Von: Jan Holubek

Cosmopolitan Club veranstaltet "Fest der Nationen"
Die Welt zu Gast in Mittweida
Internationale Leckerbissen, Live-Musik, ein Flohmarkt und die Meisterschaft im Tauziehen – der Cosmopolitan Club bot zum zweiten Tag des "Campus Festival Mittweida" ein abwechslungsreiches Programm, das Gäste vieler unterschiedlicher Nationen begeisterte.

Das "Fest der Nationen" - der Höhepunkt der internationalen Länderabende des Cosmopolitan Club auf dem Campus (Foto: Sandra Müller/ Bearbeitung: Alexander Haase)
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Der Campus der Hochschule Mittweida bietet einen farbenfrohen Anblick: Auf der Wiese zwischen Grunert-de-Jácome- und Walter-Bruch-Bau steht ein großes, nach jeder Seite offenes Zelt, direkt dahinter eine Bühne. Aus den Lautsprechern klingt dezent Musik verschiedener Genres, so dass sich die über 60 Gäste auf den Ruheliegen und rund um das Zelt herum gut unterhalten können. Die bunten Flaggen verschiedener Nationen in den Bäumen und an der Bühne zeigen: Wir befinden uns auf dem "Fest der Nationen", dem Höhepunkt der internationalen Länderabende, die der Cosmopolitan Club mehrmals im Semester veranstaltet.
Entdecken und genießen
Rechts vom Zelt ist der Basar aufgebaut: Die Studenten der Hochschule haben hier die Möglichkeit, alle möglichen gebrauchten oder nicht mehr benötigten Dinge anzubieten. Besucher stöbern in Stapeln von Lehrbüchern, begutachten Autoradios, bewundern prachtvoll bestickte Handtaschen und staunen, dass sogar Spülbecken und ganze Spiegelschränke zum Verkauf angeboten werden. Auf der anderen Seite des Zeltes befindet sich ein Informationsstand. Maria Horschig, Leiterin des Cosmo Clubs, präsentiert das neue Logo und die neuen T-Shirts. "Nach über zehn Jahren wurde es einfach Zeit für etwas frischen Wind", sagt sie und zeigt stolz ihr Shirt mit der Aufschrift "Cosmopolitaner". Spätestens, wenn sie den Gästen lächelnd eine Neapolitaner-Waffel anbietet, wird ihnen die Zweideutigkeit bewusst.
Nach einer reichlichen Stunde wird um 15 Uhr das Buffet eröffnet. Ausländische Studenten der Hochschule Mittweida stellen den Besuchern kulinarische Spezialitäten aus ihrer Heimat vor, darunter befinden sich Speisen aus Bulgarien, der Türkei, China, Ungarn, der Ukraine und Frankreich. Besonders beliebt sind die französischen Crêpes, hier bildet sich bald eine lange Schlange. Olga Gorbatova und Olga Schurygina aus Russland haben eine große Schüssel voll "Pelmeni" zubereitet. Die mit Fleisch gefüllten Teigtaschen sind ein russisches Nationalgericht. Olga Gorbatova verweist auf einen Korb, in dem auf einem rot bestickten Tuch Brot und Salz liegen. "So begrüßt man in Russland seine Gäste", erklärt sie. "Das Brot steht für Wohlstand, das Salz soll vor Feuer und Unglück schützen und das Ornament auf dem Tuch steht für das Leben."
Meister am Hanfseil
Im Anschluss an die Verköstigung findet die Meisterschaft im Tauziehen statt. Von der Tatsache, dass sich nur drei Mannschaften im Vorhinein angemeldet haben, lässt Moderator Philipp Neumayer sich nicht beeindrucken: "Der junge Mann hier wollte auch gerne noch mitmachen und sucht dringend fünf Mitstreiter für sein Team namens 'Sponti'", ruft er aus und holt einen verdutzten Studenten aus der ersten Reihe an seine Seite. Tatsächlich finden sich schnell Gäste, die ebenfalls spontan an dem Wettbewerb teilnehmen wollen. Kurz darauf gibt Schiedsrichter Uwe Bart das Startsignal und das "Sponti-Team" zieht mit ganzer Kraft an dem Seil, an dessen anderen Ende sechs Mitglieder des Cosmo Clubs sich mächtig ins Zeug legen. Die erste Runde entscheiden die ausländischen Studenten für sich.
In der zweiten Runde tritt die Mannschaft "Gefährliches Halbwissen" gegen das Team "Studentenfasching" an. Letzteres besteht ausschließlich aus jungen Frauen, die sich extra für das "Fest der Nationen" aufwändig geschminkt und kreativ kostümiert haben. Dafür gibt es am Ende des Wettbewerbs den Preis für das beste Teamoutfit: ein Jahr lang kostenlose Teilnahme am Hochschulsport für jedes Team-Mitglied. Der Siegerpreis – je eine Karte für den Bandcontest "Sachsen rockt!" – geht an die Studenten des Cosmo Clubs. Für die anderen beiden Mannschaften gibt es Kuchen und Getränkegutscheine, die sogleich eingelöst werden.
Handgemachte Musik
Kurz vor 17 Uhr beginnt der dritte Teil des Programms. Den Anfang macht Medientechnikstudent Christian Troitzsch, der das Publikum mit selbst komponierten Liedern und eigenen Texten schnell für sich gewinnen kann. Mit Gitarre, Gesang und Wortwitz begeistert er deutsche wie ausländische Studenten gleichermaßen. Selbst als im vorletzten Lied eine Gitarrensaite reißt, bringt ihn das kaum aus der Fassung, seine Improvisation bringt ihm großen Beifall. Die zweite Live-Vorstellung gibt die 21-jährige Doreen Babin. Sie hat sich spontan entschieden, ihren Auftritt anzubieten: "Ich habe in einer E-Mail gelesen, dass alle Musiker willkommen sind und da dachte ich mir, ich nutze diese Chance." Hoch konzentriert und mit großer Fingerfertigkeit spielt sie auf ihrem Akkordeon bekannte Musikstücke wie Tango und Walzer und fasziniert damit die Zuhörer.
Den Abschluss der Veranstaltung bildet der Auftritt der Band "Fanfare Brassolina" aus Chemnitz. Mit Saxophon, Trompete, Posaune, Tuba und Schlagzeug spielen die fünf jungen Musiker so genannte Brassmusik aus Südosteuropa. "Mit unserer multikulturellen Musik wollten auch wir unseren Teil zu diesem internationalen Fest beitragen", erklärt Schlagzeuger Jan Zimmermann. Und das ist sowohl den Musikern als auch allen anderen Beteiligten gelungen, glaubt Organisator Frank Schönfeld: "Ich bin sehr zufrieden und begeistert, dass trotz des relativ schlechten Wetters so viele Gäste gekommen und geblieben sind. Daran haben unsere ausländischen Studenten einen erheblichen Anteil. Es war ein gelungenes 'Best-of' unserer internationalen Länderabende und ich freue mich schon auf nächstes Jahr."
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