Von: Anja Brete
60. Jahrestag des Staates Israel
Leben unter Dauerbeschuss
Israel feiert. Seit der Gründung befindet sich der Staat im Ausnahmezustand. Seine Existenz ist ständig bedroht. Zwischen Heimatverbundenheit, Religion, Hass und Feindschaft leiden die Menschen im Nahen Osten unter der Militärgewalt.
Israel feiert den 60. Jahrestag seines Bestehens als souveräner Staat. Dies geht mit einer Vielzahl von Feierlichkeiten einher. Doch vor dem Hintergrund der ständigen Gewalt und Entstehungsgeschichte des Landes ist es auch ein Tag des Gedenkens und der Trauer. Denn während die Israelis feiern, trauern die Palästinenser um ihre verlorene Heimat.
Souveränität mit Waffengewalt
Am 14. Mai 1948 gründeten der Jüdische Nationalrat und Zionistische Weltkongress den Staat Israel. Mit der Verlesung der Unabhängigkeitserklärung in Tel Aviv, durch den späteren Ministerpräsidenten David Ben Gurion, folgte innerhalb weniger Tage die Anerkennung des Staates Israel durch die Vereinigten Staaten von Amerika, die Sowjetunion und vieler andrer Staaten.
Doch neben dem Zuspruch kam auch Gegenwehr. Der junge Staat war nach seiner Gründung immer wieder in militärische Auseinandersetzungen verwickelt. Bereits am 15. Mai 1948 griffen Militärverbände aus Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Libanon und Irak den israelischen Staat an. Nach einer Rückeroberungswelle, die sich bis in dem Sinai erstreckt, unterzeichneten alle Staaten, bis auf den Irak, ein Waffenstillstandsabkommen.
Seit tausenden Jahren im Kampf
Schon seit mehreren tausend Jahren leben Juden in ständigem Kampf. Kein anderes Volk kann auf eine vergleichbare, jahrhunderte lange Verfolgung und Vertreibung zurückblicken. Die jüdische Diaspora begann bereits mit dem Untergang des Reiches Juda 596 vor Christus und bezeichnet ethische oder religiöse Gruppen, die ihre Heimat verließen und weltweit verstreut leben.
Wenn in Deutschland auf Israels Jahrestag Bezug genommen wird, ist dies ein Anlass des Gedenkens. Nach der Verfolgung und Ermordung von Juden im Dritten Reich bekräftigten die Vereinten Nationen die Dringlichkeit eines eigenen Staates der Juden.
Weiterhin Unklarheit über Gollan-Höhen
Bereits nach dem 1. Weltkrieg lebten zehntausende Juden in Palästina und gründeten Siedlungen. Nach dem Völkermord an Millionen von Juden, in der Zeit des Nationalsozialismus, strebten die Vereinten Nationen an, eine nationale Heimatstätte für das jüdische Volk zu schaffen. Eine Gründung des Staates Israel auf deutschem Boden galt wegen der geschehenen Verbrechen als unrealisierbar und unzumutbar. Auf Grund der geschichtlichen Verbundenheit der Juden und bereits starken Besiedlung Palästinas jüdischer Siedler beschloss die UN, Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen.
Die Konflikte im Nahen Osten sind stetig präsent. Angriffe mit Kassam-Raketen, fliegende Rohrbomben, gehören zum Alltag der Bevölkerung. Erst vor zwei Jahren zog der Staat gegen die Hisbollah Milizen im Libanon in den Krieg. Die Gollan-Höhen sind immer noch nicht territorial geklärt. Seit 1981 durch Israel annektiert, erhebt Syrien weiterhin Anspruch auf sie.
Kaum Anerkennung von arabischen Staaten
Nahezu alle Gespräche, Diskussionen und Verhandlungen um Israel haben den Frieden im Nahen Osten zum Ziel. Doch selbst um den Weg zu diesem Ziel herrscht Uneinigkeit und Streit. Die Anerkennung des Staates Israel steht dabei außer Frage. Israel ist Teil der Vereinten Nationen. Aber mit Ausnahme von Ägypten und Jordanien erkennen ihn andere arabische nicht als solchen an und pflegen auch keine diplomatischen Beziehungen.
Unterschiedliche Institute bieten Möglichkeiten zur freiwilligen Hilfe in Israel an. Die sozialen Einsätze in verschiedenen Bereichen reichen von Kibbuzeinsätzen, Volontariate, über Praktika und Freiwillige Soziale Jahre. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes nehmen jährlich rund 5 000 Jugendliche beider Länder an interkulturellen Austauschprogrammen teil.
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