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Donnerstag, 18. Juni, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Ellen Schaller

Gesundheit von Menschen am Computer

Vom Monitor verletzt

Der Computer als Gefahrenquelle für die Gesundheit und den Wohlstand des Menschen. Bekämpft werden Trojaner, Betrüger und Amokläufer – Verbrecher, die sich im Internet tümmeln und den User schädigen. Doch was ist mit den Rückenschmerzen, wer bekämpft die?

Die Arbeit am Computer kann krank machen. (Foto: flickr/maebmij)

Die Arbeit am Computer kann krank machen. (Quelle: flickr.com / Foto: maebmij)

Die These, dass zu viel Beschäftigung mit Computern krank macht, ist bekannt. Gestützt wird sie derzeit vor allem damit, dass zu viel Internetsurfen vereinsamt, realitätsfern macht oder gar kriminelle Energie freisetzt.

Doch genauer betrachtet sind es nicht nur die Inhalte von Computerspielen, und Internetseiten als Suchtfaktoren, die den Menschen krank machen oder in Lebensgefahr bringen: Ein Online-Spieler, der mehrere Stunden am Tag vor seinem Rechner hängt, hält tapfer durch, obwohl ihm der Rücken und das Handgelenk schon wochenlang schmerzen. Zu verdanken hat er dies seiner lang ausgeharrten falschen Sitzhaltung. Die entsteht nur aufgrund seines nicht ergonomisch ausgelegten Computerplatzes. Durch die lange und monotone Arbeit mit der Maus kann er außerdem bald mit einer Sehnenscheidenentzündung rechnen.

Rückenschmerzen sind die zweit häufigsten Gründe für Krankschreibungen im vergangen Jahr. Außerdem verzeichnet die Techniker Krankenkasse von 2006 zu 2008 einen Anstieg um knapp 2.000 Fälle mit Sehnenscheidenerkrankungen. Das sind immerhin 2,4 Prozent. Vielleicht machen Politiker daher so einen Aufwind, wenn es um Online-Games geht, weil es eigentlich unmöglich ist, sich längere Zeit an so unergonomischen Computerplätzen aufzuhalten.

Unfälle geschehen meistens mit Monitoren

Aber anstatt über bessere Arbeitsbedingungen am Computer zu debattieren, denken sie darüber nach, wie Internetseiten zensiert werden können. Dabei ist die Gefahr groß, dass ein Kleinkind im Krankenhaus behandelt werden muss, weil ihm der Monitor auf den Kopf gefallen oder es über ein Kabel gestolpert ist. Das geht aus einer Studie des National Electronic Injury Surveillance System von US-Forschern hervor. In den Jahren 1994 bis 2006 haben sie mehr als 78.000 Unfälle mit Computern protokolliert, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Hälfte aller Unfälle passierten Unter-fünf-jährigen. Dreiviertel von ihnen litten unter Kopfverletzungen. Dass sich das Umdenken an der Hardware auszahlt, zeigt sich im Jahr 2006, als der Fachbildschirm den Röhrenmonitor ablöst – etwa zwölf Prozent Unfälle mit Monitoren weniger als drei Jahre zuvor. Die Studie ist in der Juli-Ausgabe des Fachmagazins American Journal of Preventive Medicine veröffentlicht.

Wo Kinder sind, ist auch ein Computer

Schon allein, weil in Deutschland hauptsächlich Haushalte mit Kindern über einen Computer und Internetzugang verfügen, ist es doch ratsam, sich Gedanken zu machen, wie Computerhardware ausgestattet werden kann, damit keine Unfälle entstehen oder gar Krankheiten vermieden werden. Neben dem bekannten Tennisarm und den Rückenschmerzen spielt auch die Hygiene der Tastatur eine wichtige Rolle. Britische Mikrobiologen untersuchten Tastaturen eines Londoner Büros. Eine Tatstatur war fünfmal mehr mit Bakterien beschmutzt als die Klobrille im selben Bürogebäude.

Internetnutzer kennen sich mit Gefahren aus

Aus politischer Initiative sollte nicht soviel Energie in den Schutz vor böser Software und krimineller E-Machenschaften investiert werden. Denn Computer und Internet nutzen vor allem Deutsche mit höherem Bildungsstand - dazu als Hauptnutzer Schüler und Studierende, die mit dem Computer aufgewachsen sind und daher auch wissen, wie sie damit umzugehen haben.

Der Computer soll also frei von Viren und bösartigen Inhalten sein, während der Nutzer dabei seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Einen Internetzugang haben die meisten Deutschen. Die häufigsten Unfälle passieren nach wie vor im eigenen Heim und davon der größte Teil im Wohn-, Kinder- und Arbeitszimmer. Sind dies nicht genügend Gründe, um daran etwas zu ändern?



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