Von: Erik Hilse
Wenn Paidmailer mit dem großen Geld locken
Klick dich arm!
Sie heißen Earnstar, Infomails und BoniMail. Diese sogenannten Paid4Mail-Anbieter versprechen durch das Lesen und Bestätigen von Werbemails ein gutes Taschengeld nebenbei.
Wer regelmäßig im Internet unterwegs ist, ist mit Sicherheit zufällig schon auf sie gestoßen: Paidmailer, die einem durch zusenden von Werbemails ein paar Euro nebenbei versprechen. Typische Vertreter sind Earnstar, info-mails.de und BoniMail.
Die Registrierung bei diesen Diensten ist kostenlos und geht schnell. Der willige Nutzer legt dann Interessengebiete fest, zu denen er Werbung erhalten möchte. Beispielsweise Auto, Technik oder Erotik. Von da an trudeln beim Empfänger jeden Tag Werbemails ein, die über einen Link bestätigt werden müssen. Dann werden dem Nutzerkonto zwischen einem und drei Cent gutgeschrieben.
Ähnliches System bei allen Anbietern
Das große Geld verdient bei diesen Systemen nicht der klickfreudige Nutzer, sondern der Anbieter des Paidmaildienstes. Eine werbewillige Firma bezahlt den Paidmailer. Dafür verschickt dieser in den Werbemails den Link der Firma an diese User, deren Interessen thematisch zum Werber passen. Dadurch steigt die Zahl der Visits auf die Seite der Firma, und mit etwas Glück gewinnt diese sogar neue Kunden. Einen kleinen Bruchteil des Gewinns schüttet der Paidmailer an seine Nutzer als Vergütung für die Bestätigung der E-Mails aus.
Ein langer Weg für ein paar Euro
Durchschnittlich erhält der Klickwütige pro Tag fünf E-Mails mit Werbelinks. Mal mehr, mal weniger. Je nach Häufigkeit der E-Mails und der Klickbereitschaft des Nutzers dauert es unterschiedlich lang, bis sich ein paar Euro angesammelt haben. Die Auszahlungsgrenzen liegen zwischen 15 und 25 Euro. Deswegen werben die Anbieter mit allerlei Zusatzangeboten um neue Kunden. Earnstar bietet beispielsweise ein Startguthaben von 5 Euro an, bei info-mails.de kann aller 20 Minuten auf deren Website ein Werbelink angeklickt werden – für 0,2 Cent pro Klick.
Durch fragwürdige Bonusaktionen kann das Guthaben schneller erhöht werden. So gibt es bei Earnstar für den Abschluss eines DSL-Vertrages 60 Euro extra. Wer Freunde für die Paidmailer wirbt, bekommt durch Referal-Provisionen nochmal ein paar Cent extra.
Unter dem Strich lohnt sich diese Art zum Geld verdienen nicht, weil es viel zu lange dauert, bis etwas Geld zusammen gekommen ist. Außerdem sind die privaten Adress- und Kontaktdaten vielen Nutzern zu wertvoll, um sie wegen ein paar Cent mehr bei "Bonusaktionen" Preis zu geben.
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Für den "Profiklicker", der genügend Zeit für zahlreiche Paid4 Anbieter hat, ist ein Verdienst von ca. 40 Euro/Monat drin. Mit Bonusaktionen kommt man natürlich auf beträchtlich mehr, da bleibt, aber das meißte Geld bleibt bei den Anbietern hängen. Eigentlich ist jeder Klick im Internet, der zur Einblendung von Bannern führt 0,8 Cent wert. Alle Bonusaktionen sind im Prinzip nur Freundschaftswerbungs-Programme, von denen die Anbieter durchschnittlich gerade mal 2/3 des Geldes weitergeben.