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Mittwoch, 17. Januar, Alter: 4 Jahre » Zurück

Von: Melanie Siegel

Arbeitsmarkt Medienbranche

Traumberuf Journalist

Der Arbeitsmarkt für Journalisten ist angespannt. Der Großteil arbeitet als Freiberufler. Jedoch sind Einstiegschancen in den Journalismus als Online-Redakteur vorhanden. Technische Redakteure sind gefragt.

Journalisten (Quelle: http://www.pixelquelle.de/)

Chance als Online-Redakteur (Quelle: http://www.pixelquelle.de/)

Der Arbeitsmarkt in der Medienbranche bleibt angespannt. Redaktionen schrumpften durch die schlechte wirtschaftliche Lage in den letzten Jahren. Obwohl Deutschland Wachstum in der Wirtschaft verzeichnet, schlägt sich das in den Stellenangeboten für Journalisten nicht nieder. Redaktionen stellen nur noch selten feste Redakteure ein, denn was auf Honorarbasis zu machen ist, wird von freien Journalisten gemacht. Sie muss ein Unternehmen in schlechten Zeiten nicht mit durchziehen und für deren Lohnnebenkosten aufkommen.

Die Bundesagentur für Arbeit meldet ebenfalls nur wenige feste Stellen für Journalisten. In ihrer Informationsschrift für Journalisten stellt sie ein Zitat der taz voran: „Als einzig krisenfest erweist sich im Journalismus nur der Ansturm auf die Ausbildungsplätze.“  Die Fakten sind bitter: Jährlich wollen 300 Bewerber einen der 30 Studienplätze des Kölner Fachhochschulstudiengangs „Online Redakteur“. Auf 24 Volontariate beim Bayrischen Rundfunk bewerben sich Hunderte. Der Westdeutsche Rundfunk bietet zehn Programm-Volontariate an. Jedoch werden nur selten selbst die wenigen Auserwählten im Anschluss an ihre Ausbildung übernommen. „Über ein Drittel der hauptberuflichen Journalisten sind hierzulande Freiberufler, Tendenz steigend“ meldet der Deutsche Journalistenverband (DJV).  Somit ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium, Journalistenschule oder ein Volontariat keine Garantie mehr für eine Festanstellung.

Chancen für Online-Redakteure

„Wenn es mal eine Einstellung gab, dann in den Online-Redaktionen“ so Michael Klehm vom DJV. Der Online-Bereich wäre, verglichen mit dem Rest der Medienlandschaft, zuletzt noch am lebendigsten gewesen. Im Onlinebereich sind Möglichkeiten für einen Berufseinstieg vorhanden, denn es gibt kaum noch Verlage, Medienhäuser oder Fernsehsender ohne eigenen Webauftritt. Somit sind für die inhaltliche Gestaltung technisch orientierte Journalisten gefragt. „Während gestern vor allem HTML- und Java-Kenntnisse nötig waren, müssen Online-Journalisten heute auch Ton- und Videosequenzen bearbeiten und integrieren“, so Michal Klehm. „Journalismus wird in Zukunft eine viel stärkere technische Ausprägung haben.“ Laut Professor Konrad Scherfer, Leiter des Bachelorstudiengangs „Online Redakteur“ an der Fachhochschule Köln, sind gut ausgebildete Online-Redakteure gerade in der Wirtschaft gefragt, denn Unternehmen wollen eine professionell gestaltete Website. Aber auch bei den Online-Redakteuren arbeiten viele als Freiberufler.

Technische Redakteure sind gefragt

Neben den Online-Redakteuren sind auch technische Redakteure gefragt, deren Aufgabe es unter anderem ist, für hochkomplizierte technische Produkte Handbücher zu schreiben. Unternehmen erwarten neben guten Englischkenntnissen  auch ein gutes technisches Verständnis. Hier bieten sich Chancen für Quereinsteiger. „Es ist leichter, als Techniker oder Ingenieur die nötigen kommunikativen Fähigkeiten zu erwerben, als mit rein geisteswissenschaftlichem oder journalistischen Background in die technische Redaktion einzusteigen“, so Tekom-Sprecher Gregor Schäfer. Technische Redakteure bräuchten vor allem fundiertes Wissen über Normen, Richtlinien und Maße im In- und Ausland. Obwohl es Studiengänge an Hochschulen wie zum Beispiel an der Fachhochschule Hannover und privaten Bildungsinstituten gibt, welche technische Redakteure ausbilden, herrscht laut Gregor Schäfer noch immer Fachkräftemangel. Den 300 bis 400 Absolventen stehen 1000 freie Stellen gegenüber. Deshalb bieten einige Unternehmen selbst Aus- und Weiterbildung an. In der Regel sind technische Redakteure fest angestellt.

Es gibt viele Einstiegsmöglichkeiten in den Journalismus. Wenn man später nicht unbedingt freiberuflich arbeiten möchte, sollte man sich vorher informieren, wo es Chancen auf einen festen Arbeitsplatz gibt.

 



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