Von: Miriam Walther

Campus-Serie: "Hochschule mit Leidenschaft"
Der Spielzeugprofessor
Professor Peter Tittmann sammelt mit Leidenschaft mathematische Spielzeuge. Seine private Sammlung umfasst mehr als 300 solcher Exemplare. Die Sammelstücke setzt er nicht nur spielerisch in Vorlesungen ein, sondern organisiert auch Ausstellungen und führt Vorträge.

Professor Dr. Peter Tittmann in seinem Büro mit einem seiner mathematischen Gegenstände. (Foto: Peter Tittmann / Montage: Alexander Haase)
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Eigentlich unterrichtet Professor Dr. Peter Tittmann an der Hochschule Mittweida Algebra und Diskrete Mathematik. Wie er zu seinem Sammelhobby kam, erklärt Tittmann gegenüber medien-mittweida.de folgendermaßen: "Ich spielte schon immer gern Schach und begann vor über 20 Jahren dann mit dem Sammeln von Holzspielzeug". Manche dieser mathematischen Spielzeuge haben es in sich. "Sie sind so knifflig, dass ein Computer benötigt wird, um das Problem zu lösen", sagt er. Überhaupt steckt hinter jedem dieser Spielzeuge immer eine Hürde, die fast nur mit Mathematik lösbar ist. "Sicher auch durch das Probieren, aber das gilt nur für die einfacheren Varianten dieser Spielzeuge."
Geduld ist gefragt
Jedermann kennt den Zauberwürfel, auch "ungarischer Würfel" genannt. Dieser galt in den 80er Jahren des vorigen Jahrtausends als absoluter Hit und ist immer noch ein Klassiker unter den Spielzeugen. "Für Kinder ist so etwas großartig, denn sie können spielerisch mit der Mathematik umgehen lernen", erklärt der Professor. Peter Tittmann hielt bereits Vorträge mit kleinen Spieleinlagen für Kinder. Geduld ist hier Gold wert. Der Professor berichtet, dass es schon Tage oder auch länger dauern kann, bis er ein solches Rätsel knackt. Das sind dann wirklich anspruchsvolle Denksportaufgaben.
"Holzspielzeug fand ich schon immer faszinierend", betont Tittmann. Er sammelt sie hier und da, kauft ab und zu ein neues Spielzeug. Eine Zeit lang bekam sie der Professor zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt. In seiner Wohnstube stehen etliche Vitrinen mit Spielzeug.
Spielzeuge auch als Türschlösser
Da wird schon mal zu Familienfesten gerätselt und gezockt. Es gibt immer eine Geschichte hinter jedem Stück. "Die chinesischen Ringe, die sind nicht nur unheimlich alt, sondern auch ziemlich knifflig", so der Professor. Das System dahinter ist in wenigen Zügen Ringe zu entflechten. Sie waren einmal als Türschlösser in Skandinavien und Japan eingesetzt. Das setzte sich jedoch nicht durch. Das verscheucht zwar jeden Einbrecher, aber selbst der Hausbesitzer braucht dafür zu lang, um in die Wohnung zu gelangen.
Im Jahr der Mathematik 2008 waren die Spielzeuge von Professor Tittmann im Haus 5 ausgestellt. Das waren über 300 Exponate in 15 Vitrinen. Ein Teil dieser Ausstellung ist momentan noch als Sonderaustellung im Hauptgebäude der Hochschule Mittweida zu sehen.
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