Von: Katharina Pocher

"Campus Times": das erste Studentenmedium - Teil 2
Abo auf Lebenszeit
medien-mittweida.de berichtet in einer dreiteiligen Serie über die "Campus Times". In dieser Woche erzählt Holger Pfahlbusch, Professor des Fachbereichs Elektrotechnik, über seine Erinnerungen an die Produktionszeit und sein Abo auf Lebenszeit.

Teil 2 der Serie: "Campus Times" das erste Studentenmedium (Foto/Montage: Alexander Haase)
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Im Regal hinter seinem Schreibtisch stehen sie chronologisch aufgereiht und unversehrt: "Ich habe sie alle: von der Erstausgabe der 'Campus Times' bis hin zum letzten Exemplar", sagt Professor Pfahlbusch lächelnd. Die "Campus Times", ins Leben gerufen von drei Mittweidaer Studenten, fand vom Entstehungstag an in Herrn Pfahlbusch, Gründungsdekan des Fachbereiches Elektrotechnik/Elektronik, einen finanziellen Förderer und begeisterten Leser.
Starthilfe
Steffen Uhlig, Roland Schulz und Mike Lischke, Studenten des Jahrgangs 1992 und Gründer der "Campus Times" suchten im Sommer 1993 logistischen Beistand und finanzielle Hilfen betreffend der Produktion der geplanten Studentenzeitschrift. Professor Holger Pfahlbuschfand war dem kleinen Team von Beginn an eine große Stütze. Er half Kontakte zu knüpfen und stellte einen kleinen Raum an der Hochschule für die Produktion der "Campus Times" zur Verfügung. "Ich war davon überzeugt, dass die jungen Herren eine Chance verdient haben. Ihre Absichten waren gut, das Konzept zwar noch nicht ganz durchdacht, aber ein Risiko geht man ja immer ein."
Kooperation und Finanzierung
Träger und Herausgeber der "CaTi" war der Studentenrat. Dieser schaffte eine rechtliche Basis und prüfte fortlaufend die Finanzen. Durch die Hilfe von Professor Pfahlbusch und dem Studentenrat wurde der "Campus Times"-Redaktion einer der ersten Computer der Hochschule zur Verfügung gestellt. Professor Pfahlbusch erinnert sich: "Es war ein 486er Intel PC mit 32 MB RAM, für damalige Verhältnisse hoher Standard, allein der RAM kostete zu dieser Zeit 3 200 DM."
Die Hochschule unterstütze das Team der Studentenzeitung mit Technik und finanziellen Fördermitteln. Im Gegenzug half diese bei der Erstellung mehrerer Broschüren der Hochschule, so zum Beispiel bei der „Erstsemester-Info“ oder bei der Gedenkbroschüre zum 50. Todestag von Alfred Udo Holzt.
Ideen und Umsetzung
Die "Campus Times" wurde anfangs schwarz-weiß mit einer Sonderfarbe, später dann durchgehend bunt gedruckt. Im ersten Jahr der Zeitung entstanden die Druckvorlagen auf eine - aus heutiger Sicht - abenteuerliche Art und Weise. "Der Fachbereich Informatik hatte damals den besten Laserdrucker der Hochschule, mit diesem druckten wir auf transparente A4-Folien die anschließend als Druckplatten dienten", so Professor Pfahlbusch.
Natürlich konnten auch damals nicht alle Wünsche betreffend Umfang und Aussehen der Zeitung umgesetzt werden. "Kompromisse zu schließen mussten die Studenten lernen, manche Ideen konnten verwirklicht, andere mussten verworfen werden", sagt Professor Pfahlbusch. Mit einer Mark pro Exemplar konnten die laufenden Kosten für Belichtung und Druck nicht gedeckt werden. Somit sicherte die "CaTi" ihr Bestehen aus verkauften Anzeigen an örtliche Händler und Gewerbetreibende. Neben der Freien Presse und der Kreissparkasse Mittweida schalteten auch Diskotheken und Optiker aus Mittweida und Umgebung ihre Werbung.
Abonnent der ersten Stunde
Mit den Studenten entwickelte sich auch die "Campus Times". "Produktions- und Lernprozesse lagen immer nah beieinander", so Holger Pfahlbusch. Er erinnert sich noch an das ein oder andere Missgeschick: "Einmal hatten die Studenten sich verschätzt und die gedruckte Auflage zu klein gewählt." Durch diese Fehleinschätzung gingen viele Liebhaber, die gern einen kompletten Bestand der "CaTi" haben wollten, vorerst leer aus. Bei einer späteren Rückkaufaktion wurden durch das Redaktionsteam gut erhaltene Exemplare zum Originalpreis zurückerworben und an die Sammler weitergegeben. Stolz erzählt Professor Pfahlbusch: "Übrigens, die 'CaTi' hatte in ihrer gesamten Geschichte nur einen einzigen Abonnenten: mich." Als Dank für die Unterstützung der "Campus Times"- Redaktion haben die Gründungsmitglieder Professor Holger Pfahlbusch ein Ehren-Abo auf Lebenszeit geschenkt. Die Abokarte trägt er auch heute noch bei sich und sagt diesbezüglich: "Wenn Studenten noch einmal auf die Idee kommen sollten, eine 'Campus Times' zu produzieren, werden sie verpflichtet sein, mir diese Exemplare zukommen zu lassen."
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