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Sonntag, 11. Januar, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Juliane Henze

Themenwoche: Schächten

Unnötige Schmerzen vermeiden

In der Türkei ist Schächten in einem Schlachthof ohne Einschränkung erlaubt. Trotzdem ist die Betäubung der Tiere in vielen türkischen Schlachtbetrieben üblich. medien-mittweida.de liegt eine Stellungnahme des Hohen Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei zu diesem Thema vor.

Themenwoche Schächten

Schächten in der Diskussion (Foto: Jens Strahovnik / Quelle: pixelio.de)

Die Ablehnung der Verfassungsbeschwerde des hessischen Metzgers Altinküpe hat die Diskussion um das Schächten von Tieren ohne Betäubung in Deutschland erneut entfacht. Darüber berichtete medien-mittweida.de am 15. Dezember 2008. Im gesamten Land äußerten sich Religionsanhänger und Tierschützer zu der Thematik. In Deutschland ist das betäubungslose Schächten seit Jahren ein heikles Thema. Doch wie sieht die Situation in der Türkei aus? Einem Land, in dem sich ein Großteil der Bevölkerung zum Islam bekennt und es keinerlei Vorschriften zur Betäubung von Tieren gibt.

Perfektionismus als Grundprinzip

Das Hohe Amt für religiöse Angelegenheiten in der Türkei legt Wert darauf, dass das Schächten vorschriftgemäß abläuft. In der aus dem Türkischen übersetzten Stellungnahme heißt es:

"Die islamische Religion hat den Perfektionismus zum Grundprinzip erklärt. Im Bezug auf das Schächten erwartet sie von ihren Gläubigen auch diese Gründlichkeit. Aus diesem Grunde soll das Schlachttier weder gequält werden, noch unnötig leiden. Der Schlachtvorgang soll nur von fachkundigem Personal schnell vollzogen werden. […]

Um unnötige Aufregung zu vermeiden, sollen die Tiere während des Schlachtvorgangs getrennt und ohne Blickkontakt zueinander gehalten werden.

Die Betäubung der Tiere vor dem Schächten, ist nicht gegen den islamischen Sinn des Schächtens. Lediglich darf das Tier während oder auf Grund der Betäubung nicht sterben."

Dass dies nicht nur der Meinung von Dr. Muzaffar Sahin, dem Verfasser der Stellungnahme entspricht, zeigt die Praxis. Der größte Schlachthof der Türkei, "Tansas" in Izmir beispielsweise,  verwendet seit mehreren Jahren eine Elektrobetäubung für Schafe und eine Schlagschussbetäubung für Rinder, bevor die Tiere geschächtet werden. Die Betäubungsmethoden und –geräte wurden dem Schlachtbetrieb von "Animal Life- Tierschutz ohne Grenzen" erklärt und zur Verfügung gestellt. Laut Aussage der "Animal Life"- Mitarbeiter wurden die Betäubungsverfahren mit großer Akzeptanz aufgenommen. Generell scheint die Betäubung der Tiere vor der Schächtung in der Türkei viel Zuspruch zu finden, wie auch Ullrich Dittmann vom "Arbeitskreis für Tierschutz"  feststellt. Demnach fehlen häufig nur die finanziellen Mittel, um einen türkischen Schlachtbetrieb mit dem Betäubungsgeräten auszustatten.



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