Von: Marie Schneider / Karin Huebler
Promi-Quiz in Mittweida: Medienstudenten fragten nach
Mr. No Name
Kennt Mittweida die politische Prominenz? Trotz Vorfeude auf das Viertelfinal-Spiel am Donnerstag, den 19. Juni, begaben sich Redakteure von medien-mittweida.de und der Wochenzeitung Novum auf die Straßen von Mittweida. Sie fragten nach Stanislaw Tillich, Georg Milbradt, Kurt Biedenkopf, Angela Merkel und Thomas de Maizière.
Eine alte Frau steht grübelnd auf der Straße. "Ach, wer ist denn das? Das Gesicht kenne ich doch", fragt sie sich. Die Redakteure halten ihr ein Bild vom ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten, Georg Milbradt, vor. Mit Einkaufstasche und Kinderwagen zieht eine junge Familie über den Mittweidaer Markt. Neugierig bleibt die junge Mutter stehen und wirft von der Seite ein: "Ja, das ist der Milbradt". Über den spontanen Einwurf verdutzt, drehen sich die Interviewer zu ihr um. "Jaja, da brauchen sie nicht so zu schauen, ein wenig politisch gebildet sind wir schon noch", sagt sie schmunzelnd. Das bestätigt auch das gute Ergebnis: Mehr als 62 Prozent der Befragten erkannten den kürzlich abgelösten Milbradt.
Positives Bild von "Kaiser Kurt"
Am bekanntesten ist der allseits als "Biedenkopp" bezeichnete Kurt Biedenkopf. Durch seine zwölfjährige Amtszeit in Sachsen, ist er den Leuten noch im Gedächtnis geblieben. Über 72 Prozent wussten auf Anhieb, wer ihnen auf diesem Bild entgegen strahlt. Auch sind die meisten positiv auf "Kaiser Kurt", wie ihn einige liebvoll nennen, zu sprechen.
Im Gegensatz zu seinem Nachfolger Milbradt. War sein Bild an der Reihe, folgten oft verzerrte Gesichter, Murren und verdrehte Augen. Ein Passant bemerkt, mit einem hämischen Lächeln: "Die Leute von der Sächsischen LB, die kommen doch alle einfach so davon". Gemeint ist der Skandal um die Sächsische Landesbank, durch den Milbradt in die Kritik geraten war.
Neuer Ministerpräsident ist unbekannt
Im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern, ist der neu designierte Ministerpräsident Stanislaw Tillich bei der Mittweidaer Bevölkerung noch unbekannt. Trotz vielen Auftritten in den Medien, erkennen viele das Gesicht nur mittels kleiner Hilfestellungen. Eine Antwort bleibt besonders unerklärlich: "Wie heißt der gleich? Diestel?", fragt sich ein Passant.
Den Erwartungen entsprechend, fällt das Ergebnis für unsere Bundeskanzlerin sehr gut aus. Nur fünf Prozent kennen sie nicht. Ein junger Mann auf einem BMX erklärt das so: "Die Leute sind doch mehr mit sich als mit der Politik beschäftigt". Und ein anderer sagt: "Politik interessiert mich nicht. Ich kann sowieso nichts ändern."
Innenminister als Provinz-Politiker
Der ehemalige sächsische Innenminister und derzeitige Bundeskanzleramtschef Thomas de Maiziére hingegen könnte ebenso ein französischer Provinz-Politiker sein. Ihn erkennen nur knapp 25 Prozent der Befragten. Langes Starren auf das Bild hilft genauso wenig, wie spätere Hinweise der Redakteure. Pure Ahnungslosigkeit zeichnet sich in den Gesichtern ab. Nach der Auflösung kommt nur ein Aha-Effekt bei den Passanten zustande. Immerhin war er in seiner sächsischen Amtszeit von 1999 bis 2005 in den Ämtern des Finanz-, Justiz und -Innenministers tätig.
Der görlitzer Fußballgott, Michael Ballack, landet dagegen mit über 92 Prozent auf Platz zwei der Bekanntheitsskala bei der Umfrage von medien-mittweida.de und Novum. Hoffentlich müssen sich er und seine Mannschaft in dieser EM nicht mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Könnten ihn und die Mannschaft mit dem Gewinn doch bald jeder kennen.
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