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Dienstag, 18. November, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: Anja Brete

Landkarte der Gleichstellung von Mann und Frau

Der kleine Unterschied

Der neue "Gender-Index" nach schwedischem Vorbild ist veröffentlicht. Daten der unterschiedlichen Chancengleichheit von Frauen und Männern im Arbeitsmarkt sind als interaktive Landkarte zugänglich und Regionen vergleichbar.

Deutschlandkarte

Chancenverteilung der Geschlechter in Deutschland (Grafik: Anja Brete)

Dabei schneidet Ostdeutschland gut ab.Die Gleichstellung der Geschlechter in Ausbildung, Beruf und politischer Partizipation ist in Deutschland noch immer nicht gewährleistet. Maßnahmen und Strategien für eine Chancengleichheit von Mann und Frau setzten gute Kenntnisse der Lebens- und Arbeitsbedingungen voraus. Das erste bundesweit eingesetzte Messinstrument bildet der "Gender-Index", der in Zusammenarbeit des Bundesamtes für Bau und Raumordnung (BBR) und der Hans-Böckler-Stiftung entstand.

Indikatoren der Vergleichbarkeit

Die interaktive Deutschlandkarte bildet unter www.gender-index.de den Kern des Index. Mit gezielter Auswahl von Bundesland und Region lassen sich die Chancengleichheit in allen Städten und Landkreisen Deutschlands bezüglich Ausbildung, Beruf und politischer Teilhabe betrachten und vergleichen. "Der Index gibt zusätzliche Informationen über regionale Bedingungen und Strukturen auf die politische und wirtschaftliche Maßnahmen gründen können", so die Index-Expertin Antonia Milbert (BBR) gegenüber medien-mittweida.de.

In die Bewertung der Landkreise fließen 19 geschlechtsspezifische Indikatoren ein. Diese beziehen Kriterien wie Schulabrecherzahlen, Abschlüsse und die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen genauso ein, wie die Chancenverteilung auf dem Arbeitsmarkt, unterschiedliche Gehälter und die Aufteilung der Geschlechter in Bürgermeisterämtern oder Stadträten. Informationen zu den Regionen sind in der Karte ebenfalls aufgeführt. Diese geben Hintergründe zu Altersstruktur der Bevölkerung oder der Infrastruktur für die Betreuung von Kleinkindern und Pflegebedürftigen an.

Osten stärker als Westen

Die interaktive Landkarte weist unterschiedliche Rottöne auf. Diese kennzeichnen den prozentualen Wert der Stärke der Gleichstellung. Je heller das Rot einer Stadt oder eines Landkreises ist, desto geringer ist der ermittelte Prozentsatz. Damit ist keine Chancengleichheit in dem Gebiet gegeben.

Auf Basis des "Gender-Index" lässt sich die Aussage treffen, dass in Ostdeutschland, wie zum Beispiel im Leipziger Land, Freiberg und Rostock, durchschnittlich die Gleichstellung stärker ist als in westlichen Regionen. Kindertagesstätten bieten Frauen die Möglichkeit der Erwerbstätigkeit, ähnliche Einkünfte wie bei Männern und damit eine ähnliche Rentenverteilung.

Hundertprozentige Gleichstellung ist Legende

In vielen Teilen Bayerns, Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens ist die Gleichstellung noch ausbaufähig. Doch es sei falsch, eine relativ hohe Chancengleichheit mit guten regionalen Bedingungen, hohem Wohlstand oder guter Strukturpolitik gleich zu setzten, meint Antonia Milbert. Gegenüber medien-mittweida.de äußert die Expertin, "im Extremfall kann Chancengleichheit auch bedeuten, dass Frauen und Männer gleich schlechte Chancen haben".

Eine nahezu hundertprozentige Gleichstellung und damit die Farbe grün auf der Landkarte ist derzeit ausschließlich in der Legende zu finden. Mittels gezielter Einwirkung auf arbeitspolitische Indikatoren, Familien- und Wirtschaftspolitik,  sind Verbesserungen in den kommenden Jahren zu erwarten, meint Antonia Milbert. Außerdem sei eine Veränderung auf Grund des Generationswechsels absehbar.

Schweden als Vorbild

In Schweden ist der "Gender-Index", genauer gesagt der "Jäm-Index", bereits seit den 90er Jahren ein Messinstrument. Auf Grund der gewonnenen Daten konnten Erkenntnisse erlangt werden, die politisches Handeln und damit wiederum eine Verbesserung der Chancengleichheit nach sich zog.



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