Von: Marie Schneider

Feature zur 5. Verleihung des "Swan Lake Awards"
"I love swans"
Der Swan Lake Award ehrt junge Künstler, die Videoclips zu klassischen Musikstücken erstellen. Gestern Abend war es wieder so weit. Schauspieler Manuel Cortez führte im Studio B durchs Programm.

Erst Podiums-
teilnehmer, einen Tag später Swan Lake Award-Moderator: Schauspieler Manuel Cortez. (Foto: Franziska Schäfer)
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Offensichtlich gestresst, hastet die Medienmanagementstudentin Karin Hübler auf die Bühne. Auf Englisch eröffnet sie dem Publikum des 5. Swan Lake Awards, dass der Gastgeber, Manuel Cortez nicht pünktlich zur Verleihung erscheinen kann. Das liege an seinen mangelnden Ortskenntnissen. Verlaufen hat er sich. Kurz darauf beginnt das erste interaktive Spiel. Mithilfe einer grünen Karte bestimmen die Gäste, wie Cortez schnellstmöglich zum Studio B gelangen wird. Das ist neu, denn das Publikum kann aktiv den Verlauf der Show mitbestimmen. Bevor die Nominierten der ersten Kategorie vorgestellt werden, erreichen erst Cortez und wenig später Videobotschaften von Komponisten und Sponsoren die Gäste.
Ungewöhnliche Videos zu klassischer Musik
Angesichts der vielen ausländischen Teilnehmer und Gäste im Saal, führt Cortez in Englisch durch den Abend. Nach dem ersten Spiel geht er zur ersten Verleihung über. Ausgezeichnet wird die erste von drei Kategorien - "Digital Film". Die Filme sind sehr emotional. Eine Besucherin der Website meinte im Vorfeld über das Video "Love never ends" von Sarah Müller und Orhan Sokolyi: "Ich musste weinen, nachdem ich das Video gesehen hatte."
Nach Vorstellung der drei nominierten digitalen Filme, gibt Cortez das Gewinnervideo bekannt. "Orbit Control" von Kamil Goerlich, Kunststudent aus Stuttgart, erhält den ersten Preis. Im Publikum gingen die Meinungen über seine Darstellung auseinander: Eine Kamera befestigt an einem Lenkdrachen, deren Bilder immer wieder in gleicher Form auftauchten. Für Viele war es nur ein wackeliger "Do-it-yourself"-Film, für Andere ein ausdrucksstarkes Video intensiver Gefühle. Nach seiner Ehrung diskutierten die Gäste ebenso über seinen Live-Auftritt am Keyboard, bei dem er ein selbst komponiertes Stück zum Besten gab.
"A personal note: I love swans"
Es folgt die zweite Kategorie: "Animation". Wieder stehen drei Filme zur Auswahl. Darunter das Gewinnervideo "Die Welt ist ungerecht" von Marcus Loeper, Student der Hochschule Mittweida. Er wird an diesem Abend gleich zweifach ausgezeichnet. Mit der filmischen Mischung aus Poesie von Jürg Halter und der Musik von Michele McLaughlin überzeugte er die internationale Jury. Der zweite Platz geht an die finnischen Studenten Vesa Jokinen und Hanne Zenjuga. So kam die Komponistin Kathryn Toyama, auch nicht umhin sich bei ihnen für die wundervolle Umsetzung ihres Stückes per Videobotschaft aus den USA zu bedanken. Am Ende lächelte sie in die Kamera und veriet allen: "And now a personal note: I love swans."
Nach einer kurzen Pause mit Stärkung am Buffet für das Publikum, ging es mit weiteren interaktiven Spielen weiter. Mit dem ersten Spiel soll getestet werden, ob die Technik funktioniert. Ein Pegelmesser soll die Lautstärke des Klatschens in eine Drehbewegung einer projezierten Windmühle umwandeln. Mit dieser Technik soll später am Abend der "Audience Award", also dem Publikumspreis, ermittelt werden. Doch schon nach dem ersten Test merken die Gäste, die Technik funktioniert nicht, wie sie sollte. Als es dann darauf ankam, den Willen der Gäste widerzugeben, versagte die Technik. Von circa 120 Menschen, klatschten lediglich vier. Es reichte, um ein Video zum Sieger zu küren, das bei einer normalen Abstimmung sicher nicht gewonnen hätte.
