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Donnerstag, 23. Juli, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Stephanie Nietzold

Beim Eignungstest durfte schon mal gelacht werden

"Java" ist eine Kaffeesorte

Wer einen der begehrten Medienstudienplätze an der Hochschule Mittweida ergattern will, musste sich am Mittwoch beim Eignungstest richtig ins Zeug legen. Gefragt waren dabei gute Allgemeinbildung, Grundkenntnisse der Medien, Kreativität und auch Flexibilität.

Hatten auch Spaß bei der Kontrolle des Eignungstests: Dekan Prof. Rainer Zschockelt (links) und Prof. Peter Gottschalk (Foto: Klaus-Dieter Manthey)

Hatten auch Spaß bei der Kontrolle des Eignungstests: Dekan Prof. Rainer Zschockelt (links) und Prof. Peter Gottschalk (Foto: Klaus-Dieter Manthey)

Ganz schön hart die Aufgaben – Bewerber beim Eignungstest (Foto: Klaus-Dieter Manthey)

Ganz schön hart die Aufgaben – Bewerber beim Eignungstest (Foto: Klaus-Dieter Manthey)

Manche Bewerber versuchten es allerdings auch mit Pfiffigkeit. Wie soll man auch wissen, wen oder was Bundesfinanzminister Peer Steinbrück damit meinte, als er vor einigen Wochen Luxemburg, die Schweiz, und Österreich in einem Atemzug mit Ouagadougou nannte. Statt "Hauptstadt von Burkina Faso" gab es von den Bewerbern reichlich alternative Lösungen wie "Indianerstamm", "Kannibalen im Pazifik", "ein Platz, wo man Kohle verstecken kann" oder einfach nur "Unsinn".

Immerhin mussten die rund 500 Prüflinge in nur zwei Stunden 60 Fragen aus den Bereichen Allgemeinbildung, Politik, Zeitgeschehen, Medien und Sport möglichst richtig beantworten und auch noch sechs praxisbezogene Aufgaben lösen. Als Titel für ein neues Fernsehformat wählte einer der Kandidaten dabei "Tiefpunkt Unterschicht – wenn sich der Alltag schwärzt." Aus "Kirchenchor" wurde im Plural "Kinderchöre" und "Spaghetti" sind in der Mehrzahl ganz einfach "Nudeln". Kein Wunder, dass Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät Medien bei Prüfung und Bewertung der Lösungen schon mal laut loslachen mussten. Einige Gründe für die zuweilen ausgebrochene Heiterkeit unter den sonst doch so gestrengen Wissenschaftlern hat medien-mittweida.de nachfolgend zusammengestellt:

Frage: Die Begriffe "Pearl" und "Java" klingen wie exotische Mixgetränke oder Modedrogen, bezeichnen aber etwas anderes, nämlich was?
Antwort: "Nein, das sind Kaffeesorten". (Richtig: Programmiersprachen)

Frage: Ein DIN A4-Blatt kennt jeder. Wofür stehen eigentlich die Buchstaben DIN?
Antwort: "Digitales Internet Network". (Richtig: Deutsches Institut für Normung e.V. oder Deutsche Industrie Norm oder "Das ist Norm")

Frage: Wenn Sie von den 60 Fragen in diesem Test 36 richtig beantwortet haben, ist das durchaus ein gutes Ergebnis. Aber – wie viel Prozent haben Sie in diesem Fall richtig?
Antwort: "60 : 36 = 1,666%". (Richtig: 60 Prozent)

Frage: "CvD", "RvD" und "PD" sind Abkürzungen für wichtige Positionen in einem Medienunternehmen. Für welche? 
Auswahl der Antworten: "Chef von Deutschland", "Richter von Deutschland", "Pate von Deutschland". (Richtig: Chef vom Dienst, Redakteur vom Dienst, Programmdirektor)

Frage: Der Ministerpräsident eines europäischen Landes ist in den vergangenen Monaten unter anderem auch wegen seiner Vorliebe für Frauen diesseits der Volljährigkeitsgrenze bekannt geworden. Wie heißt der Mann (Nachname genügt) und von welchem Land ist er der Ministerpräsident?
Antwort: "Frank Müntefäring, Mecklenburg-Vorpommern". (Richtig: Silvio Berlusconi)

Frage: Der Anchorman: Was er auf Schiffen machen könnte, das legt der Name nahe, aber was macht so jemand im Fernsehen?
Antwort: "Gewichtheben oder Wrestling". (Richtig: Moderator einer Nachrichtensendung)

Frage: Unser ehemaliger Kanzler Dr. Helmut Kohl wartet noch darauf, dass er ihn bekommt. Einer seiner Vorgänger hat ihn schon: den Friedens-Nobel-Preis. Wie hieß dieser Bundeskanzler und welcher Partei gehörte er an?
Antwort: "Erich Honecker, SPD". (Richtig: Willy Brandt)

Frage: Sie bestätigte Reich-Ranickis Kritik an der Qualität des deutschen Fernsehens, verlor prompt ihre eigene Fernsehsendung "Lesen!" – gab aber nicht auf und "sendet" weiter im Internet. Wie heißt die Frau?
Antwort: "Ursula von der Leyen". (Richtig: Elke Heidenreich)

