Von: Katharina Pocher

"Campus Times": Das erste Studentenmedium - Teil 1
Made in Mittweida
Die Hochschule Mittweida bietet Medienstudenten praxisbezogene Module. Seit der Entstehung des Studiengangs Medientechnik 1994 engagieren sich Studenten in Rundfunk, Print- und Onlineprojekten. Doch wie fing alles an?

"Campus Times" das erste Hochschulmedium Teil 1 (Foto/Montage: Alexander Haase)
»Fotoserie
medien-mittweida.de stellt in einer dreiteiligen Serie die erste Mittweidaer Studentenzeitung vor: die "Campus Times". Sie ist eine 1993 gegründete Hochschulzeitung des Fachbereichs Elektro- und Informationstechnik. "Es war wohl das Zusammentreffen von verschiedenen Interessen, die sich alle in dem Thema Studentenzeitung schnitten", sagt Steffen Uhlig, ehemaliger Elektrotechnikstudent Mittweidas. Vor über zehn Jahren verließ er die Hochschule. An die Zeit in der er der Redaktion dieser Zeitung angehörte, erinnert er sich jedoch noch genau.
Von der Seite zum Blatt
Mit Hilfe eines Aushangs in der Mittweidaer Hochschule suchte 1993 der Redakteur der Freien Presse, Stefan Ulmen, Studenten, die bereit waren mit ihm eine eigene Hochschulseite in der Lokalzeitung zu erstellen. Mit kurzen Artikeln und Fotos sollten sie über das Studentenleben berichten. Steffen Uhlig war einer der Studierenden, die sich bei der Umsetzung einbringen wollten. "Beim ersten Treffen mit Stefan Ulmen stellte sich jedoch schnell heraus, dass wir Studenten Ideen hatten, die sich schwer im Rahmen einer Tageszeitung umsetzen ließen", sagt Steffen Uhlig und fügt hinzu: "Wir wollten nicht nur Artikel zuliefern, sondern eine komplette Zeitung selbst produzieren."
Dreimann-Redaktion
Im Herbst 1993 beschlossen die Studenten Steffen Uhlig, Roland Schulz und Mike Lischke eine eigene Campuszeitung zu konzeptionieren und produzieren. Vorerst als Erstsemester-Information veröffentlicht, erschien am 12. Oktober 1993 die erste Ausgabe der "Campus Times". Unter Herausgabe des Studentenrates waren Themenschwerpunkte die knappen Plätze im Studentenwohnheim und die Einführung des "U-Key" - der elektronischen Bezahlung in der Mensa. Zudem wurde scherzhaft der Einzug der Sozialwissenschaftsstudentinnen in das bis dahin von vorwiegend männlichen Studenten geprägte Roßwein thematisiert.
Roland Schulz schrieb einen Großteil der Artikel, Mike Lischke kümmerte sich um Satz und Layout und Steffen Uhlig belieferte die Mini-Redaktion mit Fotografien. Einen festen Platz in der Zeitung hatten "Lumi", der Veranstaltungskalender des Studentenclubs und die "Briefe an die Leser", bei denen die Redaktuere mit viel Humor Meinungen und Kommentare publizierten. Zu Beginn der Herausgabe 1993 waren die Inhalte noch auf die Hochschule und Mittweida beschränkt. Nach und nach kamen Artikel über lokale Bands oder neue Kinofilme hinzu.
Ausverkauft und Abgegriffen
Mit der Zeit änderte sich nicht nur das Aussehen der "CaTi", auch das Interesse an ihr wuchs. So erzählt Steffen Uhlig: "Die Einrichtung des späteren Fachbereichs Medientechnik wirkte sich positiv auf den Zulauf unserer Zeitung aus. Medientechnik- und Informatikstudenten brachten eine neue Professionalität in Sachen Gestaltung und Druck in den Arbeitsablauf ein." Die Ausgaben erschienen drei bis fünf Mal jährlich.
"Ich kann mich erinnern, dass wir einmal 1 200 Exemplare verkauft hatten. Die 'CaTi' lag auch in der Bibliothek aus. Anhand des abgegriffenen Zustands konnte man sich davon überzeugen, dass wir offenbar auch weit mehr Leser als Käufer hatten", so Steffen Uhlig. Vom passend zur Campus Foto-Love Story beigefügten Kondom bis hin zum Campusspiel mit dazugehörigen Würfeln und Setzfiguren, die "Campus Times" bot ihren Lesern immer abwechslungsreiche Ausgaben mit Sammelcharakter.
Was bleibt ist Stolz
Fünf Jahre lang - von 1993 bis 1998 produzierten Mittweidaer Studenten die "Campus Times". Was mit drei Studenten und der Unterstützung einiger Professoren, wie Holger Pfahlbusch, Professor des Fachbereichs Elektrotechnik und Prof. Dr.-Ing. Lothar Otto, dem heutigen Rektor und damaligen Kanzler der Hochschule Mittweida begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem fachübergreifenden Studentenprojekt.
Die "CaTi" hatte Durchhaltevermögen: "Oft schlafen studentische Projekte ein, wenn die Gründer von Bord gehen", sagt Steffen Uhlig. Er verließ nach Mike Lischke und Roland Schulz 1995 die Redaktion der "Campus Times" aufgrund eines Auslandsstudiums. Trotzdem produzierten viele Nachfolger bis Herbst 1998 und heute steht noch das ein oder andere Exemplar in den Regalen einiger damaliger Leser. So sagt Steffen Uhlig: "Ich war und bin stolz auf die "CaTi"; vor allem darauf, dass es sie so lange gegeben hat".
» Zurück




