Zu Favoriten hinzufügen


Donnerstag, 28. Mai, Alter: 1 Jahre » Zurück

Von: Mario Kießling

Handy N97 ab September mit VoIP

Nokia provoziert mit Skype

Das neue N97 von Nokia soll das erste Smartphone sein, auf dem Skype vom Hersteller bereits vorinstalliert ist. Dadurch bahnt sich ein Konflikt mit den Mobilfunkbetreibern an, die die Möglichkeit des kostenlosen Telefonierens mit Skype als eine Bedrohung für ihren Umsatz ansehen.

Nokias neues N97

Erstes Handy mit vorinstalliertem VoIP Clienten Skype (Quelle: Wikipedia, handy-facts.de / Montage: Mario Kießling)

Der finnische Handyhersteller Nokia zählt zu den widerspenstigsten Telefonherstellern. Seit mehreren Jahren versucht das Unternehmen, in die Wertschöpfungskette der Mobilfunkbetreiber einzudringen. Es installiert eigene Navigationsdienste, den "Ovi-Store" zum Kauf von Programmen, oder "Comes with Music" für den Erwerb von Musiktiteln. Dementsprechend ablehnend reagieren die Mobilfunkbetreiber, die eigene Musikshops betreiben.

Nun provoziert Nokia erneut. Eine Allianz mit dem weltweit größten Voice-over-IP-Anbieter (VoIP) Skype stellt einen gewissen Vorsprung zur Konkurrenz dar. Skype, das zum Ebay-Konzern gehört, hat weltweit 400 Millionen Nutzer, die kostenlos per Internet telefonieren und per Instant Messaging schreiben können. Seinen Umsatz generiert das Unternehmen durch Premiumdienste, wie Gespräche ins Fest- oder Mobilfunknetz, Voicemail oder SMS-Dienste. Bereits zum Mobile World Congress im Februar hatte der Skype-COO (Chief Operating Officer) Scott Durchslag eine Kooperation mit Nokia bekannt gegeben und Vertreter der Mobilfunkanbieter ins Schwitzen gebracht. Nach enger Zusammenarbeit zwischen Skype- und Nokia-Ingenieuren wurde das Programm in das Nokia-Adressbuch integriert und weitere technische Vorraussetzungen geschaffen, sodass das Flaggschiff von Nokia, das N97, ab dem dritten Quartal 2009 mit besagtem Dienst in den Läden steht.

Skype nur über UMTS

Die Reaktionen von T-Mobile und Vodafone sind eindeutig. Zwar kein Boykott des N97 aber Maßnahmen die sicherstellen, dass sie keine Verluste hinnehmen müssen. T-Mobile zum Beispiel bietet das N97 lediglich ohne Skype-Anwendung an. Ähnlich wie beim Google-Handy G1, wo ebenfalls kein Skype-Programm seitens T-Mobile nutzbar ist. Es wird jedoch überlegt, einen Kompromiss einzugehen, wie es der Konkurrent Vodafone getan hat. Dieser bietet den Skype-Clienten auf den hauseigenen Blackberrys oder kompatiblen Nokia-Serien an, unterbindet jedoch die Nutzung über Wlan oder Hotspots und erzwingt die Verbindung zu kostenpflichtigen GSM-Netzen. Dazu bietet Vodafone zusätzlich einen Datentarif für etwa fünf Euro pro Monat an.

Man könnte nun vermuten, dass andere Handyhersteller ebenfalls auf den Zug mit VoIP-Angeboten oder Instant Messagern wie ICQ aufspringen. Doch diesbezüglich kamen noch keinerlei Angaben aus dem Hause Samsung, LG oder Motorolla. Es ist jedoch anzunehmen, dass in Zukunft mehrere Hersteller diesem Trend folgen werden und solche Clienten vorinstallieren werden, weshalb T-Mobile & Co. nicht um zusätzliche Datentarife herumkommen werden, wenn sie keine finanziellen Verluste erleiden wollen.



» Zurück


Felder mit einem * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

Rechtlicher Hinweis:

Ihr Beitrag wird erst nach einer Freischaltung angezeigt. Wir sind dazu verpflichtet, Beiträge von außerhalb auf rechtliche Verstöße hin zu überprüfen, bevor sie veröffentlicht werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.


Keine Einträge

Keine Einträge im Gästebuch gefunden.

Footer