Von: Philipp Loewe

Demo gegen Rechts in Mittweida
Ein paar Nazis im Gebüsch
Die jüngsten Schlagzeilen über die rechtsradikale Kameradschaft "Sturm 34" brachten das Fass wohl zum Überlaufen. Die Antifa wollte Flagge zeigen im Landkreis Mittweida und rief zur Demonstration gegen Rechtsextremismus auf. Die Einwohner verfolgten das 2000-Mann-Schauspiel größtenteils aus der Entfernung.

Ein Polizeibeamter sichert den Weg zum Bahnhof.
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Welten prallen aufeinander: Demonstranten und Polizisten aus Baden-Württemberg stehen sich gegenüber.
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"Die Glatzen lassen sich bestimmt nicht blicken", weiß der Junge gegenüber auf dem Vierersitz. Er wird Recht behalten. Fast. Es ist Samstagnachmittag, der Regionalexpress fährt von Chemnitz nach Mittweida und er wäre an einem normalen Samstagnachmittag wohl nicht hier. Unterwegs nach Mittweida. Aber die Pflicht ruft. Die autonome Antifa hat zur Demo aufgerufen.
Im Landkreis Mittweida ist es seit Mitte 2006 zu mehr als 50 Übergriffen von Nazis gekommen. Über 20 Menschen wurden dabei zum Teil schwer verletzt. Es gab Brandanschläge auf Asia-Imbisse und Überfälle auf Treffs alternativer Jugendlicher. Viele Studenten aus Mittweida haben Angst nachts auf die Straße zu gehen.
Solche Demonstrationen folgen Ritualen. Die Antifa demonstriert, die Polizei reist aus hunderten Kilometern Entfernung an. Diesmal aus Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Es ist ein bisschen wie ein Wettkampf, zu dem sich zwei Mannschaften an immer verschiedenen Schauplätzen treffen, die Teilnehmer sind immer dieselben, der Ablauf und die Parolen auch.
In der Feldstraße haben sich gepanzerte Polizisten aufgebaut: Arme und Beine in grüne Plastikschoner verpackt. Helm und Schlagstock sind am Brustschild befestigt. Dahinter, in Höhe des Gedenksteins für die Opfer der Außenstelle Mittweida des KZ Flossenbürg sammeln sich die Demonstranten. Wenige von ihnen sind älter als 25, es sind wenige Studenten dabei. Viele sind extra angereist. Die meisten ganz in schwarz gekleidet, etliche mit dunkler Sonnenbrille. Schwarz-rote Anarchie-Fahnen wehen, schwarze Fahnen mit der Aufschrift "Gegen Nazis" und eine Israel-Flagge. Vom Dach eines weißen Transporters, hämmert aus vier Boxen laute Crossover-Musik. Mit Zeilen wie "Good Night White Pride".
Etwas abseits, weiter die Straße hoch stehen einige Anwohner vor ihren Häusern. Neun Männer und vier Frauen. Eine Frau lehnt mit verschränkten Armen an der Wand. Manche haben sich Gartenstühle mitgebracht. Die Männer trinken Bier oder Kaffee und beäugen die jugendlichen Eindringlinge.
"Nazis sind hier Alltag", "Naziterror in der Region", hallt es vom "Lauti", dem Lautsprecherwagen, zu ihnen hinauf. Von der Mitverantwortlichkeit des Oberbürgermeisters und des Landrats und deren Alibi-Projekten ist die Rede. Die Schaulustigen scheint das wenig zu interessieren. Normalerweise ist hier nichts los, aber jetzt sind alle neugierig, weil die Demonstranten da sind.
Mittweidas CDU-Oberbürgermeister Matthias Damm, der sich "Ende der 90er für die Schließung von Mittweidas alternativem Jugendzentrum eingesetzt hat", ist nicht vor Ort. Er ist damit beschäftigt bei der Freiwilligen Feuerwehr das Fass anzustechen - zur Einweihung des Gerätehauses. Zuletzt hat er eine Initiative für ein Weltoffenes Mittweida ins Leben gerufen. Von der Demo hatte er sich distanziert, nachdem der Name in "Naziterror stoppen - Alternative Freiräume schaffen" geändert wurde. Einladungen, dennoch an der Kundgebung teil zu nehmen, lehnte er immer wieder ab.
