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Dienstag, 5. Mai, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Sebastian Opitz

Medientreffpunkt: Qualitätsjournalismus im Internet

Keine Spenden für Journalisten

Die Verleger von Onlinemagazinen wie stern.de und faz.net haben ein Problem: Ihre Netzangebote kosten mehr, als durch Werbung in die Kassen fließt. Um hochwertigen Journalismus auch im Internet zu bezahlen, braucht der Markt Ideen. Auf Spenden wollen sich Medienmacher nicht einlassen.

"Ich glaube nicht an das Spendenmodell", so Fried von Bismarck. (Foto: Martin Glass)

"Ich glaube nicht an das Spendenmodell", so Fried von Bismarck. (Foto: Martin Glass)

Wolfgang Blau beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland. (Foto: Martin Glass)

Wolfgang Blau hält Spenden für möglich. (Foto: Martin Glass)

Das Internet-Lexikon Wikipedia hat es vorgemacht. Vielfältiges Wissen steht jedem zur Verfügung, der die Website der Enzyklopädie besucht, kostenlos und meist objektiv. Wenn Nutzer möchten, spenden Sie über das Bezahlsystem PayPal einen beliebigen Betrag und fördern so das Projekt. Ähnliche Konzepte verfolgen Softwareanbieter und Hobbyprogrammierer mit nützlichen Anwendungen oder Internet-Spielereien.

Auch Nutzer von Onlinezeitungen könnten so ihre bevorzugte Redaktion unterstützen. Der Chefredakteur von ZEIT online Wolfgang Blau gibt dem Spendenmodell eine kleine Chance: "Ich könnte mir vorstellen, dass man vielleicht mal einzelne Projekte, wo man sagt, das ist anders nicht möglich, so finanziert." Doch das Spendenmodell lebe vom "David-gegen-Goliath-Motiv" und Medienmarken wie SPIEGEL, STERN und ZEIT würden von Onlinenutzern nicht als David verstanden werden, so Blau gegenüber medien-mittweida. Wieviel Geld die Verlage für ihre Arbeit brauchen und wie unterstützenswert ein Onlinemedium ist, könnten Leser nicht verstehen.

Fried von Bismarck ist Mitglied des deutschen Presserates und Geschäftsführer der SPIEGELnet GmbH. Er hofft, dass auch in Zukunft verschiedene Meinungen und Darstellungsformen im Netz zu finden sind. "Diese vielfältigen Angebote – das lässt sich über Spenden nicht machen", so von Bismarck auf Anfrage von medien-mittweida. Statt an wohlwollende Spender glaubt er an "ganz normale Bezahlmodelle" wie Werbefinanzierung oder Micro-Paying. Das bedeutet, dass der Nutzer erst dann Berichte und Multimedien einsehen kann, wenn er vorher dafür bezahlt hat.

Verlage könnten das Spendenmodell leicht umsetzen

Auch die Firma T-Systems Multimedia Solutions bietet Verlagen so einen Micro-Paying-Dienst an. Projektleiter Thomas Wolf von T-Systems hält die Idee, Online-Redaktionen mit Spenden zu unterstützen für leicht umsetzbar, es gebe verschiedene Bezahlwege und technologisch seien Spenden kein Problem. Die Entscheidung liegt also bei den Verlagen, ob sie dieses Konzept in Zukunft testen wollen.



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