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Donnerstag, 16. Juli, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Tom Rosenkranz

Zwischen Geschäft und Nutzen

Trauer im Netz

Egal ob virtuelle Kondolenzbücher oder Nachrufe auf Myspace, der Umgang mit dem Tod hat sich durch das Internet verändert. Für den User eröffnen sich neue Möglichkeiten, ihren Verlust zu bewältigen.

Unzählige Seiten behandeln das Thema Tod und Verlust auf unterschiedliche Weise. (Quelle: Alexander Haase)

Unzählige Seiten behandeln das Thema Tod und Verlust auf unterschiedliche Weise. (Quelle: Alexander Haase)

Das alte Sprichwort "Der König ist tot, es lebe der König" bekam in den letzten Wochen eine völlig neue Bedeutung. Der Tod Michael Jacksons sorgte für einen ungeahnten Popularitätsschub für eben diesen und verschaffte ihm ein posthumes Karrierehoch. Auf den gesamten vorderen Plätzen der deutschen und amerikanischen Amazon Musikcharts waren tagelang fast ausschließlich Michael Jackson CDs und Michael Jackson Dvds vertreten. Den Suchbegriff "Trauer" bei Google eingegeben erscheint ein Jackson-Kondolenzartikel an zehnter Stelle, von immerhin ungefähr 7,2 Millionen Suchergebnissen. Auch die MySpace-Seite des verstorbenen Musikers verzeichnet Trauerkommentare im Minutentakt.

Zelebrierung des Verlusts

So viel virtuelle Anteilnahme ist selbst für das Massenmedium Internet außergewöhnlich. Jedoch stellt sie in ihrer Art keinen Einzelfall dar. Es gibt sie und das sogar oft, die Trauer im Netz. Unzählige Gedenkseiten für geliebte Familienmitglieder und Freunde, Kondolenzprofile auf den großen Communities und diverse Seiten, die sich professionell der Trauer nähern, übersäen das Internet. Eine Würdigung, die sonst nur schwer möglich wäre, erhalten verstorbene Haustiere auf sogenannten virtuellen Friedhöfen. Mit Fotos, kleinen Texten und Einträgen im Kommentarstil wird dem geliebten Vierbeiner die letzte Ehre erwiesen. Über Meerschweinchen, Hunde und Katzen bis zu Pferden, fast jedes verstorbene Tier kann seine Internetruhestätte finden.

Für den geliebten verstorbenen Menschen wird meist ein viel größerer Aufwand betrieben. Um das persönliche Schicksal aus der Anonymität herauszuheben, werden Gedenkseiten erstellt. e-bestattungen.de, ein Webspaceanbieter mit Baukastenfunktionen wie Fotogalerie und Kondolenzbuch wirbt, damit zur Trauerbewältigung und Trauerarbeit beizutragen. Dass die Nachfrage besteht, beweist memoriamportal.de, ein Sammelpunkt für Gedenkseiten. Mit viel Aufwand werden diese überraschenderweise oft sehr bunt geschmückt. Glitzer, fröhliche Farben und immer ein Fünkchen Hoffnung, blitzen aus den Erinnerungen und Zukunftswünschen der Hinterbliebenen hervor.

Interessant und für die Generation 50+ zugeschnitten ist der vorerst nur online empfangbare Sender EtosTV. Das Programm reicht von Nachrufen über Dokumentationen bis zu Informationen über den Vorgang der Bestattung. Damit füllt der Veranstalter eine Nische, die in den nächsten Jahren aufgrund der älter werdenden Menschen an Bedeutung gewinnen könnte.



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Donnerstag, 16-07-09 20:53 Stephan R.

Soweit mir bekannt, ist EtosTV bisher ein Plan und noch nicht empfangbar - auch nicht online.
Gruss Stephan

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