Von: Nico Geitel
Campusgesichter: Constanze Hundt
Gegen den Mainstream zum Erfolg
Wer sich in der Medienbranche profilieren will, muss heute gegen den Strom schwimmen. Das erkannte auch Constanze Hundt. Die Medientechnikerin verbrachte acht Wochen in einer kambodschanischen TV-Produktionsfirma. medien-mittweida.de berichtet über ihre Erfahrungen.
Das Medienforum und Mediennacht der Hochschule Mittweida sind gerade zu Ende gegangen, da beginnt die Arbeit für Constanze Hundt erst richtig. Die Leiterin für Schnitt und Postproduktion arbeitet mit ihrem Team alle Filmaufnahmen noch einmal auf. Fast 30 Vorträge und Diskussionen sind dabei zu prüfen. Viel Arbeit, aber nicht für Constanze.
Bereits während der Schulzeit absolvierte Constanze zahlreiche Praktika im Bereich Hörfunk und Fernsehen. Nach dem Abitur begann Constanze 2006 das Medientechnikstudium in Mittweida. Seitdem steht die gebürtige Chemnitzerin ständig unter Spannung. Ob technische Leitung für das Jugendmagzin "Propeller TV", Verwaltung des Sendernetztes bei "MW Digital" oder Produktionsleitung beim "Swan Lake Award". Kein Job ist für Constanze zu schwierig.
Kambodscha statt Einheitsgedöns
Im diesem Sommer stellte sie sich aber einer noch größeren Herausforderung. In Kambodscha bewältigte sie bei "Women's Media Centre of Cambodia" (WMC) ein zweimonatiges Auslandspraktikum. "Nach Großbritannien und in die USA kann ja schließlich jeder gehen", sagte die 21-Jährige. "Dies hätte mich aber in keinster Weise gereizt". Constanze wollte sich auch selber beweisen, dass sie in einem fernen Land mit vollkommen konträrer Kultur leben und arbeiten kann. Das war nicht immer einfach. Einen typischen Arbeitstag wie in Deutschland, kann man in Kambodscha nicht erwarten. "Man sollte ein Vielfaches mehr an Zeit einplanen und bezüglich der Arbeitseinstellung auch ein dickes Fell haben", verriet Constanze.
Die Unpünktlichkeit der Khmer, die größte Bevölkerungsgruppe Kambodschas, erleichterte die Zusammenarbeit nicht gerade. Verständigungsprobleme gab es zusätzlich. "Wenn ich Glück hatte und einen der drei Englisch sprechenden Mitarbeiter getroffen habe, dann Englisch, ansonsten irgendwie mit Händen und Füßen." Gewöhnungsbedürftig sei auch das in Südostasien typische Monsunklima. "Aufgrund der hohen Temperaturen und der Luftfeuchte war ich dort auch viel eher müde." Das Essen hat für die Khmer im Tagesablauf einen hohen Stellenwert. Wie für alle asiatischen Länder ist der Reis Hauptnahrungsmittel und es gibt ihn sowohl zum Frühstück als auch zum Mittag und Abendbrot.
Vierfacher Preis und trotzdem günstig
Mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) und Nebenjobs finanzierte Constanze ihr Auslandspraktikum. Für die acht Wochen zahlte sie insgesamt 1 600 Euro. "Da Kambodscha zu den Entwicklungsländern zählt, war der Flug mit Abstand der größte Posten auf der Finanzierungsliste", erklärte sie, "ansonsten ist das Leben da recht preiswert". Als weiße Europäerin konnte sich Constanze in Kambodscha hoher Beliebtheit erfreuen. Nicht nur wegen ihrer Fähigkeiten, sondern vielmehr wegen der Annahme, sie sei über die Maßen wohlhabend. "Als Weiße bezahlt man locker den 3-4 fachen Preis gegenüber den Einheimischen."
Zukunftspläne
Zurück in Deutschland begann für Constanze das fünfte Semester. Doch ausruhen wird sich Constanze nach ihrem Auslandspraktikum nicht. Seit November 2008 ist sie Werksstudentin im Bereich Fernsehen bei der "IMM prounique GmbH" in Mittweida. Nach Ihrem Bachelorstudium will sie für ein halbes Jahr nach Peru gehen und dann ein Masterstudium beginnen.
Wir wünschen ihr dafür viel Erfolg!
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