Von: Axel Ehrlicher
Hilferuf für Kinder im Irak
UNICEF macht mobil
Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni rief UNICEF zu verstärkter Hilfe für die Kinder im Irak auf. Fünf Jahre nach Ende des Krieges schwankt die Sicherheitslage im Irak nach wie vor stark. Die Angst vor Anschlägen, die Armut und der Hunger bestimmen den Alltag.
Vor allem die Kinder haben zu leiden. Laut UNICEF mussten seit 2006 über 850 000 Kinder und Jugendliche zusammen mit ihren Familien ihre Häuser verlassen. Auf Grund zerstörter Schulen kann fast jedes zweite Kind im Grundschulalter keine Lehreinrichtung besuchen. Wassermangel, Stromausfälle und unzureichende gesundheitliche Versorgung führen bei jedem fünften Kind zu chronischen Leiden.
Spezielles Maßnahmenpaket geschnürt
Um die Leiden der Kinder zu lindern, entwickelte UNICEF ein spezielles Maßnahmenpaket. Dazu gehören Impfschutz, Zusatznahrung, Decken, Kochsets und Hygieneartikel für die Familien, die Lieferung von sauberem Trinkwasser mit Tankwagen, die Einrichtung von Notschulen sowie psychologische Unterstützung.
Roger Wright, örtlicher Leiter des Kinderhilfswerks UNICEFF, gibt sich gegenüber Spiegel-Online zuversichtlich: "Ich bin im vierten Jahr dort und aktuelle Entwicklungen geben erstmals Raum für Optimismus". Das Kinderhilfswerk hat bereits in Basra und Erbil zwei Vertretungen errichtet. Eine dritte ist in Bagdad im Wiederaufbau.
Land hat drittgrößte Öl-Reserven der Welt
Der Irak hat durchaus Möglichkeiten, sich selbst zu helfen. Denn an Ressourcen, wie Wasser und Öl, mangelt es nicht. Das Land hat laut tagesschau.de nach Saudi-Arabien und Iran mit schätzungsweise 115 Milliarden Barrel die drittgrößten Öl-Reserven der Welt. Schwierig gestaltet sich dagegen die Verteilung der Güter unter den drei ethnischen Gemeinschaften: Schiiten, Sunniten und Kurden. Dies ist laut Wright noch eines der größten Probleme, die es zu lösen gilt.
2009 wird entscheidend für den Irak. Die Mehrheit der internationalen Truppen sollen nächstes Jahr das Land verlassen. Derzeit befinden sich noch rund 170 000 US-amerikanische und rund 4 000 britische Soldaten im Zweistromland. "Was der Irak am meisten braucht, ist der Rückzug aller fremden Elemente - der al-Qaida-Verbündeten ebenso wie der amerikanischen und britischen Truppen," erkärt Wright gegenüber Spiegel-Online. Bleibt nur zu hoffen, dass Iraks Kinder dann in eine bessere Zukunft blicken können - ohne Angst, Hunger und Gewalt.
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