Von: Tom Rosenkranz
Schon gehört? "Alessi’s Ark": Notes from the Treehouse
Magisches Wetter
Die Newcomerin "Alessi’s Ark" überzeugt mit ihrem ersten Album nicht nur die britische Musikpresse. Was ein Mädchen und eine Gitarre so aufregend macht, wird im folgenden Artikel verraten.
Eine Gitarre und ein hübsches Mädel mit einer hinreisenden Stimme- das klingt nicht unbedingt neu, aber durchaus interessant. Wenn dann die Musik noch so charmant und keck umgesetzt ist, wie auf "Notes from the Treehouse" beschleicht mich eine Ahnung, etwas ganz Besonderes gefunden zu haben.
Die Karriere von "Alessi’s Ark" begann, wie so viele heutzutage, auf Myspace. Schnell erlangte die Britin einen gewissen Bekanntheitsgrad und eine ganze Menge Fans. Für Ihr erstes Album "Notes from the Treehouse" konnte sie Mike Mogis von "Bright Eyes" als Produzenten und Virgin Records als Label gewinnen. Mit derart hochkarätiger Unterstützung fand das Projekt auch schnell anklang in der britischen Presse und "Alessi’s Ark" mauserte sich zu einem Liebling der Kritiker.
Eingängigkeit trifft Individualität
Was sofort auffällt, ist das großartige Gespür für Melodien. Fast jedes Lied besitzt Singlepotenzial und setzt sich in den Gehörgängen fest. Schon die Vorabveröffentlichung von "Magic Weather" lies die Musikpresse aufhorchen. Die Geschichte über zwei Menschen, die sich durch ihre gemeinsame Liebe zu Büchern finden, ist ziemlich originell und reizend umgesetzt. Harfen verleihen dem Lied dabei tatsächlich etwas Magisches, bleiben aber dezent im Hintergrund. Ich fühle mich wohl in den Liedern der Britin mit der kindlichen Stimme. "The Horse" weckt gute Laune und funktioniert als Mann-Frau-Duett ausgezeichnet. Weniger offensiv, dafür aber um einiges gefühlvoller ist "Constellations". Ohne kitschig zu wirken, der angemessenen Instrumentalisierung sei dank, schafft es der Song, das richtige Maß an Gefühl zu transportieren.
Die perfekte Mischung
Dass sich "Alessi’s Ark" von der ganzen Schar von Mädchen mit Gitarren abhebt, ist zum einen auf die markante Stimme, zum anderen aber auch auf das abwechslungsreiche Album zurückzuführen. Oft kam mir der Gedanke etwas Neues zu hören, etwas was man so noch nicht gehört hat. Diese kleinen Nuancen lassen es zu einem mystischen Werk werden.
Die originelle und einzigartige Umsetzung bekannter Zutaten machen "Notes from the Treehouse" so erfrischend und vor allem ausgezeichnet. Kaum hat man die knapp 45 Minuten mit der elfengleichen Stimme von "Alessi’s Ark" verbracht, spürt man schon den Drang nach mehr. Jeder Hördurchgang offenbart neue Nuancen, neue Geheimnisse und neue Lieblingslieder. Wenig konnte dieses Jahr bisher so begeistern wie dieses Album.
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