Kapuzen und Sonnenbrillen sind erlaubt
Ein Redner verliest mehrere Wortbeiträge. Um kurz nach drei startet der Zug. Die Ordner machen noch mal auf das Vermummungsgebot aufmerksam. "Kapuzen und Sonnenbrillen sind erlaubt, Schals vor Mund und Nase sind verboten!" Die Aufstellung wirkt einstudiert: Vorneweg eine im Vergleich viel zu kleine Gruppe aus vielleicht 50 Studenten und Anwohnern, die sich in dem Meer aus Schwarz wahrscheinlich nicht wohl gefühlt hätte; dann folgt eine Kette aus Polizisten, dahinter auf der Straße die rund 2 000 Demonstranten, auf beiden Seiten von der Polizei eskortiert. Die Sprecher am Mikrofon werden an diesem Nachmittag nicht mehr aufhören zu reden, über No-Go-Areas, das System, die "unerträgliche Situation in Mittweida", darüber, dass fremdenfeindliche Taten von der Polizei gar nicht oder nicht hartnäckig genug verfolgt werden. Der Lautsprecher pfeift.
Umgeben von jungen Polizisten und Polizistinnen ziehen sie los durch die verlassenen Backsteinstraßen. 440 Beamte sind heute im Einsatz. Einige filmen oder machen Fotos. "Kameramann, du Arschloch", schreien ihnen ein paar Demonstranten zu. Die am Rand laufen tragen Banner, "Kein Frieden mit Deutschland" steht auf ihnen und "Nazis entgegetreten".
Als die Menschenmenge das gelbe Haus in der Heinrich-Heine-Straße passiert wird es laut. Die Leute johlen und pfeifen. "In diesem Haus wohnen Nazis", feuert die Sprecherin über die Boxen die Masse an. "Wir kriegen euch alle" hallt es durch die Straßenschlucht. Die Fenster bleiben leer, es kommen keine wütenden Glatzen zum Vorschein, also zieht man weiter. Der Tross biegt in die Leisniger Straße ein. Auch vor der Kneipe in der Nähe sollte es ein Pfeifkonzert geben, aber als die Stimme aus den Lautsprechern auf den "Nazitreff" hinweist, ist der Großteil längst daran vorbei. "Beim nächsten Mal klappt das besser", verspricht sie.
Sonnenstraße, kurz vor vier. "Am Kaufland sitzen ein paar Nazis im Gebüsch", warnt die Sprecherin die Gruppe. Im Vorfeld der Demo hatte es 24 Gewahrsamnahmen im rechten Milieu gegeben. "Die wollten die Demo stören", so Frank Fischer, Polizeisprecher der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Als die Stelle erreicht ist, kann man in sicherer Entfernung und von Büschen geschützt ein paar Rechte entdecken. Jemand ruft: "Kommt doch, ihr Feiglinge!" Passieren tut nichts.
Ein paar Straßen weiter gibt es dann wieder eine Kundgebung. Neben der Bernhard-Schmidt-Grundschule mit den bunten Schmetterlingen und Blumen aus Papier an den Fenstern. Betroffene aus der Region schildern ihre Erlebnisse. Ein Jugendlicher beklagt das "Paktieren der Polizei mit den Rechten" in seinem Heimatort. Der Mann von der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt sagt, dass die Zahl rechtsextremistischer Gewalttaten von 2005 auf 2006 um "fast ein Viertel" gestiegen ist. Von 168 auf 208. Pro Woche gäbe es in Sachsen zirka vier Übergriffe, mit Sachsen-Anhalt liege der Freistaat damit bundesweit an der Spitze. Besonders prangert er die "dramatische Steigerung" in Mittweida an. 2006 hat es mindestens 41 Straftaten mit rechtem Hintergrund gegeben, 22 meist junge Menschen wurden verletzt.
Die Bewohner der Plattenbauten stehen zwischen den Blumenkästen ihrer Balkons und gucken. Der Aufmarsch der Linken scheint eine willkommene Abwechslung zu sein. Ein dicker Mann im Unterhemd lehnt mit den Armen auf dem Fensterbrett, viele fotografieren mit ihrem Handy oder halten die Videokamera raus. Bis auf einen alten Mann applaudiert niemand in die Plattenbauschlucht hinunter, seine Frau steht teilnahmslos daneben.
