Von: Josephine Doell

8. annual mogul awards: Interview mit Sieger Benjamin Weber
"Film-Idee beim Dönerfuttern"
Mit "Konflikt X" gewann Benjamin Weber die "8. annual mogul awards". medien-mittweida.de zeigt den Kurzfilm und spricht mit dem jungen Filmemacher über seinen Beitrag, die Liebe zum Bewegtbild und seine Pläne.

Konflikt X erzeugt durch ungewöhnliche Bilder eine Portion Extra-Spannung. (Foto: Josephine Döll)
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"Was bleibt, ist der opulente und kreative Umgang mit dem Bild", so lobte Juror Peter Gottschalk den Siegerfilm des diesjährigen annual mogul awards. Und tatsächlich sind die knapp zwölf Minuten des Filmes einprägsam und mehr als farbenprächtig. Die verwendeten Musikstücke sorgen dabei für die nötige Spannung. Benjamin Weber studiert seit 2007 Multimediatechnik an der Hochschule Mittweida.
Benjamin, du hast die 8. annual mogul awards gewonnen. Was zeichnet deinen Kurzfilm "Konflikt X" aus?
Was ihn für Andere auszeichnet ist schwer zu sagen. "Konflikt X" ist mein erster Kurzspielfilm und mit den Elementen gekoppelt, die für mich einen guten Film ausmachen. Den sogenannten "Mindfuck-Elementen", das heißt, die Story besitzt einen roten Faden und ist in sich schlüssig, jedoch nicht linear. Man stößt hierbei auf Pointen, die einen Film erst interessant machen.
Woher kam die Idee zur Story und zur technischen Umsetzung?
Die Idee kam total spontan und relativ kurz vor Abgabeschluss der annual mogul awards beim Dönerfuttern in Chemnitz. Eigentlich sollte dieser Film völlig anders ablaufen, zwar auch im sogenannten 'Mindfuck'-Genre, jedoch mit völlig anderen Figuren, Drehorten und einer variierenden Rahmenhandlung. Dies wäre aber viel zu aufwendig für die kurze Zeit gewesen. Demnach blieb mir eigentlich nur ein Abend Zeit, um mir die Story auszudenken. Als ich merkte, dass mein Einfall passte, musste schnell aufgegessen werden, um zu Hause an den Texten zu arbeiten.
Wann und wo wurde „Konflikt X“ gedreht?
Ende April 2008 haben wir angefangen im Haus 2 der Hochschule Mittweida zu drehen. Diese Location war relativ passend, denn ich wollte einen möglichst kahlen Raum haben. Zwar entsprach Haus 2 auch nicht so ganz meinen Vorstellungen, aber da mir wie so oft der Zeitdruck uns im Nacken saß, musste Haus 2 herhalten.
Gab es schon frühere Filmprojekte?
Konflikt X war mein erster Spielfilm mit wirklichen Dialogen. Zuvor habe ich auch schon im weitesten Sinne Kurzfilme oder besser Clips, wie Trailer, Musikclips, Imagefilme und diverse experimentelle Filme gedreht.
Woher kommen deine Ambitionen zum Filmemachen?
Ich glaube hauptsächlich durch meine Eltern. Da ich in einer Theaterfamilie aufwuchs, kam ich natürlich früh schon mit diversen Elementen, die auch im Film wiederzufinden sind, in Berührung. Als Jungspunt schaute ich schon meinen Eltern auf der Bühne begeistert zu. Vor allem von meinem Vater lernte ich viel über Regie, Dramaturgie, Organisation, Projektmanagement und so weiter. Er ist nicht nur Opernsänger, sondern auch Regisseur an der Oper Chemnitz und im Theater Gera. Außerdem doziert er an der Musikhochschule Leipzig.
Mit der Zeit zog es mich dann doch eher zu dem moderneren Medium Film. Dies ist auch der Grund, weshalb ich noch heute regelmäßig sämtliche Videotheken abklappere, um mich in diesem Metier weiterzubilden. Ich schaue Filme nicht nur an um unterhalten zu werden, sondern auch, um sie zu analysieren.
Was zeichnet für dich einen richtig guten Film aus?
Wenn der Inhalt mit bestimmten Stilmitteln gespickt ist, beziehungsweise getragen wird. Das heißt, wenn zum Beispiel eine Schlüsselfigur vorhanden ist, der Film rückwärts läuft, Szenen verschachtelt sind, gewisse Bildelemente eingebaut sind, die im Gedächtnis bleiben und spannende Dialoge eingebaut sind. Dann ist ein Film für mich gut.
Ich stehe nicht auf typische Kunstfilme und nicht auf typische Hollywood-Produktionen und Schnulzen. Ich finde Filme gut, die eine Mischung aus beidem sind. Filme mit der Idee und der Handlung aus Kunstfilmen, die jedoch mit der Professionalität in Dreh und Umsetzung Hollywoods produziert werden.
Planst du auch für die Zukunft neue Filmprojekte?
Ja natürlich, ich schreibe gerade an einem Drehbuch für einen Film in Spielfilmlänge. Außerdem habe ich hier und dort noch ein paar Kontakte, für die ich drehen werde und natürlich studien- und berufsbedingte Projekte, die im Laufe der Zeit noch kommen.
Vielen Dank für das Gespräch.
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