Von: Nico Geitel
Campus-Serie: "Hochschule mit Leidenschaft"
Fast 100 Länder bereist
Professor Diplom-Volkswirt Otto H. Hammer ist ein Mann der vielen Geschichten. In seinen Vorlesungen erklärt er den Studenten die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge und schöpft dabei aus jahrelanger Berufserfahrung aus der gesamten Welt.
An der Hochschule Mittweida sind Wirtschaftswissenschaften in vielen Studiengängen fest integriert. Die Grundlagen der Betriebswirtschaft vermittelt Professor Otto Hammer den Studenten. Eine Besonderheit bei seinen Vorlesungen: Anstatt aus Büchern zu zitieren, erklärt er anhand seiner eigenen Erfahrungen. In seiner Karriere bereiste der Diplom-Volkswirt fast 100 Länder und arbeitete in den verschiedensten Wirtschaftsunternehmen.
Früh Reise-Leidenschaft entdeckt
Als jüngstes Kind wollte Hammer vom Sägewerk der Eltern im Oberpfälzer Hirschau wenig wissen. Ihn zog es schon früh in die Welt hinaus. Als Schüler trampte er bereits mit 15 Jahren durch Skandinavien. Nach dem Abitur studierte Hammer 1969 Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Regensburg. In den Semesterferien war er wieder unterwegs. So arbeitete der junge Student während der vorlesungsfreien Zeiten in Spanien, Finnland und Schweden. Für ihn bestand schnell Klarheit: "Ich erobere mir die Welt in arbeitender Weise."
Damals träumte der Professor davon, bereits mit 35 Jahren die gesamte Welt bereist zu haben. Bis heute mit 62 Jahren hat er es nicht geschafft. Aber Otto Hammer war in 98 Ländern der Erde auf fünf Kontinenten unterwegs. "Ich versuche in den 'Travelers Century Club' aufgenommen zu werden, bei dem man 100 Länder bereist haben muss", erklärt er.
Unterwegs in Amerika
Mit einem Stipendium studierte der Diplom-Volkswirt ab 1971 internationales Management an der "University of Colorado" in Boulder. Die Reise in die Vereinigten Staaten absolvierte Hammer aber nicht im Flugzeug. Mit einem Frachtschiff fuhr er von Rotterdam nach Georgia und trampte von dort weiter nach Colorado.
Mit dem Bachelor in der Tasche reiste Otto Hammer weiter auf der Panamericana nach Süden. Fünf Monate durch Mittelamerika unterwegs, erreichte er schließlich Rio de Janeiro. An dieser Stadt verlor der Professor auch sein Herz, denn die Mentalität der Cariocas sei wirklich einmalig. "Wenn ich hier aus Mittweida weg bin, dann werde ich jedes Mal für ein paar Wochen nach Rio reisen", sagt er.
Arbeit in verschiedenen Projekten
In seiner weiteren Karriere arbeitete Professor Hammer in verschiedenen Projekten auf der gesamten Welt. So zum Beispiel für die "Gesellschaft für technische Zusammenarbeit" (GTZ) für Projekte in Guatemala, Kenia und Sambia. Von 1988 war er in Manila als Regionalmanager der ASEAN-Länder für die "Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft" (DEG) tätig.
An die Hochschule Mittweida verschlug es ihn 1995. Seit dem unterrichtet der Diplom-Volkswirt im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Nebenbei gibt Hammer auch Gastprofessuren am "Fort Lewis College" in Colorado und an "Akademia Gorniczo-Hutnicza" in Krakau.
Integration durch Fußball
Ganz auf sich allein gestellt, hatte Otto Hammer nie Probleme in fremden Ländern Fuß zu fassen. "Wo immer ich in die Welt aufgebrochen bin, ist mir die Integration durch den Fussballsport sehr leicht gefallen", sagt er. Angefangen hatte der Professor in einer Amerikanischen Amateurmannschaft und spielte im Laufe der Jahre bei den verschiedensten Fussballvereinen. Auch heute kickt er noch in der Altherrenmanschaft in Amberg. Außerdem reist Hammer jedes Jahr im Februar zum Veteranenturnier der "Manila Nomads" zu den Philippinen.
Ein Traumland ist ihm auf seinen vielen Reise bisher aber verwehrt geblieben. "Für Australien bot sich bisher nie die Gelegenheit, aber es hat mich nie geschreckt in die Welt zu fahren und neue Menschen kennen zu lernen", erklärt Hammer.
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Boah, der Mann hat was erlebt. Das will ich auch...
toller Artikel!