Aufregung in der Lutherstraße
In der Lutherstraße herrscht plötzlich Aufregung. Die Formation wird gestoppt, ein Trupp Polizisten stürmt in die Menge. Zwei Aktivisten haben Aufkleber an die Laternenmasten geklebt, sofort sind sie von acht Polizisten umstellt. Der eine Übeltäter, schwarzer Kapuzenpulli, rote Haare, hebt beschwichtigend die Hände, um die Kampfpanzer um ihn herum zu beruhigen. Die Menge protestiert. Die Frau am Mikro fragt, ob die Polizei nichts besseres zu tun hätte in der Gegend. Nach kurzem hin und her kann es weiter gehen. Am Ende des Tages wird es drei Gewahrsamnahmen aus dem linken Spektrum geben.
Auf dem Marktplatz dann erneut eine Kundgebung. Doch zuvor muss noch das Stadtoberhaupt das Feld räumen. Es macht das Gerücht die Runde, die Sicherheit des Rathauschefs, der inzwischen doch den Weg gefunden hat, könne nicht gewährleistet werden. Ein Missverständnis wie der Organisatoren der Demo, der PDS-Bundestagsabgeordnete Michael Leutert, im Gespräch erklärt, allerdings erst nachdem er dem MDR wenig öffentlichkeitswirksam "kein Kommentar" in die Kamera gebellt hat. Nachdem der Oberbürgermeister sich von seinem eigenen Marktplatz verzogen hat ("Wenn meine Sicherheit nicht gewährleistet ist, muss ich hier nicht den Helden spielen."), geht es wieder um die Schaffung eines neuen alternativen Jugendzentrums, rechte Gewalt und die üblichen Forderungen der Autonomen.
Gegen fünf geht es zurück in Richtung Bahnhof, wo die Versammlung aufgelöst werden soll. An der Eisdiele unterwegs kaufen sich ein paar Demonstranten ein Eis, mittlerweile ist die Sonne wieder rausgekommen. Die Einsatzkräfte schwitzen unter ihrer schweren Montur. Die Menge ruft: "Bürger lasst das Glotzen sein, reiht euch in die Demo ein!" Auf dem Weg zum Bahnhof kommt es noch zu einem kurzen Handgemenge zwischen einzelnen Demonstrationsteilnehmern und Polizeibeamten.
Um halb sechs ist das Spektakel vorbei. Es verlief friedlich und ohne größere Zwischenfälle. Fast wie der Junge aus dem Zug vorausgesagt hatte. Hinter dem abbruchreifen Fabrikgebäude in Bahnhofsnähe, wo "Gegen Kinderschänder" an die Wand gesprüht ist, löst die Polizei das Ganze auf. Verletzte gab es keine. Die angereisten Demonstranten werden noch zu den Gleisen gebracht. Dann herrscht wieder Ruhe.
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@master Bötti
Du willst ein Nationaler sein, dass ich nicht lache,du kannst ja noch nicht mal Deutsch schreiben...
National, heist ein Land repräsentieren und nicht es in den Dreck zu ziehen mit leeren und rasierten Köpfen!!!
Les doch erstmal ein paar Bücher, vorrausgesetzt du beherrschst das schon mein kleiner...
Lieber Christian Köhler,
Kommentar zu Ihrem letzten Satz:
Ein uneingeschränktes JA!
Es ist traurig, wie verlogen doch manchmal die Wahrheit verstanden wird...Ich bin ein Einwohner Mittweida's und die Demo ist das beste was uns seit 10 Jahren in Mittweida gegen Rechtsextremismus wiederfahren ist. Natürlich gab es Autonome, die zur Demo erschienen, jedoch hatte nicht einer den Finger gehoben und sich nicht gegen das Großaufgebot der Polizei gestellt. Aber wurde etwas vom Familienvater mit seinem Kind auf den Schultern berichtet oder von den zahlreichen Eltern, die mit ihren Kindern zusammen gelaufen sind? Das Problem in unserer Gesellschaft ist, dass wirklich alles negativ geredet wird, es begann vor dieser Demo und geht danach weiter. Alles ist nach Auffassung mancher Leute schlecht, sogar etwas eigentlich doch so gutes, wie diese GEWALTFREIE Demo. Ich persönlich bin kein Autonom, auch nicht links oder rechts, ich bin neutral. Aber das wichtigste ist:ich bin positiv und denke mir nicht immer das Schlimmste, denn genau diese Einstellung ist es, die uns dahin geführt hat, wo wir heute stehen, jede Menge Extremisten! Aber lasst uns doch lieber dagegen ankämpfen, als alles schlecht zu reden,oder?Für Demokratie und Menschenwürd, gegen Gewalt und Extremismus! Christian
Warum musste der Staat als Voraussetzung für diese Demo so viele Verbote, besonders gegen Waffen und waffenähnliche Gegenstände aussprechen?
