Von: Evelyn Lorenz
Hochschule Mittweida im schülerVZ
"Studieren in Fernost"
Die fünf neuen Bundesländer wollen mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das Ansehen und den Bekanntheitsgrad ostdeutscher Hochschulen steigern. Für die Imagekampagne beraten Studenten unentschlossene Jugendliche im schülerVZ.
Die Hochschulen im Osten Deutschlands stehen vor einem Problem. Sie befürchten, dass sie die geburtenschwachen Jahrgänge, als Folge der Wende 1989/90, auch bald zu spüren bekommen. Die Schülerzahlen, die die Studiengänge in den neuen Bundesländern füllen können, sinken. Um diesem Trend entgegenzuwirken, riefen die ostdeutschen Bundesländer eine Hochschulinitiative ins Leben. Unter dem Namen "Studieren in Fernost" startet sie offiziell am 23. April 2009.
Hochschulen im Netz
Um ostdeutschen Hochschulen in Gesamtdeutschland einen besseren Ruf zu verschaffen und Vorurteile gegenüber dem "Osten" zu entkräften, setzt das Ministerium an der entscheidenden Stelle an: unentschlossene Schüler. Aufgrund der ansteigenden Internetaktivität Jugendlicher übernehmen die Online-Communities schülerVZ und studiVZ dabei einen großen Part.
Jede Hochschule erhält auf schülerVZ eine sogenannte Edelgruppe, in der sie sich den potenziellen Studenten präsentieren kann. Diese Gruppen sind von studiVZ gesponsert und können z.B. Videos der Hochschule oder Universität hochladen. Damit Schüler Fragen klären und Informationen aus erster Hand erhalten können, werden sogenannte Campusspezialisten eingesetzt. Das sind mindestens zwei Studenten der jeweiligen Einrichtung, die die Moderatorrolle in ihrer Gruppe übernehmen. Ihre Aufgabe ist es, alle Fragen zu beantworten oder an die nächste Instanz weiterzuleiten und über aktuelle Veranstaltungen, wie zum Beispiel den "Girls'Day" zu informieren. Dazu müssen sie jede Woche einige Stunden investieren.
Mittweidas Campusspezialisten
Zu den 44 Hochschulen, die an der Initiative beteiligt sind, gehört auch die Hochschule Mittweida. Mit den Campusspezialisten Jenny Rasche und Torsten Schmortte wird sie im schülerVZ vertreten. Jenny ist Medientechnikstudentin und Torsten studiert Multimediatechnik. medien-mittweida.de erzählten die beiden, warum sie sich als Campusspezialisten beworben haben: "Ich hätte mir gern selber als Schüler so ein Projekt gewünscht", sagt Jenny. "Weil es mich reizt, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und ihnen bei ihren Entscheidungen zu helfen", so Torsten.
Außerdem erfahre der Schüler auf diese Weise mehr über den Numerus clausus und die verschiedenen Bewerbungsverfahren an den Unis. Die beiden sind durch eine Schulung aller Campusspezialisten in Berlin fit für ihre Aufgaben. Auf die Frage, was sie denn erwarten wird, antwortet Torsten: "Vor allem viel Verantwortung; zudem die Betreuung potenzieller Studenten, sowie Ansprechpartner für Schüler zu sein".
Zukunftsaussichten
Die Initiative ist auf vier Jahre angelegt, womit sich eine Frage stellt: Reichen vier Jahre aus, um das teilweise falsche Bild Ostdeutschlands richtigzustellen? Immerhin haben die bisherigen knapp 20 Jahre scheinbar noch nicht gereicht, um die Vorurteile dem Osten gegenüber zu entkräften. "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung", so Jenny. Es wird sich zeigen, wann oder ob die zukünftigen Studenten die Vorteile ostdeutscher Universitäten erkennen.
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