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Dienstag, 13. Oktober, Alter: 290 Tage » Zurück

Von: Oliver Schleicher

US-Verlage wollen Onlinekiosk schaffen

Das Internet als Weg aus der Krise

Mehrere große Zeitschriftenverlage planen die Schaffung einer Onlineplattform für ihre Angebote. Damit wollen sie in Zeiten sinkender Printverkäufe neue Vertriebswege eröffnen. Künftig sollen Nutzer mittels E-Readern wie beispielsweise dem Kindle von Amazon die neuesten Magazine lesen.

Hat der herkömmliche Zeitschriftenkiosk bald ausgesorgt? (Quelle: flickr.com/ Foto: j_bary)

Hat der herkömmliche Zeitschriftenkiosk bald ausgesorgt? (Quelle: flickr.com/ Foto: j_bary)

Geht es nach dem Medienkonzern Time Warner, dann wird Mitte nächsten Jahres eine Art Onlinekiosk für Zeitschriften seinen Betrieb aufnehmen. Es soll dann möglich sein, dass Jedermann in den USA Zeitschriften wie die "Time", "Vogue" oder "Cosmopolitan" bequem auf einer Onlineplattform einkaufen kann. Diese Plattform wird ein Joint Venture aus mehreren Unternehmen sein. Neben Initiator Time Warner sollen auch die Verlage Condé Nast Publications und Hearst mit dabei sein. Die Unterzeichnung eines Vertrags soll laut dem Mediendienst "All Things Digital" kurz bevor stehen.

Mit der Entwicklung solch einer Onlineplattform tragen die Verlage der wachsenden Beliebtheit von E-Readern, wie dem berühmten Kindle von Amazon und anderen ähnlichen Lesegeräten Rechnung. Mittels dieser Geräte soll sich der Kunde zukünftig via Internet die neuesten Magazine herunterladen und lesen. Der Onlinekiosk stellt einen erneuten Versuch dar - nach zahllosen gescheiterten - endlich richtig Geld im Internet zu verdienen. Bisher gelang es den Printmedien nämlich nicht, dieses Medium gewinnbringend für sich zu nutzen. Doch gerade diese zusätzlichen Einnahmen wären in Zeiten sinkender Printverkäufe enorm wichtig. Die Verlage brauchen neue Absatzmärkte über die sie ihre Erzeugnisse anbieten können.

Das wird besonders deutlich, wenn man sich einmal die letzten Negativschlagzeilen des Verlages Condé Nast Publications zu Gemüte führt. Einen Verlust bei den Anzeige-Erlösen von allein einer Milliarde Dollar soll der Verlag laut "Newsweek" am Ende dieses Jahres einfahren. Zeitschriftentitel wie "Modern Bride" und "Cookie" wurden bereits eingestellt. "Gourmet ", Amerikas ältestes Magazin mit dem Thema Essen, wird im November seine letzte Ausgabe veröffentlichen. Die Idee eines Onlinekiosks könnte für diesen und andere Verlage eine der letzten Möglichkeiten sein, um wieder auf die Gewinnerstraße zurückzukehren.

Ein Konzept ähnlich dem von Hulu

Wenn die Internetplattform nächstes Jahr online geht, dann soll ein ähnliches Konzept verfolgt werden wie bei dem Videoportal Hulu. Hulu ist ein unabhängiges Gemeinschaftsunternehmen, welches unter anderem von den Medienriesen News Corp und NBC Universal ins Leben gerufen wurde. Auf der Internetplattform können beispielsweise amerikanische Fernsehsender ihre Inhalte für die Nutzer kostenlos zur Verfügung stellen.

Genau dieses Konzept verfolgen nun auch die Verlage, angeführt von Time Warner. In dem Onlinekiosk soll jeder sein Produkt anbieten können, auch wenn er in Konkurrenz zu den am Joint Venture beteiligten Unternehmen steht. Der Unterschied zu Hulu besteht aber darin, dass es auf der Plattform von Time Warner und Co die Inhalte nur gegen Bezahlung geben soll. Besondere zielgruppenspezifische Werbung wird nach den Vorstellungen der Initiatoren für zusätzliche Einnahmen sorgen.

Sobald der Vertrag über das Joint Venture unterzeichnet ist, sollen relativ zügig die Verhandlungen mit bestimmten Distributoren begonnen werden. Vor allen Dingen sei hier Amazon mit seinem E-Reader Kindle genannt. Den Verlagen ist es wichtig, dass die Zeitschriften möglichst schnell auf die Lesegeräte kommen. Denn desto eher das Ganze anläuft, um so eher lässt sich mit dieser Idee Geld verdienen. Geld, welches in der aktuellen Krise dringend benötigt wird.



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