Warum musste speziell auf das Vermummungsverbot eingegangen werden?
Welchen Zweck verfolgt eine Israel-Flagge im Kampf gegen Rechtsextremismus in Mittweida?
Warum kann bei einer gewaltfrei angekündigten Demo nicht für die Sicherheit des Stadtoberhauptes (der aber nicht den Status eines Oberbürgermeisters hat) gesorgt werden?
Wenn man Verbote in einem solchen Ausmaß ausprechen muss, um überhaupt dem demokratischen Grundrecht der Demonstrationsfreiheit Rechnung tragen zu können, wird es sicher hinreichende Erfahrungen geben, dass diese zwingend notwendig sind. Bürger mit Mut und Zivilcourage müssen sich auch nicht vermummen, nicht einmal mit Sonnenbrille und Kapuze! Die vier Hundertschaften Bereitschaftspolizei waren nicht angereist, um die Demonstranten vor den Rechtsextremen zu schützen, deren Anzahl in MW und Umgebung auf 30 bis 50 geschätzt wird. Offensichtlich war der Staat aufgrund der Ermittlungen und Ankündigungen im durchaus gewaltbereiten autonomen Umfeld gezwungen, Mittweida vor der Demonstration zu schützen.
Wegen des real bestehenden Gewaltpotenzials zog es Mittweida vor, diese Art des Protestes und der Willensbekundung nicht zu unterstützen. Darüber können auch die 2000 Demo-Touristen nicht hinwegtäuschen.
Schade auch, welches Bild der Verfasser des Berichtes über Mittweida und die Mittweidaer zeichnet. Wirklich "real" und "einladend"!
@ Be MW
sicher ist den meißten Lesern aufgefallen, dass, wer so ein posting schreibt auch anwesend war, wenn schon von Menschen gesprochen wird, zu denen sich der Autor (ALSO ICH) zählt - siehe erster Satz -
Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen möchte ich folgendes Zitat von mir abändern von:
"...Die die da waren übrigens auch - ohne Schürfwunde dafür aber mit ruhigem Gewissen." in
"Ich war übrigens auch da und habe es überstanden- ohne Schürfwunde dafür aber mit ruhigem Gewissen."
Zum Kommentar von Philipp Loewe kann ich nur sagen. sehr gut !!!
Diese Subjektivität und Zielrichtung der "Berichterstattung" ist genau so bedauerlich wie die Art und Weise der Organisation der Demonstration. Die Motive der Veranstalter, auch wenn immer wieder versucht wird, diese auf einen Namen zu reduzieren, sind SEHR zweifelhaft. Die Herumeierei hinsichtlich Motto der Demo, die letztendlich in der Argumentation auch auf die Forderung für die Einrichtung eines alternativen Jugendhauses hinausläuft (was man auch immer darunter verstehen darf) ist Beleg für den Krampf und die Richtungslosigkeit im Kampf gegen Gewalt und Extremismus, egal ob RECHTS oder LINKS. Wer bewusst das Ringen FÜR DEMOKRATIE aus dem Motto verbannt und fast bundesweit für ein teilweise fragwürdiges Spektrum an Demonstranten wirbt, muss sich kritische Fragen gefallen lassen. Es ist nicht richtig, das polemisch durchaus begabte Menschen, gerade weil sie ein Mandat von Bürgern von Mittweida und Umgebung erhalten haben, den Mittweidaern mittels importierter Demonstranten Courage und Mündigkeit veruschen beizubringen.
