Von: David Lochner
Ku-Klux-Klan findet wieder Anhänger
"Für Gott, Rasse und Land"
Mit rund 150 Gruppen gewinnt der fast vergessene Klu-Klux-Klan, nach Angaben des Führers Earl Johnson in einem Focus-Interview vom 24. April, wieder an Einfluss. Eine vergessene Gruppe, die für die Reinhaltung der weißen Rasse bereit ist zu töten.
Der schwarze Präsidentschaftskandidat Obama steht im Fadenkreuz. Mit Sätzen wie diesen äußert sich Klanführer und Hexenmeister der Bayou Knights, Carl Dupre, in einem Interview mit Focus.de, vom 24. April 2008: "Sollte Obama, dieser muslimische Nigger, Präsident werden, so wird er das bestimmt nicht lange bleiben". Erst vor einem Monat versammelte sich sein Orden - eine selbstorganisierte Gruppe von Klanmitgliedern. Sie fordern mit klaren Worten die Vorherrschaft der Weißen ein.
Ziel ist Reinhaltung und Separierung der Rasse
Eine Fernsehdokumentation des History Channels aus dem Jahr 1998 zeigt, wie kleine Gruppen mit weißen Roben durch die Vororte der USA schlendern und protestieren. Und das mit Polizeischutz. Symbolisch erhängen sie eine "Negerpuppe". In Deutschland undenkbar. Doch der Klan scheint wieder Anhänger gefunden zu haben. Schätzungen gehen von mittlerweile 12 000 Mitglieder in den USA aus.
Der Grundgedanke des Ku-Klux-Klans war immer die Reinhaltung und Separierung der weißen Rasse. Seit seiner Gründung 1866 steht der Klan in Verbindung mit Einschüchterungen, Drohungen und Gewalt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts schworen tausende Menschen reihenweise auf diese Philosophie. Der Treueschwur des Hasses und der Rassentrennung. Die Zeiten sind nicht mehr dieselben, die Botschaft aber schon: "Für Gott, für die weiße Rasse, für unsere Kinder, für die amerikanischen Ritter der Ku-Klux-Klans."
Kreuzverbrennung gehört zur festen Zeremonie
Der Klan gibt sich nach außen christlich und missbrauchte dabei eines der heiligsten christlichen Symbole. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist das Verbrennen eines Kreuzes fester Bestandteil der Zeremonien. Mit der Begründung das Licht Jesu Christi zu ehren, dass aus der Dunkelheit ans Licht gekommen ist. Wie eine große Familie folgen sie der Ideologie, dass jeder Weiße ihr eigen Fleisch und Blut sei. Alle Klanmitglieder fühlen sich verbunden durch dieselbe Philosophie, die über den Ausschluss Anderer funktioniert.
Die Gründer des ersten Klans waren sechs konförderierte Offiziere in Pulaski Tennessee. "Es waren studierte Leute, die wenig mit den heutigen Ritualen des Ordens am Hut hatten", sagte David Chalmers, Autor des Buches "Hooded Americanism" in einem Fernsehinterview. Sie nahmen das griechische Wort Kuklos, was soviel wie Kreis bedeutet, und bildeten daraus den Namen Klu-Klux Klan. Er wollte geheimnisvoll auftreten und verkleidete sich mit selbst gemachten Masken. Das schindete Eindruck und gewann bald einen Großteil Stadt als Mitglieder.
Auch Juden, Katholiken und Einwanderer als Feinde
Zu der Zeit gab es für schwarze Menschen politisch viele positive Zugeständnisse, wie die Einführung des Wahlrechts. Dadurch sahen sich viele Amerikaner in ihrer Freiheit bedroht. Der Klan begann Schwarze zu lynchen und einzuschüchtern, damit sie von den Wahlurnen fern blieben.
Im 20. Jahrhundert verschwand der Orden mehrere Male von der Bildfläche, tauchte aber genauso schnell wieder auf. Doch es reichte dem Klan nicht mehr, nur Schwarze auszugrenzen. Juden, Katholiken und Einwanderer waren Anfang der Zwanziger Jahre ebenso potenzielle Feinde. Ein Amerika für Amerikaner. Damit floss dem Klan eine unheimliche Welle an neuen Mitgliedern zu.
Trainingslager für bevorstehenden Rassenkrieg
Und es folgte ein weiterer kluger Schachzug. In den frühen 80er Jahren tauschen die Mitglieder die weißen Gewänder gegen paramilitärische Kleidung. Louis Bean, Klanführer aus Texas, gründete Trainingslager, in denen er die Klanmitglieder auf den bevorstehenden Rassenkrieg trainierte. Diese Einrichtungen bestehen bis heute.
Der eigentliche Ku-Klux-Klan ist nur ein kleiner Schatten unter vielen Menschen. Die wahren Mitglieder gibt es auf der ganzen Welt. Nur ohne die weißen Kapuzen. Sie nennen sich Nazis und untergraben die Demokratie, in der jeder seinen Platz zur Freiheit hat. Der Klan wächst und tritt wieder zielgerichtet in die Öffentlichkeit. "Wir wollen ein starkes, weißes und christliches Amerika", erklärte Hexenmeister, Carl Dupre, im Focus Interview, vom 24. April. "Für Gott, die Rasse und unser Land", fügt er abschließend hinzu.
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