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Freitag, 10. Juli, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Jan Holubek

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TMM präsentiert neuen Rennwagen

Der Stier von Mittweida

"Touro", portugiesisch für "Stier" – so heißt der neue Rennwagen des Teams vom Technikum Mittweida Motorsport (TMM). Das Fahrzeug wurde von Grund auf neu konstruiert und am Donnerstag im Rahmen eines "Roll-out" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Stolz präsentiert das Team von TMM seinen neuen Rennwagen "Touro" (Foto: Jan Holubek)

Stolz präsentiert das Team von TMM seinen neuen Rennwagen "Touro" (Foto: Jan Holubek)
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"Mit diesem Wagen könnten wir sogar einen Ferrari verheizen", berichtet Stefan Lischke stolz. Er ist der Chef des Motorsport-Teams TMM der Hochschule Mittweida. "Die 85 bis 90 PS erscheinen zunächst wenig, aber mit einem Gewicht von nur 280 Kilogramm schafft es der Wagen in weniger als vier Sekunden auf 100 Stundenkilometer", erklärt er den Vergleich. Der Motor sitzt in einem goldenen Stahlgitterrohrrahmen, der mit matt-schwarz lackierter Glasfaser verkleidet ist. Damit spiegelt das Äußere des Fahrzeugs die Teamfarben von TMM wider. Über dem Motor an der Kopfstütze des Fahrersitzes prangt der Name: "Touro".

Aus Fehlern gelernt

In einer zweistündigen Veranstaltung zogen die Studenten vor Medien, Sponsoren, Unterstützern und Interessierten zunächst ein Resümee des vergangenen Jahres. Im September 2008 hatte das Team erstmals am internationalen Wettbewerb "Formula Student Germany" auf dem Hockenheimring teilgenommen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche funktionierte gut, doch aufgrund technischer Schwierigkeiten erreichten die Studenten damals nur Platz 65 unter 78 teilnehmenden Teams. "Was wir jedoch gewonnen haben, sind viele wertvolle Erfahrungen", berichtet Maschinenbau-Student Christian Kloppe. Diese hat das Team nun genutzt, um "Touro" komplett neu zu konstruieren und wesentlich zu verbessern. "Wir haben vom alten Wagen nicht viel übernommen. Der neue hat auch ein Lenkrad, einen Sitz und vier Räder. Das war’s dann aber auch fast", scherzt Stefan Lischke.

Eine breitere Spur, ein verkürzter Radstand, eine bessere Übersetzung, vor allem aber ein wesentlich verbessertes Bremssystem und eine Gewichtersparnis von fast 80 Kilogramm sollen die Erfolgschancen beim kommenden Wettbewerb erheblich steigern. Außerdem verlangt eine neue Regelung eine Mindestgröße für den Fahrerraum, die mit einer Schablone getestet werden kann. "Das ist typisch im Rennsport, so werden die Fahrzeuge besser vergleichbar", begründet Stefan Lischke. Der Name des Boliden gehört ebenfalls zum neuen Konzept. Nicht nur Rennperformance und Konstruktion, auch Finanzplanung und Verkaufsargumente werden bei "Formula Student Germany" von der Jury bewertet. "Es vermarktet sich besser und man kann eine Beziehung zu dem Wagen aufbauen", erklärt Anja Zeutschel, Leiterin der Marketingabteilung.

Acht Sekunden entscheiden

Dass das Motorsport-Team an dem Wettbewerb teilnehmen kann, ist längst keine Selbstverständlichkeit. "Die Einschreibung im Januar erfolgte online. Innerhalb von acht Sekunden waren alle 78 Plätze belegt – und wir dabei", erzählt Stefan Lischke. Für die Mitglieder von TMM umso mehr ein Grund, die Präsentation ihres neuen Fahrzeugs mit einem aufwändigen Programm zu gestalten. Mit Rockmusik der Band "Out of Order" aus Plauen, einem Tanz von "Localorez" aus Chemnitz und einer multimedialen Präsentation konnten sie die Gäste begeistern. Unter ihnen befanden sich auch Studenten der Technischen Universität Freiberg. Sie sind Mitglieder des Teams "Racetech", des zweiten sächsischen Teams, das dieses Jahr ebenfalls am Wettkampf teilnimmt.

Bis zum Start auf dem Hockenheimring im August gibt es noch viel zu tun. "Kleine Mängel müssen ausgebessert werden, der Wagen muss auf den Motorprüfstand und wir werden viele Testfahrten durchführen. Der Stier muss sozusagen auf Herz und Nieren geprüft werden", sagt Anja Zeutschel lächelnd. Wie sie arbeitet die Mehrzahl der rund 50 TMM-Mitglieder bereits das zweite Jahr im Motorsport-Team mit und wird mit dem Ende der Saison 2009 aufhören. "Deshalb suchen wir noch Mitstreiter für die nächste Saison. Das Projekt bietet einmalige praktische Erfahrungen in vielen verschiedenen Aufgabenfeldern", beschreibt die Medistudentin ihre Erfahrungen.



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