Neben mir an einer temporär gesperrrten Kreuzung standen PKW mit Kennzeichen ANA und MEK, deren Insassen bei heruntergelassenene Fenster ihre wahren Motive ihre Stippvisite in Mittweida kund taten. Da ging es weniger darum, Gewalt um Extremismus entgegenzutreten , sondern schlicht die "alternativen Freiräume" zu testen und auszuleben. Das war keine Demonstration der MITTWEIDAER gegen Gewalt und für Demokratie, das war eine inszenierte Show, die nach meiner Auffassung nach nicht als Erfolg bezeichnet werden darf. Ich wünsche mir, dass die demokratischen Kräfte und insbesondere auch die Medien verantwortungsvoller mit diesem sehr ernsten und keinesfalls zu verharmlosenden Thema umgehen. Genau an diesem Anspruch schietert auch diese Berichterstattung.
Wenn man Angst vor einer Blamage hat, dann sollte man doch erst recht auf die Straße gehen und zeigen, dass man sich dem entgegenstellt.
Ich finde es Schade, dass der Beitrag durchklingen lässt als wäre nur antifa mitgelaufen. Ich habe fürs Radio O-töne gesammelt und ein gutes Dutzend Menschen gesprochen die "nur" am Rand standen. Alle waren glaubhaft von Zielen der Demo begeistert. Zum Mitlaufen hatten viele einfach nur zuviel Angst. Auch dank unseres Bürgermeisters, der die große Panikmache praktiziert hat. Er hätte vorne Weg laufen müssen - dann wären auch mehr MW-Bürger mitgelaufen. Stattdessen macht er die Demo schlecht. So hat er den ehemaligen Pfarrer von Mittweida davon abhalten wollen sich an der Demo zu beteiligen (Vom Pfarrer bestätigt, o-ton)
Es wurde so viel Wind gemacht und Ängste geschürt, wie als wurde in MW der dritte Weltkrieg ausbrechen. Die Hochschule schließt ihre Gebäude, Autos werden Abgeschleppt, Ausländische Studenten sollten nach Freiberg "evakuiert" werden.
Und was passiert: Nichts, außer einer friedlichen Demo gegen Rechts.
Der Artikel ist mir zu einseitig, - zu viel unangebrachte Häme.
P.s.: die Polizisten aus BW und Bayern waren gerade auf dem Weg zum G8-Gipfel und wurden deswegen in MW eingesetzt. Also mal sehr kosteneffektiv.
Ich kenne etliche Studenten und ich habe mich auch selbst dort mit einzureihen, die ANGST vor der Demo hatten. Aber ANGST nicht etwa weil uns Blumenkübel oder Autos auf den Kopf hätten fallen können, die ja glücklicherweise alle noch rechtzeitig weggesperrt wurden, sondern ANGST vor einer riesen großen Blamage. Der Blamage vor fehlender Zivilcourage. Genauer davor, dass von 5400 Studenten keiner kommt. Und wenn ich die Zahl derer nehme, die tatsächlich da waren, sind wir bei einer erschreckenden studentischen Demonstrationsbeteiligung von maximal 2,5 Prozent.
und das ist einfach zum Kotzen.
Ich halte nichts von Antifaschisten und Extremisten (egal ob links oder Rechts)
ABER
ERSTNES weiß ich, dass, wenn diese nicht angetreten wären, um für das Recht gegen Rechts zu demonstrieren, die paar Studis auch gleich wieder hätten nachhause gehen können, weil das dann nämlich einfach nur peinlich und lächerlich gewesen wäre (was es immer noch ist, keine Frage aber in den Hundertschaften der Linken glücklicherweise ein wenig untergegangen ist) und mir
ZWEITENS keiner erzählen kann, dass, wenn er bei einer DEMO von 500 Polizisten, zugereist aus halb Deutschland und zusätzlich vorher weggesperrter Brauner Pest beschützt wird, ernsthaft einen Gedanken daran verschwendet, man könne sich eine Schürfwunde am kleinen Finger holen.
Aber Stura, Damm und Schramm sei Dank haben sich ja glücklicherweise alle nix getan und sind heile wieder in Mittweede angekommen. Die die da waren übrigens auch - ohne Schürfwunde dafür aber mit ruhigem Gewissen.
