Von: Lena Belz

Interview mit dem GlasBlasSing Quintett
"Intimkenner"
Möhre, Fritze, Peter, Frank und Endie sind junge Berliner, die aus einer witzigen Idee ihren Beruf machten. Die fünf sind Flaschenbläser und holen aus dem breiten Sortiment jedes Getränkeladens die schönsten Melodien. Im Interview verrät das GlasBlasSing Quintett sein Erfolgsrezept.
Zum Musizieren genügt ihnen ein Kasten Bier. Sie blasen und schlagen die Flaschen oder lassen sie ploppen und verwenden als Percussion-Instrumente die übrigen Kronkorken. Das GlasBlasSing Quintett begeistert Gäste in großen Hallen aber auch auf kleinem Raum und zeigt zudem den Zuschauern vor der Mattscheibe, was sich aus gewöhnlichen Flaschen herausholen lässt. Gastauftritte in Sendungen wie TV Total, MDR Riverboat oder dem ZDF Fernsehgarten machten die Gruppe deutschlandweit bekannt.
Ihr erstes Programm heißt "Liedgut auf Leergut", den Nachfolger präsentieren die Jungs ab diesem Oktober: "Keine Macht den Dosen". Doch bevor sie in ihren kunterbunten Hemden auf großen Bühnen standen, kämpften die Berliner als Straßenmusiker für ihre Idee. Im Interview mit medien-mittweida.de erzählen die Musiker von ihrem Werdegang und den Besonderheiten ihres Programms.
Wie hat sich das GlasBlasSing Quintett zusammengefunden?
GBSQ: Wir kommen alle aus dem Harzvorland und haben schon dort in verschiedenen Formationen miteinander Musik gemacht.
Wo entstand die Idee, auf diese eigentümliche Art Musik zu machen?
In einem Jugendprojekt, bei dem einige von uns als Musiker teilnahmen. Das war 2002. Ab 2003 haben wir dann in der jetzigen Besetzung unsere ersten Straßenmusik-Erfahrungen mit Flaschenmusik gesammelt. Drei Jahre später wurde es unser Beruf.
Habt ihr eine musikalische Ausbildung genossen?
GBSQ: Möhre hatte als Kind Schlagzeug- und Klavierunterricht in der Musikschule. Generell sind wir aber alle überzeugte Autodidakten, was bei der "Erfindung" und "Entwicklung" des Alltagsgegenstandes Flasche zum Musikinstrument auf jeden Fall eine Vorteil war.
Wie spielt sich das Einstudieren neuer Songs ab?
GBSQ: In der Regel kommt jemand mit einem für Flaschen arrangierten Song an und erklärt den anderen, was wer wie zu spielen hat. Da jeder von uns, anders als in der "normalen" Musik, meist nur Teile von Basslinien, Akkorden, Rhythmuselementen spielt, die sich erst im Zusammenspiel vervollständigen, müssen wir sehr genau miteinander spielen. Wir werden sozusagen erst zusammen ein Instrument, Improvisationen sind bei dieser Art von Musik daher kaum möglich.
Wie lange dauert es, bis der perfekte Ablauf innerhalb der Gruppe zustande kommt?
GBSQ: Da wir im Laufe der Jahre natürlich mehr und mehr Routine bekommen haben, dauert das Einstudieren von neuen Liedern mittlerweile auch nicht länger als bei "herkömmlichen" Bands.
Ihr reist durch die gesamte Republik und seid bereits in einigen TV-Sendungen aufgetreten. Euer Bekanntheitsgrad hat sich dadurch zusätzlich gesteigert. Wie voll ist euer Terminkalender?
GBSQ: Wir haben circa 140 Auftritte im Jahr und sind darüber zu Intimkennern der deutschen Autobahnszene geworden.
Es gibt auch andere Musikgruppen, die auf ungewöhnlichen Gegenständen Musik machen, wie beispielsweise die Gruppe STOMP. Was ist das besondere an eurem Konzept?
GBSQ: Das Besondere ist sicherlich die Einfachheit der Idee. Jeder hat schon mal in eine Flasche gepustet und die meisten haben dabei auch einen Ton herausbekommen. Wahrscheinlich denken viele, wenn sie uns zum ersten Mal sehen: "Da hätte ich auch drauf kommen können." Dass dann aber mit so einem schlichten Gerät wie einer Flasche so viel Verschiedenes möglich ist, sorgt für Verblüffung und damit für den Erfolg.
Wir bedanken uns für das Interview.
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