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Samstag, 6. Juni, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Matthias Kofahl

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Lange Nacht der Wissenschaften

Chemie-Küsse und Rennwagen

Welche Leistung der hochschuleigene Rennwagen bringt und ob "Chemie-Küsschen" schmecken, diese Fragen beantworten die Fachbereiche zur "Langen Nacht der Wissenschaften" an der Hochschule Mittweida.

Das "Chemie-Eis" der Nacht der Wissenschaft. (Quelle/Foto: Mareike Fischer)

Die "Apfel-DNA" der Nacht der Wissenschaft. (Quelle/ Foto: Mareike Fischer)
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Lautes Radioprogramm und eine rote Signallampe zeigen, dass gerade eine  Sendung live "On Air" fährt. Die Campustour von Enrico Lorenz startet im  Sender von "99drei Radio Mittweida". Medientechniker Stefan Sturm nimmt ihn in Empfang und führt durch die Redaktion: "Gerade läuft TipTop, die Sendung über deutschsprachige Musik", erklärt Stefan. Annett Bors, eine Medienmanagerin, moderiert die Sendung. Als gerade Musik spielt, passt Enrico die günstige Gelegenheit ab und schleicht sich ins Sendestudio. Dafür wird er spontan von Annett als Co-Moderator an das Mikrofon geholt und über weitere, interessante Stationen an der Hochschule informiert.

Auf ihr Anraten hin geht die Tour weiter zu den Maschinenbauern. Der Sound von vorbeirasenden Rennwagen erfüllt das Foyer des Gerhard-Neumann-Baus. Hier stellt das Team "Technikum Mittweida Motorsport" ihren selbst konstruierten Rennwagen vor. Der Teamchef Stefan Lischke schwärmt von ihrem Unikat: "Er hat 65 PS und wiegt 365 Kilogramm, damit beschleunigt er von Null auf 100 Kilometer pro Stunde in 3,5 Sekunden." Die Konstruktion ist komplett renntauglich, deshalb nahm das Team an der "Formula Student" teil. Das ist die größte internationale Rennliga mit weltweit 425 Teams.

Verführerische Kost aus dem Reagenzglas

Obwohl Enrico gespannt dem Cheftechniker zuhört zieht es ihn weiter, denn schließlich sollen die Chemiker Eis ausgeteilen. Dort angekommen, entpuppt sich der erwartete Eisstand allerdings als Versuchslabor: Eingehüllt in lange, weiße Kittel und mit dicken Handschuhen gewappnet, vermischen zwei Chemiker flüssigen und stark dampfenden Stickstoff mit verschiedenen Beeren und weiteren Geheimzutaten. Heraus kommt eine Masse die nach richtigem Speiseeis aussieht, nur zweifelt Enrico ob diese wirklich genießbar ist. Eine Geschmacksprobe kann ihn aber von den guten Geschmäckern der Kittelträger überzeugen. Nun traut er sich auch ein "Chemie-Küsschen" anzunehmen. Diese in Silberpapier verpackten Süßigkeiten sollen den gleichnamigen Küsschen von Ferrero ähneln, nur der Alkoholgehalt unterscheidet sich deutlich. "Das ist mit Sicherheit das straffste Schnäpschen, was jemals getrunken wurde" versichert einer der beiden Chemiker.

Die letzte Station ist biotechnischen Institut. Hier wird Enrico von Sandra Feik durch die Stationen ihres Hauses geführt. Sie zeigt ihm, wie sie Erbgut aus einem Apfel extrahiert. "Zuerst muss der Apfel zerkleinert und der Saft gesiebt werden. Danach wird Salz hinzugesetzt und das Filtrat mit eiskaltem Ethanol aufgefüllt", beschreibt Frau Feik die Versuchsdurchführung. Im nächsten Raum servieren auch die Biotechniker ein sonderliches Mahl, sie nennen es liebevoll "Molekülküche". Gummiartige Kügelchen werden in den Geschmacksrichtungen Mango und Erdbeere angeboten. "Man benutzt dies gerne als Gelantineersatz für vegetarische Kost", sagt Feik. Doch diesesmal ist Enrico nicht vom Geschmack überzeugt: "Mir ist das viel zu salzig".

Schlagabtausch an der T-Wall

Die lange Nacht endet mit einem Wettbewerb an der T-Wall der Hochschule. Die Wand besteht aus 64 Feldern, die mit ihrem Aufleuchten per Hand ausgeschlagen werden müssen. Das "T" steht für "touch", also berühren. Wer zuerst 175 Felder gelöscht hat und dabei möglichst wenig Fehler hat, gewinnt. Der Schlagabtausch geht nicht zu Gunsten von Enrico aus, gegen einen Medientechniker muss er sich geschlagen geben, dennoch hat Enrico der bunte Abend an der Hochschule gefallen.



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