Von: Rico Reichenbach
Die studentische Fernsehsendung "PropellerTV"
"Perfekt zum Ausprobieren"
Medienstudenten produzieren an der Hochschule Mittweida ihre eigene Fernsehsendung - ein Magazin, bei dem Teamgeist ganz oberen steht. Das Planen, Drehen und Schneiden der Beiträge, sowie das Aufzeichnen im Studio ist durch die Programmvielfalt jeden Tag eine neue Herausforderung.
Das Fernsehmodul "PropellerTV" ist eine studentische Sendung unter Realbedingungen. Insgesamt 40 Studenten produzieren monatlich 30 Minuten. Ein idealer Ort, um sich auszuprobieren und eine Möglichkeit eine echte Fernsehproduktion kennen zu lernen.
Um eine stark ausgeleuchtete weiße Fläche reihen sich Kameraleute sowie einige Damen und Herren mit Kopfhören, Funkgeräten und Ablaufplan in der Hand. In der Mitte, zwischen stilistisch und farblich abgestimmten Bühnenelementen, steht eine junge Frau, Anna Neudert, eine der insgesamt drei Moderatoren. Sie kündigt während der Studioaufzeichnung die aktuellen Themen der Ausgabe an und empfängt die Studiogäste.
Bekannte Gesichter zu Gast
Die Themen bei "PropellerTV" sind auf jugendliche Zuschauer abgestimmt, also eine Sendung "von jungen Leuten für junge Leute". Um die Beiträge zu drehen, fahren die insgesamt 20 studentischen Redakteure durch ganz Sachsen. Dabei berichten sie über ausgefallene Sportarten wie Jugger, Breakdance oder direkt vom Skihang. Im Studio konnte das Team schon den einen oder anderen Künstler wie zum Beispiel "Clueso" begrüßen.
Bevor das 20-köpfige Produktionsteam mit dem Drehen der Beiträge beginnen kann, gibt es eine straffe Organisation. Die meisten arbeiten das erste Mal beim Fernsehen. Da kann das Ein oder Andere schon mal schief gehen. Doch daraus lernen die jungen Studenten, außerdem schweißt es die Gruppe zusammen. "Je länger ein Team zusammenarbeitet, um so routinierter und professioneller agiert es", sagt der Regisseur der Sendung Igor Garbuzenko.
Die Spannung kurz vor Aufzeichnungsbeginn
In der Regie reihen sich Monitor an Monitor und es herrscht eine angespannte Stimmung. Igor sagt "Achtung Kamera eins", Anna lächelt in die Kamera und die Aufnahmeleitung im Studio zählt laut die Sekunden bis Aufnahmebeginn herunter. Dann beginnt die Studioaufzeichnung. Solch einen reibungslosen Ablauf und ein professionell orientiertes Arbeiten aufrecht zu halten, ist eine Herausforderung, die jeder für sich persönlich meistern muss. Außer einigen Tipps von den Vorgängern des Moduls, sind die Studenten dabei auf sich alleine gestellt. Der Lerneffekt ist dadurch umso größer. "Das Wichtigste habe ich mir selbst beigebracht", meint Tom Zylla, der technische Leiter.
Die Studenten müssen keine kommerziellen Ziele erfüllen. Dennoch warten am Ende jeden Monats die Mitarbeiter 20 regionaler Sender, welche die Mühen des PropellerTV-Teams sehen wollen. "Sie erwarten, dass wir mit der Sendung auch ein bisschen was geleistet haben", so Eric Müller. Als Moderator für den Sendepart "Abgefahren" begibt er sich auf sächsische Straßen und mischt sich mit lustigen Einlagen unter die Leute. Ihm macht die Arbeit vor der Kamera besonders viel Spaß. Das Schönste für die Moderatoren ist dabei, die Leute von außerhalb des Studios zu erreichen. "Wenn mich Leute ansprechen, die regelmäßig "PropellerTV" schauen, dann ist das ein verdammt cooles Gefühl", äußert Anna.
Das Mittweidaer Modell
Äußerlich stehen die beiden großen Kameras im Studio denen des Mitteldeutschen Rundfunk in nichts nach. Auch die Technik in der Regie nimmt sich optisch nichts. Das Team schätzt sehr, dass optimale Bedingungen herschen, um sich praktisch auszuprobieren: "Das Wichtigste – das Kommunizieren – lernt man nicht, wenn man in einem Hörsaal sitzt", sagt die Moderatorin Anna Neudert. Weiterhin können die Studenten erste Arbeitsproben für ihre späteren Bewerbungen als Referenz vorweisen. Auch bekommen viele erst dadurch mehr Klarheit über ihre spätere Berufsvorstellung. Genau diese Eigenschaften stehen für das Mittweidaer Modell der Hochschule – vormittags studieren und abends produzieren.
Auch für das kommende Wintersemester haben sich wieder reichlich Studenten des Jahrgangs 2008 für die Spezialisierung Fernsehen entschieden. Die ersten Posten wie Regie, Moderation oder Produktionsleitung sind bei "PropellerTV" schon eingeteilt. Die nachfolgenden Moderatoren müssen bei einem Moderatorencasting jedes Jahr zeigen, was sie können. "Dort werden dann Spontanität, Verhalten vor der Kamera, Interviewqualitäten und natürlich Moderationsgeschick der Kandidaten getestet", erzählt Anna Neudert.
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