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Mittwoch, 7. Oktober, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: Manuela Geißler

Nationale TV-Marke für Hochschulfernsehen

Fernsehen für die Bildung

Viele Hochschulen in Deutschland realisieren Projekte im Bereich Fernsehen. Doch oftmals erreichen diese Produktionen nur wenige Zuschauer. Um die Sendungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, entsteht nun ein nationaler Hochschulfernsehsender.

Die nationale TV-Marke soll den Produktionen deutscher Hochschulen eine einheitliche Plattform geben (Quelle: pixelio.de / Foto: Paul Georg Meister)

Die nationale TV-Marke soll den Produktionen deutscher Hochschulen eine einheitliche Plattform geben (Quelle: pixelio.de / Foto: Paul Georg Meister)

Für das Projekt sollen sich Hochschulen zu einem losen Verbund zusammenschließen, um gemeinsam ihre fertigen Produktionen zur Ausstrahlung zur Verfügung zu stellen. Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz von der Universität Leipzig nennt das Projekt gern "eine Mischung aus ARD und McDonald‘s",weil es wie eine Franchise-Marke sein soll. Die Tellux Beteiligungsgesellschaft mbH und die Universität Leipzig haben für die Ausführung ein Konzept erarbeitet.

Bedarf an Wissen

Die Idee zu dem Projekt entstand aus der Suche nach neuen Verbreitungswegen der Medien. Dafür ließ die Tellux-Gruppe ein Gutachten erstellen, das den Bedarf nach einem einheitlichen Hochschulfernsehen untersuchte. "Wir hätten uns gewiss nicht die Mühe gemacht, wenn die Ergebnisse nicht so überzeugend gewesen wären, der bereits bestehenden Vielfalt verschiedener Hochschulsender eine neue national verdichtete Möglichkeit und Perspektive zu eröffnen", erklärt Martin Choroba, Geschäftsführer der Tellux-Gruppe, im Interview mit medien-mittweida.de. Daraus entstand die Zusammenarbeit mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

Die Tellux-Gruppe sieht in dem Projekt jedoch nicht nur eine neue TV-Marke, sondern auch eine Chance zur Weiterverbreitung von Wissen, wie Martin Choroba sagt: "Bildung gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein humanes Zusammenleben der Menschen. Bildung stärkt das Individuum. An allen Hochschulen im Land gibt es herausragende Wissensangebote. Es lohnt sich, diese auf eine einheitliche Plattform zu heben und vielen Menschen zugänglich zu machen."

Nur durch die Allgemeinheit finanzierbar

Ein Plan für die Finanzierung besteht bereits. Die an dem Projekt teilnehmenden Hochschulen sollen dafür nichts zahlen müssen. Prof. Dr. Steinmetz von der Universität Leipzig sagte, dass das Projekt durch ein Zusammenwirken der staatlichen Hochschulen mit Fernsehproduzenten sowie mit öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanstalten beziehungsweise Landesmedienanstalten finanziell realisierbar sei.

Doch Martin Choroba sieht noch einige Schwierigkeiten auf die Projektgruppe zukommen, bevor es vollständig realisiert werden kann: "Voraussetzung ist die Überwindung von Partikularinteressen und dies geht nur, wenn alle Beteiligten den Mehrwert einer solchen nationalen Einrichtung erkennen. Bedenken Sie, was wir an wertehaltigen akademischen Programmen den Menschen anbieten könnten. Wissenswertes, das im wissenschaftlichen Elfenbeinturm möglicherweise nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken würde. Bedenken Sie aber auch die Möglichkeiten des akademischen Austauschs untereinander, der durch gut gemachte Sendungen eine neue Qualität erzielen kann. Wie gesagt, Bildung und Wissen ist nützlich und wichtig. Beides kann uns, wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, sogar vor Destruktivität und Zerstörung schützen."

Im März dieses Jahres haben 18 im Fernsehbereich tätige Hochschulen mit der "Leipziger Erklärung zum Hochschulfernsehen" der Projektgruppe ihre Unterstützung zugesichert. Martin Choroba verrät, wie es in naher Zukunft weitergehen soll: "Die nächsten Schritte werden die schwierigsten sein, weil es gilt, weitere Partner zu gewinnen. Glücklicherweise gibt es auf Seiten einzelner Landesregierungen und Landesmedienanstalten großes Interesse, diese Initiative politisch und finanziell zu unterstützen. Es kommen auch immer mehr Fernsehsender auf uns zu, um an dieser Idee mitzuarbeiten. Augenblicklich geht es darum, weitere Gespräche zu führen und das Vorhaben auf zahlreichen Veranstaltungen im Hochschulbetrieb zu bewerben. Es wird dabei auch um Vertrauen gehen, weil es nur gemeinsam gelingen und keiner sich alleine hervortun kann, sollte der Sender eines Tages wirklich funktionieren."



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