Es ist ein Armutszeugniss für die Studenten die hier ein normales Leben führen wollen. Ein Armutszeugniss das sich all diejenigen ausgestellt haben, die ständig rumheulen, dass sie sich vom Markt nicht mehr bis zum StudentenClub trauen. ABER VERDAMMT NOCHMAL ALLE DIE HÄTTEN GENAU DIESER ENTWICKLUNG ETWAS ENTGEGENSETZEN KÖNNEN.
eins noch:
lasst den master da oben mal weiter mastern, irgendwie tut er mir leid. Wer sich damit brüstet vor ner Demo schon mal weggesperrt zu werden... Schuldigung, soll ich über so viel Dummheit lachen oder heulen und mich ob dieser schlechten Welt in der ich lebe am besten gleich erschießen.
Ich hoffe ganz innständig, dass sie seinen "Kameraden" die Sturmmasken und Baseballschläger während der Haft sonst wohin geschoben haben.
man. Alle Studenten sollten doch an Hand eines solch "intelligenten" Kommentars clever genug sein zu erkennen, dass wir es gegen solche Dorfis nicht schwer haben. In der Masse hätte man ein Zeichen setzen können, ganz ohne Gewalt und ohne Parolen.
Bloße Anwesenheit und die Symbolisierung einer Gemeinschaft, die rechte Gewalt nicht tolleriert, hätte ein großer Schritt in diese Richtung sein können.
Aber meiner Meinung nach ist aus studentischer Sicht dieser Punkt eindeutig an die braune Fraktion gegangen.
Weil es das vielen nicht wert war. Ok, dann bleibt halt zu Hause aber hört verdammt nochmal in Zukunft auf rumzuheulen. Das nimmt man euch dann nämlich noch ungefähr genauso ab, wie die "imensen" politischen Anstrengungen beim Kampf gegen Rechts im Rathaus Mittweida.
Leider wurden nur die letzten fünf Kommentare angezeigt. Wir haben das Problem behoben und entschuldigen uns für den Zwischenfall.
Also eins muss ich jetzt anmahnen...der Kommentar von unserem "braunen" Kameraden war von seiner Seite aus ein zwar hirnrissiges, aber klares Statement. Wo ist es hin? Erst freischalten und dann wieder wegnehmen? Äh Äh, so läuft Demokratie auch nicht. Alle sollen zu Wort kommen!
Wo ist denn der erste Kommentar von Herrn Master Bötti hin? Meine, dass der nicht gelöscht werden muss. Schadet nur der Diskussion.
@ Master Bötti:
Zu "deutsch sein" gehört auch deutsch schreiben können. Rechtschreibfehler, Kasus durcheinandergebracht, das ganze hübsch mit rechten Parolen verziert...
Armselig und dumm. Und alles andere als "deutsch".
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Naja, leider kann ich es nicht so gut heißen, anders denkende einfach mal einzufangen und weg zu sperren bzw. aus der Stadt zu schaffen...das problem, was ich darin nämlich sehe, ist dass man sich damit auf genau das selbe niveau herab gibt, welches die "nationalen kameraden" selber gern praktizieren (würden): andersdenkende einfach weg sperren. doch das hatten wir leider schon mal und es ist offensichtlich nichts aus der geschichte gelernt worden. auch wenn gleich es diesmal eine eskalation verhinderte, hat die aktion sicherlich auch ein stück weit zur verdrängung/verschiebung des problems beigetragen. denn die nazis sind nun wieder da und wenn sie tatsächlich eine eigene demo planen, dann hoffe ich, dass die bürger der stadt diemal selber die initiative ergreifen und nicht auf rote hilfe von außen warten. die diskussion um die antifa wäre völlig überflüssig, wenn mittweida tonangebend gewesen wäre und sich die antifa hätte beteiligen müssen/können/sollen. wenn allerdings die bürger selber die antifa als schädlicher für ihren ort empfinden, als die nazis, dann wundere ich mich wirklich über gar nichts mehr. auch bin ich auf die reaktionen des werten hernn damm und des stadtrats gespannt, wenn es zur anmeldung einer rechten demonstration kommt. was wird man tun, sie verbieten? die linken aus der stadt schaffen lassen? ich bleibe gespannt und hoffe, dass die bürger endlich begreifen, dass ihr "schönes" mittweida zum spielball rechter aktivitäten geworden ist und sie alleine verantwortung tragen diese situation zu ändern!
trotz alledem: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! aber verbote helfen da leider gar nichts dagegen!!!
