Von: Anne Hofmann
Interview mit der Agentur für Arbeit in Chemnitz
Arbeit aus dem Internet
Die Arbeitslosenzahlen für den Mai liegen höher als im Vorjahresmonat. Für Arbeitssuchende gibt es Websites, die online auf eine Bewerbung vorbereiten sollen. Michaela Barthel von der ArGe Chemnitz schätzt ein, wie sehr man sich auf diese stützen kann.
In der vergangenen Woche veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitslosenzahlen für den Mai 2009. Diese waren im Vergleich zum Vormonat um 0,4% gesunken. Von einer Trendwende kann man laut BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise trotzdem nicht sprechen, denn im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die Arbeitslosenzahlen gestiegen.
Für Arbeitssuchende gibt es im Internet verschiedene Möglichkeiten, sich Unterstützung zu suchen – teils kostenfrei, teils kostenpflichtig. Einige davon, wie zum Beispiel Stepstone sind jedoch seit Jahren nicht, oder nur unvollständig aktualisiert worden. Michaela Barthel ist Pressesprecherin der Arbeitsagentur Chemnitz und rät zur Vorsicht bei der Auswahl der entsprechenden Onlineangeboten. Generell kann sie diesen aber Positives abgewinnen.
Wie schätzen Sie die Seriosität von Websites ein, die Tipps zur Gestaltung von Bewerbungen geben? Wie sieht es mit der Aktualität aus?
Es gibt eine ganz wichtige Faustregel: Augen auf, wenn es um Online-Angebote geht. Wichtig ist, auszuschließen, dass Informationen veraltet oder gar falsch sind. Dazu sollte man einen Blick ins Impressum werfen – Wann ist die Website zuletzt aktualisiert worden? Wer betreibt sie? Bevorzugt sollte man sich auf große, bekannte Websites konzentrieren. Es gibt schon einige, die seriös und bekannt sind; und auf die kann man sich dann auch verlassen.
Außerdem gibt es kostenpflichtige Angebote im Netz. Muss man sich qualifizieren, um so etwas machen zu können, oder kann eigentlich jeder eine solche Website starten?
Theoretisch kann jeder, der in die Richtung Ambitionen hat, so etwas anbieten. Das kann dann gut oder schlecht sein – da muss man einfach ganz genau schauen. Es gibt durchaus auch Angebote, wo so etwas kostenfrei gemacht wird. Eine Kontrolle gibt es nicht; das ist ein privatrechtlicher Vertrag, wo jemand etwas anbietet und dann bezahlt man eben Geld dafür. In solchen Fällen sollte man am besten jemanden fragen, der mit derartigen Angeboten schon Erfahrung hat.
Würden Sie grundsätzlich zu Websites raten, die Tipps zur Erstellung von Bewerbungen geben?
Man kann durchaus über den Weg Erfolg haben. Es gibt viele, die aus der Wirtschaft kommen und die Erfahrung mitbringen – wie baue ich so etwas auf, was ist neu am Markt oder sollte ich vielleicht zur konservativen Variante greifen, was ist spezifisch für den Berufszweig? Und die Erfahrung kann man dann ja auch nutzen. Man muss nur eben schauen, dass man sich an den Richtigen wendet, etwas davon hat und das Geld nicht zum Fenster hinaus schleudert.
Welchen Stellenwert nimmt die Bewerbung generell ein?
Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die Bewerbung in den meisten Fällen die erste Visitenkarte ist, die man beim Arbeitgeber von sich hinterlässt. Kommt die nicht an, gibt es meistens keine zweite Chance. Hierbei ist vor allem eine branchenspezifische Bewerbung wichtig. Dazu helfen die Websites, Experten oder die Kollegen von der Arbeitsagentur.
Wir bedanken uns für das Interview
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