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Donnerstag, 10. September, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: Katharina Pocher

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Mittweidas Studenten in aller Welt: Nadja Bauer/USA

"Ja, wir können!"

Jährlich entscheiden sich nach Angaben des "Referat für Auslandsangelegenheiten" zirka 95 Studenten der Hochschule Mittweida zu einem Auslandssemester. Medienstudentin Nadja Bauer war 2008 unter ihnen. Sie erzählt was Vaterlandsstolz ist und ob sie die Endscheidung bereut.

Auslandspraktikum in den USA - Nadja Bauer hat sich den Traum erfüllt.

Auslandspraktikum in den USA - Nadja Bauer hat sich den Traum erfüllt. (Quelle: flickr.com/Foto: srqpix)
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Das Erlernen einer Sprache, die berufliche Karriere vorantreiben oder einfach andere Länder und Leute kennenlernen - die Beweggründe für ein Auslandssemester sind unterschiedlich. Für Nadja stand bereits zu Beginn ihres Studiums fest, dass sie ein Praktikum im englischsprachigen Raum absolvieren möchte. 

Ohne Kulturschock kommunikativ

Durch das genauere Auseinandersetzen mit dem Thema stellte sich schnell heraus, dass die USA am geeignetsten für die Medienmanagementstudentin erschienen. "Die Vereinigten Staaten hatten und haben vor allem in der Kommunikationsbranche eine weltweite Vorreiterolle, davon kann man nur profitieren", so Nadja.

Nach ihrer Ankunft in den USA blieb der von ihr erwartete Kulturschock jedoch aus. In Nadjas Praktikumsbetrieb, der "AHK USA Atlanta" (German American Chamber of Commerce oft the Southern US) in Atlanta/Georgia konnte sie sich auch mit deutschsprachigen Arbeitskollegen austauschen und sich daher schnell eingewöhnen. "Wichtig ist Offenheit für die andere Kultur und die Freude an der Kommunikation", sagt Nadja.

So entschied sie sich relativ früh, ihr Semester zu verlängern und im Rahmen dieses Praktikums ihre Bachelorarbeit zu schreiben. Bis März 2009 implementierte sie ein Wiki als WissensmanagementTool für die Deutsch-Amerikanische Auslandshandelskammer der Südstaaten der USA.

Überzogen und aufgesetzt

"Die Staaten sind ein Schmelztiegel der Nationen. Dadurch bekam ich nach einer gewissen Zeit auch für Deutschland einen anderen Blickwinkel", sagt Nadja. Auf die Frage, welches der größte kulturelle Unterschied sei, antwortet sie: "Der Umgang mit der eigenen Nationalität." Im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" ist es normal, die amerikanische Flagge auf der Veranda und den Spruch "Good bless America" auf den Lippen zu haben. Diese Art von Patriotismus wirkt gerade auf uns Deutsche sehr überzogen und aufgesetzt. Während viele Deutsche Probleme haben, gerade wegen der deutschen Vergangenheit, mit Stolz über ihr Land zu reden, ist es das was die Amerikaner eint, versteht Nadja heute.

Nach eigenen Aussagen hatte Nadja das Glück in einer Zeit der Veränderungen in Amerika gewesen zu sein. Besonders prägend war für sie die Wahl von Barack Obama zum US Präsidenten. Aktuell beträgt der Anteil der in Atlanta lebenden schwarzen Bevölkerung 61,4 Prozent. "Die Rassentrennung ist zwar Geschichte, dennoch nicht komplett überwunden - und das sah und spürte ich auch im alltäglichen Leben." Beispielsweise gibt es Bars und Restaurants, in die nur Schwarze gehen und andere, in denen nur Weiße anzutreffen sind. Genauso sieht es bei den Stadtvierteln aus, in denen man lebt. "Mit der Wahl Obamas sieht sich die schwarze Bevölkerung nun auch mit einer Stimme vertreten."

"Nein, niemals"

Am Ende ihres Praktikums, im März dieses Jahres, bekam Nadja das Angebot als feste Mitarbeiterin für PR und Events in ihrem Praktikumsunternehmen übernommen zu werden. Die Entscheidung war nicht einfach. "Zum einen hat mir meine kreative Arbeit viel Spaß gemacht und ich hatte in dieser Zeit viele Freunde gefunden", sagt Nadja und fügt sogleich hinzu "zum anderen sind meine Familie und die alten Freunde in Deutschland." Langfristig gesehen, möchte sie in Deutschland  bleiben. Über ihr Praktikum in den USA sagt sie jedoch "Nein, niemals habe ich es bereut und werde es auch nie."

Sie ist davon überzeugt, dass sie sich nicht verändert - eher weiterentwickelt hat. "Ich betrachte die Dinge nun meist objektiver und mit mehr Verständnis." Nadja hat sich mit ihrem Auslandspraktikum zudem bewiesen "Ja, ich kann, wenn ich es in Amerika geschafft habe, warum nicht überall." Diese Aussage, so findet Nadja, sollten sich alle Studenten zu Herzen nehmen die mit dem Gedanken spielen, ein Semester im Ausland zu verbringen.



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