Jawohl, da muss ich Master Bötti einfach mal absolut beipflichten, dieses Gebiet ist braun und hat nicht nur einfach ein paar Probleme mit Rechtsradikalen, endlich zeigen unsere revisionistischen Freunde hier mal Flagge, anstatt friedliche Demonstranten mit Stinkefingern zu provozieren. Mal schauen wie eure Demo ablaufen wird, hoffentlich gibt es da im Vornherein ähnlich viele Bedenken wegen Ausschreitungen (die im Übrigen diesmal auch berechtigt wären), vielleicht laufen bei euch adretten Burschen die Bürger aber auch lieber mit und der Bürgermeister kommt noch zu seiner Rede (in dieser "Stadt" würde mich nichts mehr wundern). Aber seid euch sicher, diese Gegend muss auf keinen Fall braun bleiben, dafür werden die letzten Menschen hier mit Intelligenz und Arsch in der Hose schon sorgen!
So so, da meldet sich doch endlich mal jemand vom anderen Ufer. Gut zu wissen, dass sich auch die braune Suppe versucht mit neuen Rezepten zu würzen. Leider gelingt es nicht, da anscheinend a) Dummheit und b) völliges Selbstmitleid euch kaputt machen. Wer hier in dieser Stadt mit Waffen hantiert liegt völlig auf der Hand. Und, dass man euch vorher wegschließt, so dass ihr nicht euer völlig sinnfreies Gedankengut verstreut, ist nur rechtens. Schön, dass "ihr" vor der Antifa keine Angst habt, ihr seid ja auch ein paar starke Kerlchen. Leider fehlts an jeglichem Verstand und Achtung vor dem Menschen. Aber in einem gebe ich dir recht: dieses Gebiet ist braun, jedenfalls stinkt eure Scheiße bis zum Himmel hoch...aber nicht mehr lange...
wenn das ein Erfolg der Linken sein soll, muss ich lachen.....es waren nur keine Nationalen da, weil diese alle schon vor der Demo rausgenommen wurden oder erst gar ncht rein gelassen wurden, viele Kameraden wurden festgenommen und nach Rochlitz in gewarsam genommen und erst wieder 18 uhr frei gelassen, wo die Demo vorbei war. Also ich muss sagen das es schon echt arm ist, wenn man anders gesinnte Menschen von der Demo verweist, aber so sind nun mal die Polizei...ich selbst war in Mittweida und wir haben gezeigt, das wir vor der Antifa keine Angst haben, obwohl diese wieder mit waffen und Sturmmasken anreissen durften, bei unsen Leuten wurde diese Sachen winfach weggenommen. Aber eins sit sicher unsere Demo wird in Mittweida stattfinden, da könnt ihr euch sicher sein, dieses Gebiet ist Braun und bleibt Braun......





Zu: Nazipropaganda statt Blasmusik
Als Bürger von Mittweida und Stadtrat der Linken muß ich bemerken, daß sich das Bild das man gegenwärtig von Mittweida als Nichtmittweidaer sieht, leider nicht verbessert sondern verfestigt. Als Demonstranten im Zug der Nazigegner, am Sonntag abend nach Bekanntwerden des Verbrechens an zwei Mädchen, wurden wir von 200 Polizisten abgeriegelt. Eine gezeigte Fahne der Linken Alternativen hatte dem Bürgermeister die Flucht zurück in sein gemütliches Rathaus ermöglicht. Über diese Demonstration, an der sich auch Studenten der Fachhochschule beteiligten, äußerte Herr Damm in der darauffolgenden Ratssitzung öffentlich ausschließlich Hohn und Mißfallen. Nun hatten wir zum zweiten Advent wieder eine Demonstration. Diesmal nicht angemeldet und sicher diesmal auch ohne Herrn Damm als Mitwirkenden. Es wird von ihm wiederum bei passenden und medienwirsamen Gelegenheiten Mißfallen geäußert werden. Das die Polizei diesmal keine Hundertschaften auffahren ließ wen wundert das noch? Aber das der Geist, der in diesem unserem Rathaus regierte diese Entwicklung befördert hat braucht niemanden verwundern. Wer rechte Gewalttäter mit friedlichen linken Demonstranten auf eine Stufe stellt soll sich über die gegenwärtige Entwicklung nicht wundern. Es sei denn er verfügt über kein Augenmaß. Dann sollte er allerdings die Amtsgeschäfte fähigeren Bürgern übergeben.