Von: Steffen Kalfac
Günstiger Autokauf auch ohne Abwrackprämie
Satte Rabatte
Der Geldtopf der staatlichen Abwrackprämie ist leer – die Wirtschaftskrise hingegen ist längst noch nicht vorüber. medien-mittweida.de hat getestet, wie viel Rabatt Autohäuser bieten, um ihre Fahrzeuge in Zeiten der Krise trotzdem zu verkaufen.
Der Automobilexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer hat gegenüber RTL Aktuell behauptet, dass sich ein Autokauf erst dann lohnt, wenn der staatliche "Geldtopf" der Abwrackprämie aufgebraucht ist. Viele Autobauer befürchten, dass ohne den Zuschuss der Abwrackprämie die Autoverkäufe wieder zurückgehen. Dudenhöffer erklärt, dass sich deutschlandweit viele Autohäuser mit Rabatten überschlagen werden, um ihre Fahrzeuge zu verkaufen.
Aus diesem Grund hat medien-mittweida.de den Selbstversuch gestartet und in der Umgebung nach Neuwagen recherchiert. Folgende Fahrzeuge wurden für den Finanzvergleich in Betracht gezogen: Ein VW Golf und sein sportlicher Bruder VW Scirocco. Außerdem ein Honda Civic Type S und ein Honda Accord, sowie der Toyota Avensis und der Voll-Hybrid Toyota Prius. Alle sollten sich im Rahmen der 25.000-Euro-Marke bewegen und alle wurden teils mit gängiger Zusatzausstattung wie MP3-Radio mit USB-Anschluss oder Einparkhilfen in den Stoßstangen ausgerüstet.
Der Vergleich
VW
Beide Modelle waren beim Vergleich am schwächsten motorisiert. Allerdings bedeutet ein kleiner Motor nicht gleich geringeren Fahrspaß. Gerade in Zeiten von hohen Benzinpreisen ist ein sparsamer, wenn auch kleinerer Motor von Vorteil. Der kompakte Golf mit 122 PS ist für wenig Geld erhältlich. Wer sich hier und da diverse Ausstattungs- oder Zubehörteile gönnt, kommt jedoch schnell auf einen hohen Preis. Der eigentliche Listenpreis für diesen Golf 6 liegt bei knapp 23.000 Euro. Um das Auto aber auch zu verkaufen, wurden immerhin sechs Prozent Rabatt erlassen, das entspricht zirka 1.500 Euro.
Die Ersparnis beim sportlichen Scirocco mit ebenfalls 122 PS war sogar noch größer. Er ist mit einem Listenpreis von fast 26.000 Euro aufgeführt. Hier hätte es sogar sieben Prozent Rabatt, also ungefähr 2.000 Euro, gegeben.
Toyota
Beim weltgrößten Automobilhersteller, nämlich Toyota, wurden der Avensis und das Voll-Hybrid-Fahrzeug Prius genauer betrachtet. Die Mittelklasse-Limousine Avensis zeigt sich mit 150 PS bei 1,8 Liter Hubraum. Überraschend für ein Fahrzeug dieser Klasse ist der Preis. Kostet das Fahrzeug laut Liste fast 27.000 Euro, wurde ein Rabatt von zirka elf Prozent ausgehandelt. Das entspricht in etwa 3.000 Euro.
Der Prius ist das einzige Hybrid-Fahrzeug im Vergleich. Auf Grund der komplizierten Technik war hier der Preis selbst in der Grundausstattung sehr hoch. Positiv sollte jedoch der geringe Verbrauch auffallen. Er kann Innerorts eineinhalb Kilometer bis 45 km/h sogar nur mit elektrischer Energie fahren. So wird kein einziger Tropfen Benzin verbraucht. Der eigentliche Listenpreis liegt bei stattlichen 28.500 Euro. Der Rabatt bei diesem Modell betrug leider nur magere dreieinhalb Prozent – lediglich 1.000 Euro.
Honda
Honda weiß anders zu überzeugen. So kostet ein schnittiger und sportlicher Civic Type S mit 140 PS laut Liste ungefähr 24.500 Euro. Da aber auch dieses Fahrzeug an den Mann gebracht werden soll, wurden hier fast elf Prozent Rabatt, ganze 2.600 Euro, verbucht.
Bei der Type R-Variante mit 201 PS, die in einer Liga mit dem Golf 6 GTI fährt, können immerhin über acht Prozent, zirka 3300 Euro, eingespart werden. Der Listenpreis kratzt an der 30.000 Euro-Grenze. Bei so viel Fahrspaß also eine deutliche Einsparung.
Auch beim Honda Accord mit 156 PS lässt sich ein ähnliches Potential finden. Wird der Geldbeutel laut Liste um 28.000 Euro ärmer, so gibt es den Wagen letztendlich doch für knapp 25.500 Euro – wieder zehn Prozent gespart. Ein besonderes Augenmerk gilt außerdem einer Spezial-Edition von Honda an alle deutschen Honda-Autohäuser. Hier gibt es sehr günstig einen brandneuen Accord für lediglich 21.000 Euro. Das entspricht einem Rabatt von unglaublichen 25 Prozent. Zwar gibt es keine Wahlmöglichkeiten, was Farbe und Ausstattung angeht, denn die Autos gibt es nur so, wie sie im Autohaus stehen. Wem so etwas aber egal ist, der wird sich bei einer Ersparnis von 7.000 Euro nicht weiter an Details stören.
Das Fazit
Dudenhöffer hat es bei RTL bereits erklärt: Der Ansporn ein neues Auto zu kaufen und 2.500 Euro vom Staat zu kassieren ist nun aufgebraucht. Um trotzdem Gewinne erzielen zu können, müssen alle Unternehmen ihre Autos auch weiterhin verkaufen. Das Potential für große Rabattschlachten ist definitiv vorhanden. Wer jetzt clever ist und noch ein bisschen wartet, kann sicherlich noch mehr einsparen.
Beim Volkswagen Konzern gibt es wohl "das meiste Auto" für das Geld. Das Fahrzeug kann mit vielen Variationen und Ausstattungsmöglichkeiten selbst individualisiert und angepasst werden. Dieser Freiraum kostet jedoch, denn gerade die Extras sind bei deutschen Autos teuer. Toyota hält sich mit seinem Vorzeige-Hybrid-Fahrzeug Prius noch zurück. Offenbar soll die teure Hybrid-Technik nicht gleich zu Anfang für einen Apfel und ein Ei auf den Markt geschleudert werden. Der Avensis überrascht jedoch für eine Mittelklasse-Limousine mit einer guten Ausstattung und hoher Ersparnis.
Enttäuschend an Honda ist, dass die Ausstattung meist nur in "Paketen" angeboten wird. Deshalb hat der Besitzer nur relativ wenig Einfluss auf die Auswahl der Ausstattung. Entweder er entscheidet sich für "Paket X" und hat dann elektrisch verstellbare Spiegel, einen Tempomat und Sitzheizung, oder er entscheidet sich dagegen und muss dann aber auch teils auf die genannten Ausstattungen verzichten. Unschlagbar ist jedoch der Accord in der Elegance Edition für 21.000 Euro. Wer also keinen großen Wert auf die Ausstattung, Farbe oder Zubehör seines Autos legt, kann hier bei einer neuwertigen Mittelklasse-Limousine 7.000 Euro einsparen.
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