Von: Nico Geitel
Campus-Serie: "Hochschule mit Leidenschaft"
Ein Dekan und Abenteurer
Ein Dekan hat an einer Hochschule viel zu tun. Umso wichtiger ist es, neben der Arbeit die wenige Freizeit effektiv zu nutzen. Professor Hartmut Lindner hat einen Weg gefunden, Arbeit und Freizeit zu verbinden.
Professor Lindner war einst Student an der Mittweidaer Ingenieurhochschule. Heute ist er Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften. Nebenbei pflegt er viele Hobbies. Er spielt Klavier, zeichnet, drechselt mit Holz und treibt gern Sport. Doch die wahre Leidenschaft des vielseitig interessierten Professors ist das Reisen.
Hinaus in die weite Welt
In der DDR blieb Dekan Lindner die Reisefreiheit verwehrt. Nun nutzt er alle Möglichkeiten des Reisens, die sich ihm bieten. "Ich möchte die Welt kennen lernen und genieße die Freiheit zu Reisen", sagt er. Ihn interessieren dabei besonders die Lebensweisen von Menschen aus anderen Erdteilen. Dabei reist er nicht nur aus persönlichem Interesse. Auf Dienstreisen verbindet Professor Lindner Hobby und Beruf. Gern erzählt er auch den Studenten von seinen Erfahrungen. "Vielen jungen Leuten ist gar nicht mehr bewusst, in was für einem wohlgeordneten System wir in Europa eigentlich Leben", erklärt Lindner.
Eine Liebe für Afrika
Die klassische Touristenreise hat für Herrn Lindner keinen Reiz. Er möchte unberührte Natur und Abenteuer hautnah erleben. Am meisten begeistert ihn Afrika. Auf sich allein gestellt war Lindner mit einem Jeep im Sommer 2006 drei Wochen in Namibia unterwegs. "Dabei gingen schon mal an einem Tag drei Reifen kaputt", so Lindner. An einem Abend wurde Professor Lindner von einer Pavianherde überrascht, als knapp 60 Tiere seinen Wagen umstellten und Futter verlangten. In der Wüste Namib wanderte Lindner nur mit einem Rucksack durch die Sanddünen. Außerdem bestieg er in Tansania den Kilimandscharo, den höchsten Berg Afrikas. "Ein Traum sind die Sonnenuntergänge in Afrika wenn sich der Sternenhimmel eröffnet", schwärmt Professor Lindner.
Vom Student zum Dekan
Seine Karriere begann Herr Lindner 1968 an der Mittweidaer Ingenieurhochschule. Vier Jahre lang studierte er Informationselektronik und arbeitete danach fast 20 Jahre als Patentingenieur und Investbauleiter. Aus seiner Arbeit entstand zum Beispiel die Mittweidaer Pudding Fabrik, welche noch heute produziert. Wieder an der Hochschule Mittweida, wurde Lindner 1992 zum Professor berufen. Seither hält er Vorlesungen für Betriebswirtschaft, Arbeitswissenschaft und Produktionsmanagement. Für seine Lehre profitiert er von seinen Erfahrungen. "Ich habe die Wirtschaft aus der "worst case" Seite erlebt. Aus dem, was alles Falsch gehen kann, kann ich heute entsprechende Ratschläge den Studenten mitgeben", erklärt Lindner. Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften ist Professor Lindner seit sechs Jahren Dekan.
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