Frage: Die vier öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im deutschsprachigen Raum (ARD, ZDF, ORF und SF) gestalten gemeinsam ein Fernsehprogramm. Wie heißt dieses Programm?
Antwort: "Musikantenstadl". (Richtig: 3sat)

Frage: Genau heute vor 75 Jahren erhielt der Auto-Konstrukteur Porsche vom "Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie" den Auftrag, ein bezahlbares Auto für das Volk zu bauen. Unter welchem Namen wurde es millionenfach verkauft?
Antwort: "Rabant". (Richtig: VW Käfer)

Frage: Sie  kämpfen jetzt gerade um einen Medienstudienplatz in Mittweida und sind begeistert vom "Mittweidaer Modell" der Medienausbildung. Um was geht es beim Mittweidaer Modell? Bitte nennen Sie wenigstens zwei Aspekte!
Antwort: "Das ist eine von Studenten geleitete Firma".

Ob das wirklich so ist, können alle, die den Eignungstest erfolgreich bestanden haben, ab dem 28. September selbst feststellen. Dann beginnt das Wintersemester 2009/10 an der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida. 



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Samstag, 25-07-09 09:43 Jens Kadenbach

Wenn wirklich "PEARL" als Programmiersprache und nicht "Perl" gemeint ist und hier im Artikel nur falsch abgetippt wurde...dann ist die Frage doch nicht ganz so einfach.

Freitag, 24-07-09 10:28 Mirko Westermeier

Java und Pearl sind tatsächlich Kaffeesorten. Gemeint war aber sicher die Programmiersprache "Perl", nicht "Pearl", was man den hier lächerlich gemachten zukünftigen Studenten sicher zugute halten muss. Bei "Java und Perl" wäre die Antwort auf die Frage klar gewesen.

Tatsächlich gibt es auch eine Programmiersprache namens "PEARL" (nicht "Pearl"), die aber weit weniger bekannt ist als Ouagadougou, die Hauptstadt des westafrikanischen Entwicklungslandes Burkina Faso.

Viele Grüße aus Münster
Mirko Westermeier

PS: Was ist an "Kinderchöre" als Plural von "Kinderchor" eigentlich falsch? Übersehe ich was? http://de.wiktionary.org/wiki/Chor sagt klar, dass der 1. Plural von "Chor" "Chöre" ist.

Donnerstag, 23-07-09 19:24 nadine l

das ist immer wieder interessant! wie viel müsste man den richtig haben? 1,66 % ;)? was ich aber auch noch gern gewusst hätte - wie viele studenten haben sich denn in den vorjahren beworben und haben da am eignungstest teilgenommen, wieviele waren es insgesamt dieses jahr (gibt es noch die erste liste), wie viele studienplätze gibt es insgesamt, wann erhalten die bewerber nachricht?

Donnerstag, 23-07-09 16:41 Karl Karlovski

ich fand besonders den zweiten teil zeitlich schwer zu bearbeiten. entweder man muss den zukünftigen studenten weniger aufgaben geben oder die zeit verlängern, denn mir hat zb die zeit gefehlt die aufgabenstellungen richtig zu lesen. besonders bei der aufgabe mit den fremdwörtern war das ein schwerwiegender fehler, da ich nicht gesehen hatte, dass man auch "keine lösung" schreiben konnte. und ich wunderte mich, was denn noch "burleske" heißen könnte! :D ansonsten ein nicht uninteressanter test. ich glaube jedoch, dass ich wohl nicht durchkommen werde aufgrund des zweiten testteils. bekommt man zusammen mit der studienplatzvergabe oder -ablehnung vielleicht auch die lösungen zugeschickt? oder auch punktzahl usw? wäre sehr interessant zu wissen.

Donnerstag, 23-07-09 16:12 Gabber Gandalf

Java IST eine Kaffeesorte. Pearl Kaffee kann man mit etwas Mühe auch finden.
Deutsche Industrie Norm als Langform von DIN gelten zu lassen, grenzt an ein Verbrechen. (Und, äh, "Das ist Norm"?)
Frauen diesseits der Volljährigkeitsgrenze? Also auf unserer Seite, oder wie?
Ich glaube, bei dem Einstellungstest hätte ich mich aufgeregt...

Donnerstag, 23-07-09 15:13 Martin Alpers

Zur ersten Frage: ich habe zwar mittlerweile gelernt, dass es tatsaechlich eine Programmiersprache mit Namen "pearl" gebe, aber wer kennt die schon?

Donnerstag, 23-07-09 14:37 Christoph Bauer

Da fragt man sich als Student der Kommunikationswissenschaft schon was diese Fragen eigentlich mit dem Studiengang und den Inhalten zu tun haben. Geht ja fast ins Allgemeinwissen.

Wer denkt sich solche Fragen aus? Wenn das Studium einen ähnlichen wissenschaftlichem Standard wie dieser Test unterliegt, dann Prost Mahlzeit Wissenschaft.

Christoph Bauer

Donnerstag, 23-07-09 12:59 Luise Knecht

Hey,

mit interesse laß ich den Artikel über den Eignungstest.
Nichts für ungut aber von den 500 Bewerbern haben wieviel den Test geschrieben ?.Hab meinen Freund nach Mittweida begleitet und mehr als 200 - wenn überhaupt, können es aber nicht gewesen sein.

LG
Luise

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