Von: Daniel Oestreich
Themen des 12. Medienforums Mittweida: Leben ohne Privatsphäre
Staatsüberwachung: Eine wahre Geschichte
Anne Roth erfuhr am eigenen Leib, wie es ist, von Behörden und Verwaltungen als vermeindliche Terroristen-Gattin gebrandmarkt zu werden. Am 10. November berichtet sie von den Erlebnissen, die sie und ihr Mann Andrej Holm durchmachen mussten.
"Pscht. … Hallo … Ja, Sie. Haben Sie heute noch was vor? Das kommt jetzt vielleicht etwas überraschend, aber.. was halten Sie davon: wollen wir nicht eine terroristische Vereinigung gründen? Sie und ich, und vielleicht noch Ihre Tischnachbarin? Zu dritt kriegen wir das hin," mit diesen sarkastisch, tragischen Worten ist Anne Roth derzeit zu vernehmen.
Traurige Begebenheit
Denn: Mit nichts anderem als Sarkasmus, konnte Anne Roth zeitweise der absurden Situation begegnen, in welche die Behörden sie, ihren Mann Andrej Holm, der fälschlich verdächtigt wurde einer terroristischen Vereinigung anzugehören, sowie ihre Familie und Freunde gebracht hatten. Das ganze Ausmaß der Überwachung durch den Staat verrät Anne Roth am Montag, 10. November 2008 beim Medienforum Mittweida.
Am 31. Juli 2007 war Andrej Holm verhaftet worden. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft damals: Mitgliedschaft in einer Terroristischen Vereinigung. Nach massiven öffentlichen Protesten, unter anderem einem offenen Brief von rund 40 Wissenschaftlern aus dem Oktober 2007, die seine Freilassung forderten, hob der Bundesgerichtshof am 28. November 2008 seinen Haftbefehl endgültig auf.
Vortrag: "Hide and Seek - Ein Leben ohne Privatsphäre"
Referentin: Anne Roth, Gründerin "annalist.noblogs.org"
Zeit: Montag, der 10. November 15:15 Uhr - 16:30 Uhr
Ort: Haus 6 - Studio B
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