und Perspektiven für das Fernsehen erörtert werden. Der Welttag des Fernsehens soll dazu auffordern, das Medium mehr zur Unterstützung des Friedens und der Sicherheit weltweit einzusetzen und seine Möglichkeiten somit sinnvoll zu nutzen.

Vor allem aufgrund der Reichweite haben die Fernsehmacher immer auch eine gewisse Verantwortung. Doch diese wird im deutschen Fernsehen offensichtlich schon seit längerem nicht mehr ausreichend wahrgenommen. Viele Experten beschweren sich über flache Sendungen, schlecht recherchierte Beiträge und die Vermischung von redaktionellen Inhalten und Werbung.

ARD und ZDF zwischen Erfolgsdruck und Bildungsauftrag

Vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen Bildungsauftrag. Auch wenn es schwer ist, diesem immer nachzukommen. ARD und ZDF haben zu kämpfen und müssen sich auch an Private anpassen, um mithalten zu können. Natürlich kommt es auch hier auf die Quoten an. Kuno Haberbusch, Leiter des Medienmagazins "ZAPP" in der ARD, sieht dafür aber noch einen anderen Grund. Im Interview mit medien-mittweida.de sagte er vergangene Woche: "Wir werden von Allen mit Gebühren finanziert. Dann sollten wir auch Programme anbieten, die möglichst vielen Leuten gefallen, die möglichst viele Leute einschalten. Und wenn der Geschmack so ist, wie er ist, dann haben wir bisweilen das Recht auch solche Produkte anzubieten – nicht nur, aber auch."

Quoten als Legitimation für Alles

Aber in den letzten Jahren tendieren die Medienmacher dazu, damit alles zu rechtfertigen. Die Masse bestimmt was gesendet wird. Was das Publikum einschaltet, wird auch produziert – das Niveau spielt dabei keine Rolle. Kuno Haberbusch sieht das allerdings anders: "Ich bin persönlich manchmal schon ein bisschen betrübt, über das Niveau mancher Unterhaltungssendungen bei uns in den öffentlich-rechtlichen Sendern. Es gibt Sendungen bei denen ich denke, wir könnten es besser, wir sollten es intelligenter machen."

Massenverdummung und Individualprogramm

In Zukunft wird es wohl das Wichtigste sein, diese gesunde Balance zwischen Niveau und Unterhaltung wieder herzustellen. Sonst tendiert das Fernsehen mehr und mehr zu einem Medium der Unterschichten. Schon jetzt weichen vor Allem junge und gebildete Gruppen auf andere Kanäle aus und verschaffen sich ihre Inhalte im Internet. Der Trend zum individuell zusammengestellten Programm ist unaufhaltsam. Wie das Fernsehprogramm zukünftig aussehen wird und ob es das klassische System noch lange gibt, wird sich zeigen.

Aber die Vorstellung, was aus dem deutschen Fernsehprogramm wird, wenn man sich weiter ausschließlich an Einschaltquoten orientiert, ist beängstigend. Dazu Haberbusch: "Es ist ein Dilemma – Was der Zuschauer will soll er bekommen, auch wenn es uns im Einzelfall schmerzt."

Zusätzlich hat sich für 99drei Radio Mittweida Maria Pfeiffer mit dem Thema beschäftigt. Hören Sie hier ihren Beitrag:




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