Von: Steffen Kalfac

"Japan All Stars"-Tuning-Treffen in Freital
Zwischen Samurai, Sushi und Suzuki
Am Samstag war die Windbergarena in Freital wieder der Schauplatz einer kuriosen Veranstaltung. Die gesamte Halle befand sich in der Hand von fernöstlichen Fahrzeugen und ihren stolzen Besitzern. Grund dafür ist das sechste "Japan All Stars"-Treffen gewesen.

Ein Hauch von "Fast and Furious" in Freital. "Japan All Stars"-Treffen in der Windbergarena. (Foto: Steffen Kalfac)
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Samstagmorgen vor der Windbergarena in Freital: Brummende Motoren, wartende Autofahrer und neugierige Passanten machen den Anschein, als würde wieder beste Stimmung beim Tuning-Treffen "Japan All Stars" herrschen. Was jedoch nicht gleich jeder bemerkt: In den Jahren zuvor herrschte auf dem Veranstaltungsgelände mehr Betrieb. Den Stammbesuchern ist das jedoch egal, denn so ist für die meisten Fahrzeuge noch genügend Platz innnerhalb der Halle.
Thorsten Elias, der Stellvertreter des Infinity-MMC-Clubs, erklärt medien-mittweida.de den Grund für die Abnahme der Teilnehmer: "Für das Jahr 2009 wurden Umbauarbeiten in der Windbergarena geplant. Wegen dieser Arbeiten am Dach des Gebäudes hätte das Treffen eigentlich ausfallen sollen. Allerdings wurden die Arbeiten auf das nächste Jahr verschoben und wir konnten das Treffen doch noch realisieren. Uns blieb dann zu wenig Zeit, um wirksame Promotion zu betreiben und das Treffen doch noch bekannt zu machen."
"Nicht jeder mag ein Auto von der Stange fahren"
Die Besucherzahlen gingen im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent zurück. Dies war beispielsweise am Außenbereich sichtbar: Wo 2008 selbst draußen die Fahrzeuge dicht an dicht standen, gelang es 2009 fast alle Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen in der Halle unterzubringen.
Viele Besucher waren fasziniert, hinterfragen aber auch den Sinn des Tunings. Thorsten Elias nennt vier wesentliche Punkte: "Einigen wenigen geht es ums Ego. Diese Leute wollen zeigen, was sie haben. Dem Großteil geht es allerdings um den Spaß am Automobil. Sie wollen zeigen, was alles machbar ist und testen, wie viel Sportlichkeit eigentlich im Wagen stecken kann. Außerdem geht es vielen Tunern um die Verbundenheit mit der Marke, denn die verbindet familiär und freundschaftlich. Letztendlich geht es natürlich auch noch um die Individualisierung, denn nicht jeder mag gerne ein Auto von der Stange fahren."
"Wirtschaftskrise hat nur minimalen Einfluss auf die Branche"
Auf die Frage, ob es Tuning auch in Zukunft geben wird, oder ob die Wirtschaftskrise den Tuning-Boom bremst, antwortet Elias sicher: "Die Wirtschaftskrise hat nur einen minimalen Einfluss auf die Branche. Solange es den Leuten gut geht und sie sich alle 'lebenswichtigen' Sachen leisten können, werden sie auch immer noch Geld für ihre Hobbies ausgeben" und fügte hinzu, dass es "auch in Zukunft Tuning geben wird. Nicht jedes Elektroauto muss einem ja so gefallen, wie es auf den Markt kommt. Es wird immer Details geben, die man selbst verändern möchte. Deshalb wird auch die Tuning-Branche mit ihren ohnehin schon großen Umsätzen in Zukunft auch nicht aussterben."
Trotz der kurzen Zeit, um das Treffen doch noch bekannt zu machen, scheint alles sehr gut zu verlaufen. Alte und junge Besucher kamen immer wieder auf das Gelände, um sich die imposanten Exemplare der asiatischen Automobilkunst anzuschauen. Immer wieder war auch die Frage "Das kann man aus meinem Fahrzeug machen?" zu hören, denn viele Gäste haben selbst ihr eigenes Auto unter den veränderten Karossen erkannt.
"Minimaler Nutzen mit maximalen Geldaufwand"
Viele Stammbesucher haben trotz der kurzfristigen Planung ihren Weg nach Freital gefunden. Auch Daniel Jahrmarkt war dieses Jahr mit seinem in der Szene bekannten Nissan Primera P10 wieder vor Ort. Er und die Mitglieder der "Nissan-Szene-Gera" waren sich sehr schnell einig, was für sie den Reiz eines solchen Treffens ausmacht: "Es ist halt immer wieder geil! Wir kommen wegen den ganzen Leuten, denn hier kennst du jeden Zweiten. 'Japan All Stars' ist eines der besten Treffen im Jahr, doch leider gibt es eigentlich viel zu wenig davon." Auf die Frage, warum er Tuning betreibt antwortet Daniel lachend: "Das ist minimaler Nutzen mit maximalen Geldaufwand – wie jedes Hobby eben." Bei der Frage nach seinem Traumauto kommt er jedoch kurz ins Stocken. Der Blick schweift zu seinem Primera P10, einem mehrfachen Pokalsieger. "Ein Nissan Silvia S15 in weiß… Das wäre es doch", sagt er dann gegen Ende der Veranstaltung.
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