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Montag, 19. Oktober, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: Christoph Andrae

Kommentar: Guido Westerwelle verweigert Englisch

Kampf der Sprache

Muss ein deutscher Außenminister Englisch sprechen? Muss ein englischer Journalist Deutsch sprechen? Diese Fragen wurden vom künftigen Amtsinhaber Guido Westerwelle auf einer Pressekonferenz in Berlin eindeutig geklärt: Es kommt auf den Veranstaltungsort an!

Möchte in Deutschland nicht in Englisch befragt werden: Guido Westerwelle. (Quelle:wikipedia.de/ Foto: Dirk Vorderstraße)

Möchte in Deutschland nicht in Englisch befragt werden: Guido Westerwelle. (Quelle:wikipedia.de/ Foto: Dirk Vorderstraße)

Vor zwei Wochen fand in Berlin eine viel beachtete Pressekonferenz statt: Der designierte Außenminister der Schwarz-Gelben Koalition, Guido Westerwelle, war nicht dazu bereit, eine von einem Journalisten gestellte Frage zu beantworten. Warum nicht? Der Journalist fragte in einer exotischen Fremdsprache: Englisch! Westerwelle begründete seine Auskunftsverweigerung mit dem Hinweis: "So wie es in Großbritannien üblich ist, dass man Englisch spricht, ist es in Deutschland üblich, dass man Deutsch spricht." Womit er natürlich nicht unrecht hat. Immerhin wurde erst kürzlich im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen FDP und CDU vereinbart, ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen.

In Kirgisien wird kirgisisch gesprochen

Allerdings ist abzusehen, dass Westerwelle als Außenminister nicht nur in Deutschland Pressekonferenzen halten wird. Wie wohl seine Antworten auf Fragen örtlicher Journalisten bei einem Staatsbesuch in Kirgisien aussehen würden? Einfacher wäre es da für Westerwelle, sich einer allgemein anerkannten Weltsprache zu bedienen: des Englischen. An den Erwartungen, die er in die Sprachkenntnisse eines ausländischen Journalisten setzt, muss er sich selbst messen lassen, gerade als künftiger Außenminister. Dem Ansehen seines Amtes würde Gewandtheit in anderen Sprachen keinen Abbruch tun. Im schlimmsten Fall besteht immer noch die Möglichkeit, sich eines einfachen Hilfsmittels zu bedienen und einen Dolmetscher hinzuzuziehen. So, wie es auch der Journalist auf der Pressekonferenz tat, die vor zwei Wochen in Berlin stattfand.



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