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Mittwoch, 24. Januar, Alter: 5 Jahre » Zurück

Von: Philipp Loewe

Hightech-Waffen wie aus James Bond Filmen

Amerikas „Star Wars“-Programm

Der erste Abschuss eines Satelliten mit einer Rakete von der Erde aus hat weltweit für Proteste gesorgt. Besonders den USA bereitet der chinesische Test Kopfzerbrechen. Seit den 80er Jahren sieht das US-Militär den Weltraum als neues Betätigungsfeld. Die Vision der Amerikaner: Innerhalb einer Stunde jedes Ziel rund um den Erdball angreifen zu können.

Erde und Mond

Innerhalb einer Stunde wollen die USA in Zukunft jedes militärische Ziel auf der Erde vom Weltraum aus angreifen können. (pixelquelle.de)

Ins Leben gerufen wurde das „Star Wars“ Programm 1983 vom damaligen Präsidenten Richard Nixon mit nur einem Ziel: amerikanische Überlegenheit im All. Neueste Einblicke in die Wunschliste des Pentagons erlaubt der so genannte Transformation Flight Plan. Dieser sieht ein ganzes Arsenal an ultramodernen Kampfmitteln vor. Hightech-Waffen wie man sie bisher nur aus den Allmachtsphantasien der Superschurken in James Bond Filmen kannte.

Unter anderem plant das Verteidigungsministerium bis 2010 Radiowellen-Energiewaffen im All zu installieren, um feindliche Satelliten und Kommunikationssysteme stören oder vernichten zu können. Auch satellitengesteuerte Laserwaffen und Anti-Satelliten-Raketen sind keine Zukunftsmusik mehr. Im vergangenen Jahr verfügte das US-Verteidigungsministerium über 20 Millionen Dollar zur Entwicklung von Anti-Satelliten-Lasern. Bis 2011 soll das Budget auf jährlich 30 Millionen steigen.

Doch nicht erst seit gestern mutiert der Kosmos mehr und mehr zum militärischen Testlabor. Schon seit langem wird der Weltraum nicht mehr nur zu Forschungszwecken genutzt. Über unseren Köpfen kreisen Spionage-, Navigations- und Kommunikationssatelliten - nicht nur die der USA. Allein Waffen sind im Weltraumvertrag der UNO verboten. Das Dokument von 1967, verabschiedet von 98 UNO-Mitgliedsländern, verpflichtet die Vertragsstaaten „zur ausschließlich friedlichen Nutzung des Weltraums“.

Mit einer cleveren Interpretation brechen die USA seit geraumer Zeit mit diesem Grundsatz. Denn aus Washingtoner Sicht schließt die friedliche Nutzung auch „Verteidigungsaktivitäten zur Verfolgung nationaler Sicherheits- und anderer Ziele“ ein. Und solange eigene Satelliten potenziell bedroht seien, werde Washington auf Weltraumwaffen nicht verzichten, so das Credo der Amerikaner.

Dabei gibt es auf der „Achse des Bösen“ eigentlich keine Gefahr für amerikanische Weltraumtechnik. Länder wie Nord Korea, Iran und Lybien werden in den naher Zukunft kaum eigene Weltraumprogramme entwickeln können. Tatsächlich gibt es, zählt man die muti-nationale Europäische Weltraumorganisation (ESA) als eins, kaum mehr als eine Handvoll Länder auf der Welt, die in der Lage sind, eigene Satelliten zu bauen und ins All zu schießen. Das wird sich in den kommenden Jahren auch kaum ändern.

Laut Artikel IV des Vertrags ist es auch verboten, Massenvernichtungswaffen im All zu stationieren. Doch bereits in den nächsten Jahren sollen mindestens fünf bewaffnete Satelliten zu Erprobungszwecken ins All geschossen werden. Zu verlockend ist die Aussicht auf militärische Omnipotenz. Das langfristige Ziel ist die Fähigkeit zu einem „Prompt-Global-Strike“. Also die Fähigkeit nach spätestens 60 Minuten jedes Ziel angreifen zu können, egal wo es sich befindet.



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