Zu Favoriten hinzufügen


Donnerstag, 8. Januar, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Sebastian Opitz

Audioinhalt

Neue Campus-Serie "Hochschule mit Leidenschaft"

Ein singender Systemtechniker

Er spielt Bass, Gitarre und Mundharmonika. Er singt, mischt und produziert – und nebenbei unterrichtet er im Fachbereich Medien: Professor Michael Hösel.

Professor Hösel in seinem Element.

Professor Hösel in seinem Element: der Musik. (Foto: Sebastian Opitz, Montage: Alexander Haase)

Sein Heimstudio hat Michael Hösel aufwändig eingerichtet.

Sein Heimstudio hat Michael Hösel aufwändig eingerichtet. (Foto: privat)

Vielen Studenten fordert die Vorlesung "Audiotechnik", vollgepackt mit Korrelationsgradmesser, Tauchspulenmikrofonen und Pulse Code Modulation, höchste Konzentration ab. Da ist Abwechselung willkommen, vor allem, wenn der Professor von eigenen Erlebnissen erzählt oder hin und wieder von Boxen schwärmt. Michael Hösel lehrt alle Medienstudenten, mit dem Mischpult umzugehen und im Kabeldschungel eines Tonstudios zu überleben. Er leitet den Hörfunk und ist seit 1996 Prodekan des Fachbereichs Medien.

"Das Tonstudio ist ganz allein mein Hauptwerk"

Am Anfang fand er in der Hochschule ein Tonbandgerät und ein Mischpult vor. Mit den Jahren baute Hösel ein Sende- und ein Aufnahmestudio auf und intensivierte die Audio-Ausbildung für Studenten. Der Hörfunk wurde beliebter. Heute üben sich Studierende im lokalen Sender "99drei Radio Mittweida", veranstalten einen Bandwettbewerb und produzieren im Studio. Ein von Michael Hösel gemischter Song, bei dem er auch mitspielt, ist auf dieser Site zu hören.

"Ich bin von Kindsbeinen an brutal mit Stones beschallt worden"

Ab 1966 ging er in Karl-Marx-Stadt zur Schule. Sein älterer Bruder spielte unentwegt Platten der Rolling Stones ab, Hösel interessierte sich eher für Technik. Mit 13 Jahren fing er an, Musik zu sammeln. Nachdem er studierte – Professor Hösel ist eigentlich Diplom-Mikrosystemtechniker – mischte er Konzerte für die erzgebirgische Folk-Rock-Combo "Wanderer" und stand für Monate, den Sänger vertretend, mit auf der Bühne. Die Band löste sich auf, die Wende kam und einige Bandversuche in den folgenden Jahren. Bis 2002  spielte er Gitarre bei der Schlagersängerin Simone Heyl. Dorffeste und Familienfeiern mit Halbplayback. In Mittweida trat er erst mit einem Gitarristen im Duo auf, danach als Sänger und Bassist seiner Band, die sich vor einem Jahr auflöste.

"Ich habe zu Hause, was man so braucht"

Monitorboxen, Mischpult, Digitalwandler und Instrumente: In seinem Heimstudio in Chemnitz kann Michael Hösel heute fast alles machen, was auch im Tonstudio in Mittweida möglich ist. Zur Zeit probt der Audioprofessor mit Studenten in einer neuen Band. Sie haben sich Songs von Tom Petty und anderen Altrockern vorgenommen. Ludwig Hilmer, Dekan der Medien, lobt seinen Kollegen: "Als Musiker wird er nur von wenigen lebenden Künstlern übertroffen". Ein Professor, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.



» Zurück


Felder mit einem * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

Rechtlicher Hinweis:

Ihr Beitrag wird erst nach einer Freischaltung angezeigt. Wir sind dazu verpflichtet, Beiträge von außerhalb auf rechtliche Verstöße hin zu überprüfen, bevor sie veröffentlicht werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.


Keine Einträge

Keine Einträge im Gästebuch gefunden.

Footer