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Mittwoch, 24. September, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Ina Hampp

Auslandsstudium: Belgien und Litauen im Check

"Nicht nachdenken, machen"

Der Schritt ins Ausland kostet viele Studenten große Überwindung. Nicht aber Ines Bärschneider und Johannes Schatz. Die beiden Medienstudenten verbrachten ein Semester an einer internationalen Hochschule. medien-mittweida.de berichten sie von ihren Erfahrungen.

Ines in Belgien

Ines (unten rechts) mit ihren neuen Komilitonen vom Intensive Dutch Course (Foto: Ines Bärschneider)

Ines Bärschneider ist Medienmanagement-Studentin der Hochschule Mittweida.  Spontan entschloss sie sich, ein Semester in Belgien an der Katholieke Hogeschool Zuid-West Vlaanderen zu studieren. Mit dem Gedanken, Erfahrungen im Ausland zu sammeln, beschäftigte sich auch Medienstudent Johannes Schatz. Er entschied sich, einen Teil seines Studiums im Südosten Litauens, an der Universität von Vilnius zu verbringen.

Ihr seid seit drei Monaten wieder in Deutschland. Hat euch das Studium im Ausland weitergebracht?

Johannes: Ja, auf jeden Fall. Ständig in einem internationalen Umfeld zu sein und sich auf verschiedene Leute, Kulturen und Ansichten einzustellen, war sehr interessant. Gerade weil andere Nationen oft eine andere Einstellung zu gewissen Dingen haben, die für uns Deutsche eher gemeingültig sind, wie zum Beispiel Demokratie und Freiheit.

Gibt es Kurse an beiden Hochschulen, die in Mittweida nicht angeboten werden?

Ines: In Belgien gibt es ein vielseitiges Angebot an Kursen. Neben den Hauptbereichen BWL und Marketing bietet die Hochschule auch Kurse wie "Improving Management Skill Training", "Entrepreneurial Skills" oder "Business Ethics" an. Dabei werden unter anderem Verhandlungs- und Präsentationstechniken erlernt. Das finde ich sehr nützlich.

Johannes: Auch in Vilnius gibt es interessante Kurse wie "Cross-Cultural Marketing", "Leadership and Corporate Social Responsibility" und "Information Wars", wo beispielsweise verglichen wird, wie die Medien in Zeiten militärischer Konflikte internationalen Nutzen finden.

Konntet ihr euch die im Ausland belegten Kurse anrechnen lassen?

Ines: Vor dem Gang ins Ausland, vereinbaren beide Hochschulen ein "Learning Agreement". In dem wird festgelegt, welche Kurse im Ausland belegt und wie viele Credits jeder dafür bekommen kann. Mit der eigenen Hochschule folgt die Klärung der Anrechnung. Bei mir gab es da keine großen Probleme. Ich kann mir alle für mein Studium relevanten Noten anrechnen lassen.

Johannes: Bei mir ist es genauso, obwohl ich auch ein paar Kurse gemacht habe, die wohl nirgends hineinpassen.

Wie viel Geld sind für ein Auslandssemester in Belgien und Litauen einzuplanen?

Ines: Mehr als in Deuschland. In Westflandern gibt es eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, deswegen sind dort alle gut betucht. Das merkte ich bei den Preisen im Supermarkt. Die Mietpreise für ein sehr einfaches Zimmer in bis zu Zehn-Mann-WGs lagen bei zirka 200  bis 250 Euro, ein Essen in der Mensa bei 4 bis 5 Euro.

Johannes: In Litauen sind die Ausgaben wie in Deutschland. Der Mythos vom billigen Osteuropa trifft für das Baltikum schon lange nicht mehr zu.

Was hat euch an den Ländern fasziniert?

Ines: Belgien hat als Land nicht so viel zu bieten. Einziger und unschlagbarer Vorteil ist, dass es zentral in Europa liegt und jeder in ein paar Stunden in einem beliebigen Nachbarland ist. Diese Möglichkeit nutzte ich und reiste häufig.

Johannes: Mich faszinierte diese unglaubliche Aufbruchstimmung Osteuropas und der Wille etwas zu verändern.

Würdet ihr wieder dorthin gehen?

Ines: Ja, insgesamt war es eine gute Entscheidung nach Belgien zu gehen. Die Hochschule ist auf dem neuesten Stand und die Technik hochmodern. Ein Zudem konnte ich alle notwendigen Kurse belegen und verlor somit keine Zeit in Deutschland.

Johannes: Mir hat es sehr gut gefallen, aber ich möchte nun eher die anderen baltischen Staaten kennenlernen.

Was empfehlt ihr den Studenten, die darüber nachdenken, ein Semester im Ausland zu studieren?

Ines: Nicht nachdenken, machen. Die Studenten sollten sich allerdings rechtzeitig um alles kümmern, dann haben sie dort weniger Stress.

Wir bedanken uns für dieses Gespräch.



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