Mit charmanter Situationskomik
Cortez nahm während des diesjährigen Medienforums als Teilnehmer der Podiumsdiskussion "Der Tod der Fernsehkultur" teil. Sprach souverän von seinen Überzeugungen. Gestern Abend stand er anfangs etwas zertstreut vor dem Publikum. Ob aus gespieltem Zuspätkommen oder echtem unvorbereitet sein, klärte sich im Laufe der Show. Nicht immer textsicher aber dennoch charmant spielte er mit Publikum und Preisträgern zugleich. Wenn er nach gelungener Situationskomik verschmitzt lächelnd aufblickte, oder einzelne Videos kommentierte, blitzte gelegentlich der schelmische Junge in seinen Augen auf, der in der Rolle des Rokko Kowalski so viele begeistert hatte.
Im Vergleich zum letztjährigen Moderator bedeutete Cortez einen Sprung um Lichtjahre nach vorn. Aber die Tatsache, dass das Management des Swan Lake Awards mit Cortez das erste mal einen wirklich berühmten Moderator für eine der großen Mittweidaer Veranstaltungen verpflichten konnte, ließ er sich in seinem Umgang mit dem Publikum nie anmerken. Er verlieh der Veranstaltung angenehm menschliche Züge und unterstrich gleichzeitig endlich den internationalen Anspruch den der Swan Lake Award schon in den letzten Jahren für sich beanspruchte.
Ganz viele Auszeichnungen
Nach der letzten regulären Auszeichnung durch Manuel Cortez übernimmt nun Professor Robert Wierzbicki das Wort. Er lobt alle Mitwirkenden des "Swan Lake Awards", bringt eine prall gefüllte Kiste mit Geschenken und Auszeichnungen mit nach vorn. Leider verliert er sich in seinen Dankesreden, zeichnet beinahe jeden im Raum für irgendetwas aus. Von lautem Stöhnen im Publikum lässt er sich nicht beirren. Obendrein spart Wierzbicki mit Erklärungen. Die Gäste bleiben ahnungslos, wer nun wieso eine Auszeichnung erhielt. Eine Auszeichnung, die für den Betreffenden etwas Außergewöhnliches ist, verliert an Aussagekraft zwischen all den endlosen Danksagungen.
Am Ende führt Professor Wierzbicki einen neuen Preis ein. Der "Creativity Seed Award" geht von nun an im Rahmen des "Swan Lake Award" an Personen, die besonders herausragende kreative Leistungen vollbrachten. Schade, denn so geht der Award im Award unter.
Alles in Allem eine gelungene Veranstaltung. Interessante Filme, gute Organisation, neue Gesichter. Der letzte Teil muss und darf aber nicht zur gegenseitigen Beweihräucherung dienen. Das macht den Award unglaubwürdig und nimmt ihm seinen anfänglichen Zauber.
Der Gewinner der Kategorie "Digital Film", "Orbit Control" produziert und Musik von Kamil Goerlich:
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Ich bin von diesem "Feature" etwas enttäuscht. Inhaltlich mag alles weitgehend korrekt sein, allerdings wirkt es wie eine sture chronologische Abarbeitung. Die haarsträubende Schmeichelei des Herrn Cortez (haben wir so etwas denn wirklich nötig?), der sicherlich auch andere Gesichter an diesem Abend zeigte, zieht das Niveau des Textes noch einmal deutlich nach unten.Schreibt doch einen Kommentar, wenn ihr eure Meinung äußern wollt, dann müsst ihr diese nicht mit gezwungenen Verallgemeinerungen zwischen den Zeilen verstecken.





Frau Schneider beschreibt alles äußerst subjektiv, verdreht die Fakten und verletzt dabei auch noch die Macher von SL:MIMA. Ich finde es bedauerlich, dass man im eigenen Fachbereich eine solche Abhandlung (mit Journalismus hat das wohl wenig zu tun) noch publiziert. :(