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Donnerstag, 24. Juli, Alter: 4 Jahre » Zurück

Von: Yvonne Langner

Pfiffige und verrückte Lösungen aus dem Eignungstest 2008

Alice Schwarzer in Feuchtgebieten

Für die Jahreszeit war es am Mittwoch deutlich zu kühl. Dennoch schwitzten in den Hörsälen der Hochschule Mittweida mehr als 300 Teilnehmer beim Eignungstest für einen der begehrten Medienstudienplätze zum Wintersemester 2008/9. medien-mittweida hat die pfiffigsten und verrücktesten Lösungen zusammengestellt.

Eignungstest 23. Juli 2008

In einem zweiteiligen Eignungstest mussten die zukünftigen Medienmanager/ -techniker Wissen und Kreativität beweisen. (Foto: Daniel Oestreich)

In nur 90 Minuten mussten 60 Fragen aus den Bereichen Allgemeinbildung, Politik, Zeitgeschehen, Medien und Sport möglichst richtig beantwortet – und zusätzlich noch sechs praxisbezogene Aufgaben gelöst werden.

Selbst die mit viel Prüfungserfahrung ausgestatteten Professoren des Fachbereichs Medien geraten regelmäßig ins Staunen, wenn sie nach dem Eignungstest die Antworten der Studienbewerber kontrollieren und bewerten sollen. Dass die Bruchrechnung - und nicht etwa das PAL-Farbfernsehsystem - von dem Mittweidaer Absolventen Walter Bruch entwickelt wurde, verwunderte am Mittwoch die honorigen Wissenschaftler ebenso wie die Antwort, dass die TV-Ikone Hella von Sinnen gleich zweimal den Nobelpreis erhalten haben soll. Tatsächlich wurde Marie Curie 1903 für Physik und 1911 für Chemie ausgezeichnet. Bei allem Wohlwollen der Prüfer – beide Antworten waren glatte Bruchlandungen und brachten den Bewerbern keine Punkte ein. Ähnlich erging es wohl den Teilnehmern, die folgende Lösungen lieferten:


Frage: Johannes Gutenberg erfand was?
Antwort: "Ich weiß nicht genau. Entweder das Düsenflugzeug oder die Glühbirne." (Richtig: Buchdruck mit beweglichen Lettern)

Frage: Apropos Gutenberg. Was versteht man unter einem „Proof“?
Antwort: "Das ist ein Professor mit Rechtschreibschwäche. Richtig wäre 'Prof.'" (Richtig: Vorweggenommene Simulation eines Druckergebnisses, auch Probedruck)

Frage: Wofür steht die Abkürzung dpa?
Auswahl der Antworten: "Deutsche Polizei-Arbeit", "Digitaler Produktionsassistent", "Deutscher Personal Ausweis" (Richtig: Deutsche Presse-Agentur)

Frage: Was hängen Tonleute gewöhnlich an einen Galgen?
Antwort: "Sich selbst, wenn der Ton schlecht ist". (Richtig: Mikrofon)

Frage: Jetzt  kämpfen Sie gerade um einen Medienstudienplatz in Mittweida und sind begeistert vom "Mittweidaer Modell“ der Medienausbildung .Um was geht es beim Mittweidaer Modell? Bitte nennen Sie wenigstens zwei Aspekte!
Antwort: "Tagsüber studieren, abends saufen". (Antwortmöglichkeiten: Morgens studieren, nachmittags/abends/nachts produzieren; Interdisziplinarität, die Verbindung von Theorie und Praxis; Hochschulmedienprojekte; Lehrbeauftragte und Dozenten aus der Praxis; kleine Studentenzahlen)

Frage: Das ZDF hat einen, der Deutschlandfunk hat einen und auch jede ARD-Anstalt hat einen. Wie nennt man den "Chef" in einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt? Tipp: Theater und Orchester haben auch so einen.
Auswahl der Antworten: "Dirigent", "Kommandant", "Vorturner". (Richtig: Intendant)

Frage: Unsere aktuelle Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bekanntlich aus den Reihen der CDU, Vorgänger Schröder ist aus der SPD. Nennen Sie bitte noch jeweils einen weiteren früheren Bundeskanzler aus dem CDU- und SPD-Lager.
Antwort: "Helmut Schröder" (Antwortmöglichkeiten: CDU - Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl; SPD - Willy Brandt, Helmut Schmidt)

Frage: Aus welchen Grundfarben setzt sich ein Farbfernseh-/Farbmonitorbild zusammen?
Antwort: "schwarz/weiß". (Richtig: aus drei Farben: rot, grün, blau = RGB)

Frage: Die deutsche Nationalhymne hat ursprünglich drei Strophen. Gesungen wird aber immer nur eine. Welche?  Und wie beginnt sie?
Antwort: "Die Zweite – Auferstanden aus Ruinen". (Richtig: Einigkeit und Recht und Freiheit...)

Frage: Wann und wo soll die nächste Fußball-EM stattfinden?
Antwort: "2012 in Afrika". (Richtig: 2012 in Polen und der Ukraine)

Frage: Welcher Politiker wurde durch den (Nach-)Satz bekannt: "...und das ist gut so"?
Antwort: "Olli Kahn". (Richtig: Klaus Wowereit)

Frage: Geben Sie's zu: Auch Sie haben "Feuchtgebiete" gelesen. Auch wenn Sie es nicht gelesen haben, wissen Sie bestimmt die Antwort auf unsere trockene Frage: Wer ist die Autorin? 
Auswahl der Antworten: "Alice Schwarzer", "Dolly Buster", "Eva Herman". (Richtig: Charlotte Roche)

Für den größten Lacher unter Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern sorgte diesmal ein Kandidat, der bei der Frage nach einer "international bekannten Band aus Magdeburg" die "Söhne Mannheims" nannte. Von wem der – womöglich beabsichtigte – Gag stammt, bleibt geheim. Alle Prüfungsbogen gehen nach Abschluss des Eignungstestes unter Verschluss. Und das ist gut so.



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