Von: Marie Schneider
Campusgesichter: Lars Wendler
Der Laufstil entscheidet
Mit fünf Jahren spielte er noch Fußball. Seit der fünften Klasse läuft Lars Wendler, Maschinenbau-Student an der Hochschule Mittweida, jedoch erfolgreich die 10 000 Meter - auch für seine Uni.
Lars Wendler ist ein Energiebündel. Fünf bis sechs Mal die Woche Training. Er ist Läufer. Egal, ob die 800 oder 10 000 Meter-Strecke. Hauptsache laufen. Der Maschinenbau-Student hatte schon immer den Drang, sich sportlich zu betätigen. Und das trotz seines kleinen Handicaps. Kurz nach seiner Geburt mussten die Ärzte eine Niere herausoperieren. Störend ist das beim Sport nicht. Das bewies er durch zahlreiche Siege bei diversen Läufen in Deutschland. Auch für die Hochschule Mittweida lief er zuletzt Gold: bei den sächsischen Hochschulmeisterschaften im Straßenlauf.
Eine Runde zu wenig
Alles begann in der fünften Klasse. Da wechselte Lars Wendler zur Leichtathletik. Zuerst trainierte er beim Leichtathletik-Club Chemnitz (LAC) neben den typischen Lauftstrecken auch Hoch- und Weitspung sowie Sprint. Bei einem Wettkampf lief der Student viel zu schnell los. Dadurch verwirrte er nicht nur seine Kontrahenten, sondern auch den Kampfrichter. Der verzählte sich in der Rundenanzahl. Somit erreichte Wendler das Ziel als "Erster". Seinem heutigen Trainer fiel er dadurch auf - und natürlich durch sein Talent. Obwohl Wendler gar keines hat, wie er selbstkritisch feststellt.
Trotz gesundheitlicher Rückschläge raffte sich der Mittweidaer Student immer wieder auf, erlangte jedes Mal schnell seine Bestform zurück. Das liegt an seiner Grundschnelligkeit, erklärt er. Aber dazu bedarf es "Druck durch Wettkämpfe, um sich zu motivieren". Auch nachdem Knieprobleme im Sommer 2008 das Training fast unmöglich machten, gab Lars Wendler nicht auf.
Laufendes Stehaufmännchen
Nach einer Odysee in verschiedenen Arzt-Praxen stellte schließlich ein Orthopäde fest: "Geh wieder Laufen. Dann verschwinden auch deine Knieprobleme". Und tatsächlich: Seit Januar 2009 kann er wieder sechs Trainingseinheiten in der Woche absolvieren. Durch die vielen Pausen machen ihn tragische Todesfälle, wie die von Leichtathlet René Herms nachdenklich. "Aber das ist auch gut so, denn dann denke ich anders darüber nach, wenn ich mit einem Schnupfen trainiere. Sportler wie ich beginnen mehr auf ihren Körper zu hören", sagt er.
Nach seiner Pause ist Lars Wendler nun voller Tatendrang. Aber einen genauen Plan, was er als Nächstes in Angriff nehmen will, hat er noch nicht. "Ich bin froh, dass ich wieder rennen gehen kann", erklärt der Student. An einer Sache muss aber zu jeder Zeit gefeilt werden: Der Laufstil eines Läufers ist entscheidend über den Platz auf dem Treppchen oder einen der hinteren Ränge. Auch für die Knochen ist es wichtig, eine ausgewogene Laufbewegung zu finden. Eine weitere Strategie ist, weniger zu trainieren, dafür aber mehr Leistungsteigerung zu erzielen. "Damit ärgere ich in Wettkämpfen regelmäßig die Profis, die jeden Tag zweimal trainieren", erklärt er.
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