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Von: Marco Grühn

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Tag der offenen Hochschultür

Von Radio bis Rennwagen

Gerade drei Wochen sind vergangen, seitdem die neuen Erstsemester ihr Studium in Mittweida aufgenommen haben – da lädt der Tag der offenen Tür schon wieder viele Interessierte in die Hochschule ein. medien-mittweida.de begleitete eine Familie bei ihrer Erkundungstour über den Campus.

Was studieren, wie bewerben - Studienberater Philipp Neumayer und Helmut Hammer geben Auskunft. (Foto: Jan Holubek)

Was studieren, wie bewerben - Studienberater Philipp Neumayer und Helmut Hammer geben Auskunft. (Foto: Jan Holubek)
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Es ist Samstag, 10 Uhr morgens. Vom Eingangsbereich des Carl-Georg-Weitzel-Baus schallt aus Lautsprechern das Radioprogramm von 99drei Radio Mittweida. Trotz des Regens finden sich immer mehr Besucher im Hauptgebäude der Hochschule ein. Im Lichthof versammeln sich Studieninteressierte und Familien, um an den Ständen der sechs Fakultäten Informationen zu erhalten oder das persönliche Gespräch mit Lehrkräften, Studienberatern und Studenten zu suchen. Neben den Fakultäten Medien, Soziale Arbeit, Mathematik/Physik/Informatik, Informationstechnik & Elektrotechnik, Maschinenbau & Feinwerktechnik und Wirtschaftswissenschaften stellt sich auch das hochschuleigene Rennsportteam "Technikum Mittweida Motorsport" (TMM) vor. Technikbegeisterte Besucher haben die Möglichkeit, an einer Führung zur Werkstatt des Teams teilzunehmen, in der der Rennwagen für die aktuelle Saison steht.

Frühzeitige Orientierung

Eine der vielen Neugierigen ist Avina Gralfer. Gemeinsam mit ihren Eltern kam sie am Morgen von Wermsdorf nach Mittweida, um sich über den Fachbereich Medien zu informieren. Obwohl sie gerade einmal 15 Jahre alt ist, weiß die Gymnasiastin schon jetzt, wo es hingehen soll: "Ich würde nach dem Abitur gern Medientechnik studieren", erzählt sie. Avina hat bereits verschiedene Erfahrungen sammeln können. Zurzeit schreibt sie für die Schülerzeitung ihres Gymnasiums in Wermsdorf, im Rahmen eines Kurses der Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) hat sie in Leipzig schon einmal ein Video gedreht. Nachdem sie sich am Stand der Fakultät umgeschaut hat, wirft sie einen Blick auf das Informationsblatt. Kurz vor 11 Uhr – Zeit, das Studio B im Grunert-de-Jacomé-Bau aufzusuchen. Dort soll gleich der Vortrag "Vorstellung der Medienstudiengänge und des Bewerbungsverfahrens" gehalten werden.

Medientechnik – ein breit gefächerter Studiengang mit diversen Berufsmöglichkeiten, weiß Helmut Hammer, Studienberater und akademischer Leiter der Hochschulmedien. In seinem Vortrag verdeutlicht er, dass durch die Entwicklung der Kommunikationstechnik eine Vielfalt des Medienangebots und damit auch der Berufsbilder und Ausbildungen herrschen. "Es ist schwer, sich in diesem Dschungel von Angeboten zurecht zu finden", erklärt Hammer. Durch ein Studium an der Hochschule Mittweida nach dem "Mittweidaer Modell", ("Morgens studieren, nachmittags produzieren") sollen die Studenten so lernen, dass sie im späteren Berufsleben ein breit gefächertes Wissen vorweisen können.

Medientechniker beispielsweise werden nicht nur in der Produktion, sondern auch in anderen Bereichen der Medien ausgebildet. "Inhaltliche Aspekte, die Präsentation und auch die anschließende Vermarktung – unsere Studenten sollen mehr können als nur eins", erklärt Hammer. Abschließend erläutert er das neue Bewerbungsverfahren für die Medienstudiengänge. Nicht nur nach einer guten Abiturnote, sondern auch nach Erfahrungen im Medienbereich und nach der eigenen Motivation sollen Bewerber künftig ausgewählt werden.

Das Mittweidaer Modell erleben

Nach dem ausführlichen Vortrag begeben sich Avina und ihre Eltern gegen 13 Uhr auf einen Rundgang über den Campus. Im Haus 4, dem Medienzentrum der Hochschule, stellen Studenten ihre Zeitung "DIE NOVUM" vor. Cathleen Diedrich, Chefin vom Dienst, erklärt die Inhalte der verschiedenen Ressorts und den Ablauf der Produktion. Die wöchentliche Auflage von 2.500 Exemplaren lässt Avina staunen. Ihr Vater, der selbst im Medienbereich tätig ist, erkundigt sich nach der verwendeten Technik. Im Anschluss präsentiert Steffen Kalfac die Internetseite medien-mittweida.de und verdeutlicht, wie in diesem Projekt unterschiedliche journalistische und multimediale Darstellungsformen vereint werden.

Vom Medienzentrum sind es nur wenige Meter bis zur Medienvilla in der Leisniger Straße. Gemeinsam mit vielen anderen Besuchern betreten Avina und ihre Eltern den von Studenten betriebenen Lokalsender 99drei Radio Mittweida. Der Andrang ist so groß, dass Programmchef Erik Geipel und Multimediatechnikstudent Thomas Schall die Besucher in zwei Gruppen aufteilen. "Von der Produktion von Beiträgen über das Moderieren einer eigenen Sendung 'live on air', hier ist alles möglich", erklärt Thomas und zeigt den Gästen die Schnittplätze, den Sendeplan und schließlich sogar den Raum, in dem bis 12 Uhr noch live moderiert wurde. Gespannt, aber auch ein wenig verwundert betrachtet Avina die unzähligen Knöpfe und Regler.

Der Rennwagen und die Medien

Die letzte Station ihres Campusrundgangs ist die Werkstatt des Rennsportteams TMM. Um den interessierten Besuchern den Einblick in die Technik zu ermöglichen, präsentiert Christian Klewer, Student für Informationstechnologie, den aktuellen Rennwagen ohne Chassis. Als er auf Nachfrage von Avinas Studienwunsch erfährt, erläutert er: "Neben der eigentlichen Konstruktion und dem Bau des Rennwagens übernehmen Medienstudenten den Bereich Marketing und versuchen Sponsoren zu finden, um die Kosten zu decken." Anna Kirchner, Matrikel 2009 und zukünftige Pressesprecherin des TMM-Teams ergänzt: "Es ist das einzige Projekt, bei dem man die Möglichkeit hat, direkt mit anderen Fachbereichen zusammen zu arbeiten. Eine wichtige Erfahrung, denn so ist es in der Wirtschaft später auch."

Mit vielen Informationen und mindestens genauso vielen Eindrücken verlassen Avina und ihre Eltern gegen 14 Uhr den Campus. Leicht wird die Entscheidung nicht, sich für einen Studiengang und für eine Universität oder Hochschule zu entscheiden, weiß Avina. Doch bis dahin hat sie ja auch noch drei Jahre Zeit.



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