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Samstag, 27. Juni, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Norbert Hopfner

Uraufführung der DDR-Produktion "Hände hoch, oder ich schieße"

Verbotener Film jetzt im Kino

Der 1965 bis '66 gedrehte Film "Hände hoch, oder ich schieße" wird doch noch veröffentlicht. In dieser Gaunerkomödie werden bekannte Komiker-Größen der DDR, wie der Hauptdarsteller Rolf Herricht, zu sehen sein.

Rechte: HHOIS_Herricht und Cron_©DEFA-Stiftung_Joerg_Erkens

Der Hauptdarsteller und bekannte DDR-Komiker Rolf Herricht mit Evelyn Cron. (Quelle: © DEFA-Stiftung - Jörg Erkens)

Das elfte Plenum des Zentralkomitees der SED geriet, obwohl es eigentlich um Wirtschaftsfragen gehen sollte, zu einer Abrechnung mit dem kritischen Film. Erich Honecker meinte bezüglich einiger Filmschaffender, dass sie sich zu sehr auf Mängel und Fehler in der DDR konzentrierten. Dabei würden sie nicht merken, wie das die Entwicklung des sozialistischen Bewusstseins hemmt. Eine ganze Reihe von damals produzierten Filmen fielen der daraus resultierenden Zensur zum Opfer. So auch der Film "Hände hoch, oder ich schieße", der am 28. Juni 2009 seine Premiere im Kino International in Berlin feiert – mit über 40 Jahren Verspätung.

In der Wendezeit wurde die Gaunerkomödie nochmals gesichtet. Der Regisseur Hans-Joachim Kasprzik und der Autor Rudi Strahl entschieden sich aber damals gegen eine erneute Bearbeitung. Eine Veröffentlichung politisch schwergewichtigerer Verbotsfilme hielten sie für wichtiger. "Hände hoch, oder ich schieße" wurde als Letzter jener Verbotsfilme aufgearbeitet, die aus der Ära des elften Plenums stammten. Die heutige DEFA-Stiftung, die die Filmrechte der damals volkseigenen deutschen Film AG (DEFA) geerbt hat, und das Bundesarchiv haben den Film restauriert und nochmals geschnitten.

Ab dem 2. Juli wird der Film in den deutschen Kinos anlaufen. Zuerst in den größeren ostdeutschen Städten Berlin, Dresden, Leipzig und Halle, wie Helmut Morsbach, Vorstand der DEFA-Stiftung, im Audio-Interview erklärt. In den neuen Bundesländern kann mit den hier (noch) bekannten Schauspielern geworben werden. Sonst ist es schwieriger, auf den Schwarz-weiß-Film aufmerksam zu machen. Vielleicht gelingt es mit dem Verweis auf das jahrzehntelange Verbot? DEFA-Spektrum, eine Tochterfirma der DEFA-Stiftung, übernimmt den Verleih. Die können immerhin auf Erfahrungswerte in der Vermarktung von DDR-Filmen zurückgreifen.



Audio-Interview mit Helmut Morsbach, Vorstand der DEFA-Stiftung, anhören:

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