Von: Rico Reichenbach
Mittweida bekommt Förderung für weibliche Dozenten
Professorinnen auf dem Vormarsch
Im Programm für mehr Professorinnen in Deutschland konnte sich Mittweida zusammen mit drei weiteren gegen alle anderen sächsischen Hochschulen durchsetzen. Sie sicherte sich damit eine finanzielle Förderung. In den kommenden fünf Jahren sollen acht neue Wissenschaftlerinnen unterrichten.
Das Gleichstellungskonzept der Hochschule Mittweida überzeugte die Gutachter der Initiative für Bildung und Forschung des Bundesministeriums. Bund und Länder garantieren damit eine fünfjährige Anschubfinanzierung. Bis zu 150.000 Euro pro Erstbesetzung einer Professorin wird vom Bund und den Ländern der Hochschule zur Verfügung gestellt.
Neubesetzungen bereits erfolgt
Die erste berufene Professorin im Rahmen dieses Programmes ist Frau Nowara. "Ich folgte einer gezielten Stellenausschreibung der Hochschule", sagt sie gegenüber medien-mittweida.de. Sie lehrt im Fach "Visuelle Kommunikation" des Fachbereichs Medien. Kurz vor der Berufung stehen ebenfalls zwei Frauen der Fakultät Soziale Arbeit - Prof. Barbara Wedler und Prof. Barbara Wolf. Gelingen alle weiteren Berufungen planmäßig, kann der derzeitige Frauenanteil der Hochschule Mittweida an Professoren von 13,6 Prozent auf 19,1 Prozent angehoben werden und würde somit über dem derzeitigen Bundesdurchschnitt von 15,2 Prozent liegen.
Besseres Marketing und Mentoring-Netzwerk
Seit 2004 hat die Hochschule zwei Professuren mit weiblichen Dozenten neu besetzt, obwohl ab dieser Zeit insgesamt 20 Stellen frei geworden sind. Besonders in den naturwissenschaftlichen und technischen Fachbereichen fällt die Anwerbung von Frauen schwer. Daher möchte die Hochschule die geldlichen Förderungen gezielt in drei Schwerpunkten investieren. Als erstes soll ein sachsenweites Mentoring-Netzwerk entstehen. Mentorinnen und Mentoren begleiten geeignete Nachwuchskräfte gezielt und individuell. Außerdem möchte die Hochschule ein Service Center einrichten, welches als Beratungsstelle für Gleichstellung und Familie fungiert. Der letzte Schwerpunkt ist die Verbesserung der Marketingstrategien, um gezielt weibliche Wissenschaftlerinnen auf den Hochschulstandort Mittweida aufmerksam zu machen.
Laut der sächsischen Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) müssen neben Professurebesetzungen auch mehr Frauen Positionen wie zum Beispiel in Hochschulgremien oder auch Berufskommissionen belegen. Zum sächsischen Erfolg beim Professorinnenprogramm sagt sie: "Die Hochschulen haben erkannt, dass sie auf das Potenzial von Wissenschaftlerinnen nicht verzichten können".
In der kommenden Ausgabe der mittweidaer Lokalzeitung NOVUM gibt es ab Mittwoch, den 24. Juni einen ergänzenden Bericht über dieses Thema.
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